Utopist, Idealist, R&D-Junkie, Stratege und leidenschaftlicher Designer

Der diesjährige Wettbewerb steht unter dem Thema »What´s Next« und soll vor allem jungen aufstrebenden Designern eine Plattform liefern. Das Thema Nachwuchs ist bei hauser lacour sicherlich auch gegenwärtig. Was ist ihre Strategie neue Talente zu rekrutieren?

Prof. Laurent Lacour: Wir haben keine Strategie für das Recruiten junger Mitarbeiter bei hauser lacour. Wir verlassen uns auf unser Portfolio, unsere über die Jahre aufgebaute Bekanntheit, diverse Pressekanäle und Awards. Auch der klassische Aushang in Hochschulen ist ein Ansatz, Studenten für unsere Arbeit zu begeistern. Tatsächlich ist das auch eine Sache, die wir gerne verbessern würden.

Aktuell arbeiten wir an Vortragsformaten. Wir wollen und werden unsere breite Expertise im Bereich Markenentwicklung, Corporate Design, interaktive Medien und Brandspaces mit jungen Talenten teilen. Im Fokus steht für uns dabei die Veränderung der Leistungsbereiche in den Agenturen. Themen wie Digitalisierung, Smart Offices, Künstliche Intelligenz, User Centered Design, Messbarkeit von Markenwerten und andere Innovationräume integrieren wir in unsere Kommunikation mit jungen Talenten.

Als ordentlicher Professor an der Hochschule Düsseldorf mit dem Schwerpunkt Corporate Design arbeiten Sie mit dem jungen Design-nachwuchs zusammen. Wie fordern Sie ihre Studenten heraus, stets neue innovative, mutige Konzepte zu entwickeln?

Prof. Laurent Lacour: Das ist meine größte Leidenschaft! An der Hochschule wagen wir uns an Themen und Aufgabenbereiche heran, die wir in den klassischen Agenturalltag nicht integrieren könnten. Wir schauen weit über den Tellerrand, forschen in Kontexten, deren Erschließung allein eine große Herausforderung darstellt. Der leicht überholte Begriff des Transdisziplinären hat für mich immer noch größte Aktualität und ist der Kern meiner Inspiration.

Ganz besonders Stolz bin ich, wenn Innovationen bei Externen, z.b. Kunden der Hochschule oder auch Kunden der Agentur als solche wahrgenommen und mit großem Interesse diskutiert werden. So sind uns in letzter Zeit einige große Forschungsprojekte gelungen mit hervorragenden Marken wie Thonet, Vitra oder auch der Kunsthalle Düsseldorf. Hier ging es nicht in erster Linie um Design, sondern vorallem um Designtools, neue Wahrnehmungsperspektiven und interaktive Perspektiven.