„What we design designs us back.“ Dieser Satz des Techno-Futuristen Jason Silva ist das Motto des DDCAST. Design beein­flusst unser Zu­sam­men­leben. So weiter­machen wie bisher, das geht nicht; oder wir werden von Krise zu Krise stürzen. Krea­tivi­tät ist ge­fragt! Wie können wir mit­hilfe des Design die Welt neu den­ken? Dazu bringen wir Woche für Woche starke Stimmen – aus Design, Wissen­schaft, Wirt­schaft, Politik …

DDCAST Archiv
Folge 101 – 150

Zu den Folgen 01 — 50 Zu den Folgen 51 — 100 Zu den Folgen ab Nr. 151

150 — Carlotta Ludig und Nicola Stattmann // Designbäume für kühlere Städte
149 — Frauke Fischer // Ohne Mücken keine Schokolade
148 — Franz Dietrich // 3-D-Strick & Gutes Leben
147 — Markus Maas // Große Bühne der Kostüme
146 — Nina Sieverding & Anton Rahlwes // FORM FRAGEN 03 // Milano / New Books / Rassismus
145 — Thilo Schwer & Georg-Christof Bertsch // Designlesen – Bücher von Bedeutung
144 — Regine Leibinger // architektur / familie / architektur
143 — Keneilwe Munyai // Knowing how to ask for help
142 — Frank Wagner // Creative Business: in München
141 — Marlene Bruch // Die papplose Pizzapackung
140 — Poonam Choudhry // Designkontext? Interkulturell!
139 — Leyla Acaroglu // Design Disruption
138 — Tobias Adami // Leveraging Creative Friction
137 — Niklas Fiedler // Totalitarismus mit Design begegnen
136 — Ove Petersen // 100% erneuerbare Energie für alle. Jetzt.
135 — Bianca Herlo // Digital Justice. Now.
134 — Kai Vöckler & Peter Eckart // Gemeinwohl & Mobilitätsdesign
133 — Thilo Schwer // Serious Games & Produktsprache
132 — Jochen Rädeker // Design; Management
131 — Michaela Leitner // Fem Facts und Gender Gaps
130 — Ursula Tischner // Eco- statt Ego Design
129 — Fritzi Köhler-Geib & Hannah Helmke // Wege zur ökonomischen Transformation
128 — Carsten Brosda // Kulturpolitische Positionen
127 — Juli Gudehus // Icon Spell: Visuelle Weltsprache
126 — Mona Mijthab // Sozialunternehmerin in Guatemala
125 — Christian Daul // Der Wortarbeiter
124 — Matthias Wagner K // „gestalten wir, wie wir leben wollen!“
123 — Thomas Rempen // Kurt Weidemann zum 100.
122 — Hans Ulrich Reck // Design / Theorie
121 — Uta Brandes // Non Intentional Design
120 — matali crasset // Design, um den Menschen zu dienen
119 — Tanita Klein // Die verformbare Küche
118 — Philipp Thesen // Humanizing Technology
117 — Andreas Muxel, Daniel Rothaug // Creative Engineering
116 — Sebastian Klöß // Wegweiser ins Metaverse
115 — Matteo Thun // Der Großmeister
114 — Ute Clement // Frauen führen besser
113 — Nina Sieverding und Anton Rahlwes // FORM FRAGEN 02 // Boisbuchet / Vienna Design Week
112 — Helge Aszmoneit // Die Design-Bibliothekarin
111 — Kollektiv Plus X (Ezra Dilger, Marvin Schwark u.a.) // Mobiles Forum für direkte Demokratie
110 — Hermann Weizenegger // Der philharmonische Designer
109 — Alexandra Baum // Forschung. Design. Startup. Familie.
108 — Michael Conrad // creativity – off the norm
107 — Hannah Helmke // 1,5° Celsius und 100% Powerfrau
106 — Stefan Weil // create curate collaborate
105 — Lena Jüngst // Zukunftslabor Gastronomie
104 — Sandra Groll // Design: Zwischen Kontingenz und Notwendigkeit
103 — Nina Sieverding und Anton Rahlwes // FORM FRAGEN 01 // Salone Del Mobile 2022
102 — Alexis Dornier // Tektonische Innovation auf Bali
101 — Franziska Ratsch und Oliver Grande // Partizipative Raum-Gestaltung

150 — Carlotta Ludig und Nicola Stattmann
Designbäume für kühlere Städte

Nicola Stattmann arbeitete nach ihrem Diplom­abschluss (1997) im Fach Produkt­design an der HBK Saar­brücken und für drei Jahre im Frank­furter Design­büro Uwe Fischer.

Von dort wechselte sie zur Agentur design­affairs, der ehe­maligen Siemens Design & Messe GmbH, in München. Dort baute sie ein Material­labor an der Schnitt­stelle von Design und Engineer­ing auf und ent­wickelte gemein­sam mit Kunden inno­vative Material- und Produkt­ions­technologien.

2003 machte sie sich mit dem Büro Nicola Statt­mann mit Sitz in Frank­furt am Main selb­ständig. Das Büro ist speziali­siert auf nach­haltige Produkt­ent­wick­lung und Inno­vation. Für nam­hafte Firmen unter­schied­lich­ster Bran­chen ent­wickelt es Produkt­strate­gien und -lösun­gen, die sich durch echte Inno­vation, Nach­haltig­keit, intelli­gente Material-Techno­logie-Kombi­natio­nen, gute Gestalt­ung und techno­logischen Vor­sprung aus­zeichnen.

Nicola Statt­mann ist Autorin mehrerer Bücher zum Thema Neue Materi­alien und wirkt regel­mäßig in Jurys für inter­natio­nale Design- und Inno­vations­preise mit. Seit 2006 bekleidet sie regel­mäßig Gast­pro­fes­suren für Produkt­­design an deutschen und inter­natio­nalen Hochschulen.

2011 gründete Nicola Statt­mann mit ihrem Bruder Oliver Statt­mann STATTMANN NEUE MOEBEL − ein Spin-off der seit 1876 im Familien­besitz befind­lichen Tischlerei. Die Möbel­firma genießt heute inter­natio­nales Renommee und reali­siert mit bekannten Architek­tur­büros Pro­jekte welt­weit. Als Verant­wort­liche für Produkt­ent­wick­lung, Marken­strategie und Kom­muni­kation bei STATT­MANN besitzt Nicola Statt­mann lang­jährige Erfahr­ung in Kon­zeption, Konstruk­tion und Fertigung von Serien­produkten sowie deren Vermarkt­ung. Die operative Geschäfts­führung gab sie 2021 ab.

Aufbauend auf ihrer lang­jährigen Expertise im Bereich der nach­haltigen Produkt­ent­wicklung wendete sich Nicola Statt­mann mit Carlotta Ludig 2020 dem Thema der Begrünung städt­ischer Räume im Kon­text des fort­schreiten­den Klima­wandels zu und ent­wickelten erste Konzepte.

Ein intensiver Aus­tausch über die Kon­zepte mit rele­vanten Stake­holdern aus Städte­bau, Immo­bilien­wirt­schaft, Land­schafts­architek­tur und Garten­bau­wissen­schaften erzielte durch­weg positives Feed­back. Dies nahmen die beiden Gründer­innen zum Anlass, ein Forschungs- und Ent­wick­lungs­pro­jekt zu initi­ieren und darauf auf­bauend die Unter­nehmung OMC°C zu gründen.

Bei OMC°C ist Nicola Stattmann für die strategische Aus­richtung, techno­logische Ent­wick­lung und Vertrieb verantwortlich.

Carlotta Ludig absolvierte 2020 ihr Diplom im Fach­bereich Design an der Hoch­schule für Gestalt­ung in Offen­bach am Main.

Bei Auslands­aufent­halten während ihres Studiums, wie z.B. an der Oslo School of Archi­tec­ture and Design, sammelte sie Erfahr­ungen in Business Develop­ment an der Schnitt­stelle von Service und Design. Schnell ent­wickelte sie dafür eine beson­dere Begeist­er­ung und richtete die weiteren Studien­in­halte thematisch daran aus. Auch das Deutsch­land­stipen­dium, das sie 2017/18 erhielt, gab ihr die Möglich­keit, den Interessen­schwer­punkten Schnitt­stelle Design und Business weiter nachzugehen.

Bereits seit 2018 arbeitete sie während ihres Studiums im Büro Nicola Stattmann. Schnell stellte sich die Zusam­men­arbeit zwischen den zukünftigen Gründer­innen als sehr ver­trauens­voll und erfolg­reich heraus, sodass sie eine geeignete Grund­lage für eine engere unter­nehmer­ische Zusam­men­arbeit bot.

Mit Nicola Stattmann eigen­ini­ti­ativ an einer seriellen Produkt­lösung für vertikale Begrünung zu arbeiten, bot ihr die ideale Gelegen­heit Produkt­design und Geschäfts­ent­wick­lung zu ver­einen. Gemein­sam ent­schlos­sen sie sich als Geschäfts­partner­innen der Brisanz des Themas und sich gleich­zeitig auf­zeigenden Markt­lücke weiter nachzugehen.

2020 erhielt sie das Hessen Ideen Stipen­dium. Das hessische Gründer­stipendium des Hessischen Minis­terium für Wissen­schaft und Kunst gab ihr mit finan­zieller Unter­stütz­ung die Mög­lich­keit in dieser frühen Phase der Unter­nehmens­gründung Voll­zeit daran zu arbeiten.

So konnten Nicola Statt­mann und Carlotta Ludig inner­halb von 1,5 Jahren ein Forschungs- und Ent­wicklungs­pro­jekt mit der Uni Kassel initi­ieren und durch­führen, die ersten Proto­typen ent­wickeln und realisieren, ein großes Netz­werk an Ent­wicklungs­partnern und Berater­*innen auf­bauen und erste Pilot­kunden für 2023 gewinnen.

Bei OMC°C ist Carlotta für die Organisation, Finanzen und Geschäftsentwicklung verantwortlich.

LITERATUR UND LINKS
Vortrag von Andreas Kipar, Landschaftsarchitekt und Gründer des Landschaftsarchitekturbüros LAND
Ausstellungskatalog von EINFACH GRÜN Greening The City (DAM)
Studie CITIES ALIVE Green Building Envelopes von ARUP (Bauingenieure)

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Veröffentlichung: 26.06.2023

149 — Frauke Fischer
Ohne Mücken keine Schokolade

Dr. Frauke Fischer ist Expertin für Bio­diversi­tät, Wissen­schaft­ler­in, Berater­in, Red­ner­in und Autor­in. Sie studierte Bio­lo­gie an der Johann Wolf­gang von Goethe Uni­versi­tät in Frank­furt sowie dem Trenton State College in den USA und diplom­ierte 1989 an der Uni­versi­tät Frank­furt im Fach Bio­logie. Für Ihre Promotion wech­selte sie an die Uni­versi­tät Würz­burg, wo sie im Comoé National­park in der Côte d’Ivoire über Effekte der Über­jagung auf Kobanti­lopen (Kobus kob kob) forschte. Nach Ab­schluss ihrer Promotion wurde sie Leiter­in der Inter­natio­nalen Forschungs­station der Uni­versi­tät Würz­burg im Comoé National­park. Mit dem Aus­bruch des Bürger­kriegs in der Côte d’Ivoire im Herbst 2002 wechselte sie an die Universi­tät in Würz­burg und baute hier die Lehre im Bereich inter­natio­naler Natur­schutz auf.

Im Jahr 2003 gründete Frauke Fischer mit der Agentur auf! (www.agentur-auf.de) Deutsch­lands erste Manage­ment­be­ratung mit dem Schwer­punkt Bio­diversi­tät. Im Jahr 2015 gründete Frauke Fischer zusam­men mit ihrem Kollegen Dr. Arno Wielgoss PERÚ PURO, um Klein­bauern im abge­legenen Urubam­batal in Peru einen fairen Markt­zu­gang für ihren hoch­wertigen, bio-Urkakao Chuncho zu bieten. In­zwischen bietet PERÚ PURO (www.perupuro.de) prämierte Schoko­laden, Kaffee­speziali­täten und Para­nüsse an.

Sie wurde vielfach ausge­zeich­net und in zahl­reiche Gremien be­rufen. Für ihre beson­deren Studien­leistun­gen wurde Frauke Fischer 1989 mit dem Ein­trag auf die Dean’s List des Fach­be­reichs Bio­logie des Trenton State College aus­ge­zeich­net. Im Jahr 2001 erhielt sie den Ford Motor Company Conser­vation Award. Im Jahr 2018 wurde Frauke Fischer mit dem Alb­recht Fürst zu Castell-Castell Preis für nach­haltiges Han­deln an der Uni­versi­tät Würz­burg ausge­zeichnet. 2020 er­hielt sie die Trophée de Femme der Fonda­tion Yves Rocher. Mit PERÚ PURO wurde Frauke Fischer im Jahr 2020 für den Deutschen Nach­haltig­keits­preis nomi­niert. Ihr Buch „Was hat die Mücke je für uns getan?“ wurde 2021 mit dem deutschen Umwelt­medien­preis ausge­zeichnet.

Frauke Fischer ist einge­ladenes Mit­glied der IUCN World Com­mission on Protected Areas und der IUCN Species Survival Com­mission. Sie ist berufen­es Mit­glied des Nach­haltig­keits­aus­schusses der IHK Frank­furt, des wissen­schaft­lichen Beirates des WWF Deutsch­land, der BNP Paribas Stift­ung und der Krom­bacher Regen­waldstiftung.

Frauke Fischer hat über 70 wissen­schaft­liche peer-reviewed Journal Artikel ver­fasst. Sie ist Autorin folgen­der Bücher: „Planet 3.0 Klima. Leben. Zukunft.“ Schweitzer­bart’sche Verlags­buch­hand­lung, Stutt­gart (2013), „Der Palmöl Kompass“ Oekom Verlag, München (2019), des Best­sellers „Was hat die Mücke je für uns getan? End­lich ver­stehen, was bio­logische Viel­falt für unser Leben bedeutet“ Oekom Verlag, München (2020) und „Wal macht Wetter – wie Bio­diversi­tät unser Klima rettet“ Oekom Verlag, München (2023).

Sie ist regel­mäßige Speakerin bei großen Ver­an­stalt­ungen und war in dieser Funk­tion u.a. zu Gast bei den Baden-Badener Unter­nehmer­ge­sprächen, dem Auf­sichts­rat der Com­merz­bank AG, Uniper Energy, Jäger­meister, Axxion S.A., Econ­sense, EIGA, Lanxess, P&G DACH MO.

Frauke Fischer ist regel­mäßiger Gast in Podcasts (Bei Spotify unter dem Such­be­griff „Frauke Fischer“). Seit April 2023 er­scheint jeden Mitt­woch ihr Wissen­schafts­podcast Tierisch!

LITERATUR UND LINKS
Zum Buch Was hat die Mücke je für uns getan
Zum Buch Wal macht Wetter
Zum Podcast tierisch auf Spotify
Zu Fraukes fairer nachhaltiger Schokoladenfirma PERÚ PURO
Zu ihrem Öko-Beratungsunternehmen Agentur AUF
Zu EQX Biome: Bringing Wall Street to the Fight for Nature.

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Veröffentlichung: 19.06.2023

148 — Franz Dietrich
3-D-Strick & Gutes Leben

Heute stürzen wir uns kopf­über in meine duale Lebens- und Berufs­geschichte. Ich durch­schreite gerade mein drittes persön­liches und viertes beruf­liches Leben. Klingt ver­wirrend? Keine Sorge, es ergibt alles einen Sinn.

Schauen wir zurück: Das erste Kapitel meiner persön­lichen Bio­grafie (Jg. 1984), die Kind­heit und Jugend, war eine idyllische Zeit voller Sport, bis sich Krank­heiten während meines Studi­ums und der Familien­gründungs­phase ein­schlichen. Jetzt befinde ich mich in Kapitel drei, geprägt von Gesund­heit, Arbeit, Tochter, Hund Pax – und Zeit für Sport ist endlich wieder mehr da!

Beruflich hatte ich einen ent­spannten und schönen Start als Zivi in den his­tor­ischen Gärten Pots­dams und danach als Mit­ar­beiter bei einem Versor­gungs­werk der Diakon­ischen Werk­stätten (2004–07). Dann begann ich mein Studi­um zum Produkt- und Industrie­designer, war drei Jahre Tutor für das CNC-Fräsen im Studien­gang und stürzte mich noch im Studium in meine erste frei­be­ruf­liche Selbst­ständig­keit mit Dienst­leist­ungen für Surface Re-Engi­neering und CNC-Modellbau.

Teil zwei meines Berufs­lebens war ge­prägt vom auf­reiben­den Be­trieb einer eigenen Design-Marke (2012–16). Teil drei brachte eine Kehrt­wende: Werk­statt­leiter für das Produkt­design mit digitalen Medien an der FH-Pots­dam und neben­­bei Master­student als auch, in kleinem Um­fang, Frei­berufler (2016–18). In meinem Master (2017/18) ent­wickelte ich ein patentiertes Ver­fahren zur Bewälti­gung grund­legen­der Schwierig­keiten beim Ent­wurf von 3D-Gestricken aus CAD-Daten. Anschließend hatte ich eine An­stell­ung als Soft­ware-Ent­wickler bei Karl-Mayer BU STOLL.

Heute, in Runde vier, unterrichte ich frei­be­ruf­lich und arbeite an diversen Forschungs­pro­jekten mit Bezug zur Soft­ware-Ent­wick­lung im CAD. Aktu­ell bin ich mit Max Eschen­bach dabei, X-WRX zu gründen – meine vierte Unter­nehm­ung und bin Promo­vent am ITM an der TU Dresden. Die Promo­tion dient der vertiefen­den Erfor­schung kom­plexer FEM-Berech­nungs­formen für 3D-Gestricke. Unser Plan ist es, unsere Forsch­ungs­er­geb­nisse aus ins­gesamt fast sechs Jahren zu kommer­ziali­sieren. Unser Fokus liegt aktu­ell auf der Soft­ware-Ent­wick­lung für 3D-Planungs­soft­ware für den 3D-Strick. Doch wir sehen uns nicht nur als Unter­nehmer, sondern auch als Inno­vatoren, die den Fach­kräfte­mangel mildern und Ressour­cen­effizi­enz ver­bessern wollen.

LITERATUR
SCHUMACHER Ernst Friedrich (1973): Die Rückkehr zum menschlichen Maß, Alternativen für Wirtschaft und Technik, Reinbek: Rowohlt
VIRILIO Paul (1986): Ästhetik des Verschwindens, Berlin: Merve Verlag
DE SAUSSURE Ferdinand (2016): Grundlagen der allgemeinen Sprachwissenschaften, Stuttgart: Reclam
RIFKIN Jeremy (2019): Der globale Green New Deal, Frankfurt am Main / New York: campus Verlag
RIFKIN Jeremy (2022): Das Zeitalter der Resilienz, Frankfurt am Main / New York: campus Verlag

LINK
www.franz-dietrich.com

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Veröffentlichung: 12.06.2023

147 — Markus Maas
Große Bühne der Kostüme

Markus Maas ist seit 2021 Direktor des Kostüm­wesens bei der Städt­ischen Bühnen Frank­furt am Main GmbH und zeichnet mit seinen 120 Mitar­beiter­*innen verant­wort­lich für die Ge­schich­ten, die uns als Zu­schauer­*innen im Kon­text der Produk­tionen der Sparten Oper und Schau­spiel Frank­furt durch jedes einzelne Kostüm erzählt werden. Die Zuschauer­*innen emotio­nal zu erreichen, die Hülle zu einer authent­ischen Story wachsen zu lassen, ist für ihn die primäre Auf­gabe im kreativen Findungs­prozess mit Kostüm­bildner­*innen und Darsteller­*innen.

Kleidung war für ihn schon immer eine Art Kom­muni­kation; eine Sprache, die uns als Be­trachter­*in, wie auch als Träger­*in viel tiefer be­rührt als das ge­sprochene Wort. Um die perfekte Hülle zur mimischen Dar­stell­ung zu schaffen, bedient sich das Kostüm­wesen vieler Exper­tisen und unter­schied­licher Dis­zi­plinen. Diese Quali­täten tiefer zu ver­knüp­fen und immer wieder auf den Prüf­stand der Inno­vation zu stellen, hat er sich zur Auf­gabe gemacht.

Am Anfang seiner beruf­lichen Ent­wick­lung ent­scheidet sich Markus Maas nicht für das Studium der Mode, sondern für die Aus­bildung zum Herren­maß­schneider. Seine mit Aus­zeich­nung abge­schlossene Aus­bildung führt ihn in eine neue, fremde Welt: 1991 folgt er dem Ruf ans Theater, um dort zuerst als Herren­schneider und Gardero­bier in der Kostüm­abteil­ung zu arbeiten. In den Folge­jahren lernt er die Kostüm­abteil­ung in all ihren Facetten inten­siv kennen. Nach­dem er in Nürn­berg seinen Meister mit der Aus­zeich­nung des Meister­preises der Bayerischen Staats­regierung absol­viert hat, arbeitet er ab 1997 als stell­vertreten­der Herren­gewand­meister bei der Saar­ländischen Staats­theater GmbH. Nach knapp drei Jahren übernimmt er als Herren­gewand­meister die Leitung der Kostüm­schneiderei.

Nur zwei Jahre später beginnt er, neben seiner Leitung­sfunktion am Saar­ländischen Staats­theater, seine Tätig­keit als frei­schaffen­der Kostüm­bildner und neun Jahre später als frei­schaffen­der Bühnen­bildner. Er kreiert Aus­stattungen für Oper, Schau­spiel, Musicals und Ballett. 2011 über­nimmt er die Leitung des Kostüm­wesens am Saar­ländischen Staats­theater und wird dort 2014 Direktor des Kostüm­wesens.

Im Laufe seiner Karriere tauchen immer wieder zwei Themen auf, die ihn besonders be­wegen. Im Rahmen seines mehr­jährigen, aktiven Engage­ments in der Lenkungs­gruppe des Costume Forum, dem Netz­werk für Vor­stände der Kostüm- und Maskenabteil­ungen auf europäischer Ebene, bestätigt sich im Dialog mit den Kolleg­*innen aus aller Welt seine persön­liche Erfahr­ung: das Ver­ständ­nis für das Kos­tüm, der Re­spekt und die Wert­schätz­ung für die Leistun­gen der Kostüm­schaffen­den fehlt elemen­tar. Unab­hängig von geo­graph­ischer Lage oder der Größe eines Theaters zeich­net sich nicht zuletzt im Gagen­ver­gleich zwischen Bühnen- und Kostüm­bildner­*innen eine gravierende Disso­nanz. Markus Maas beschäftigt sich intensiv mit der Frage nach der Ursache für diese Ent­wick­lung und wie wir diesem Zu­stand heute ent­gegen­treten können. Neben der Proble­matik des Gender-Pay-Gap steht zudem eine andere ganz grund­legende Frage: Wie arbeiten wir zu­sam­men und wie wollen wir zu­sam­men arbeiten? Das Ver­ständ­nis von Arbeit als einem immens wichtigen Teil unseres Lebens und die damit ver­bundene Art der Zu­sam­men­arbeit, dem sozialen Ge­füge in Unter­nehmen, in Theatern und Opern­häusern stellt ganz besondere Heraus­forderun­gen an Kolleg­*innen, wie an Führungs­kräfte. Was ver­stehen wir heute unter einer guten Führungs­kraft? Für die Leitungs­ebene am Saar­länd­ischen Staats­theater ent­wickelt er ein Kon­zept zur krea­tiven Zusam­men­arbeit auf Augen­höhe und Kultur der Offen­heit, um im kreativen „Brain Trust“ durch offenen Meinungs­aus­tausch und Ideen die Kreativ­kultur des Unter­nehmens zu fördern und die Geschäfts­führung in ihren Ent­scheidun­gen zu unterstützen.

Überdies engagiert er sich seit den späten 1990er Jahren für den Nach­wuchs im Hand­werk und Kostüm­wesen. So bildet er junge Menschen zum Herren­maß­schneider aus. 1999 wird er vom Minis­terium für Wirt­schaft in Saar­brücken zum Mit­glied des Prüfungs­aus­schusses für das Damen- und Herren­schneider-Hand­werk ernannt. 2020 initi­iert er den Beginn der Ko­operation des Saar­ländischen Staats­theaters und der Hoch­schule Trier im Bereich Gestalt­ung und Kostümbild.

LITERATUR
SANDER, August (2022): Menschen des 20. Jahrhunderts, Schirmer/Mosel Verlag GmbH
MORELL, Margot / CAPPARELL, Stephanie; KÜNZEL, Patricia (2003): Shackletons Führungskunst. Was Manager von dem großen Polarforscher lernen können, Reinbek: Rowohlt Taschenbuch
LANSING, Alfred (2000): 635 Tage im Eis. Die Shackleton-Expedition, München: Goldmann Verlag
CATMULL, Ed (2014): Die Kreativitäts-AG, München: Carl Hanser Verlag
HAGEN, Jan (2013): Fatale Fehler. Berlin, Heidelberg, New York: Springer Gabler

LINKS
Oper Frankfurt am Main
Schauspiel Frankfurt am Main
Bühnen Frankfurt am Main

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Veröffentlichung: 05.06.2023

146 — Nina Sieverding & Anton Rahlwes
FORM FRAGEN 03
Milano / New Books / Rassismus

Nina Sieverding und Anton Rahlwes, die Chef­redak­teur­*innen der form, im Gespräch mit Georg-Christof Bertsch.

Im der bereits dritten Folge von „FORM FRAGEN“ reden wir mit den Chef­redak­teur­*innen der Zeit­schrift form über die inter­natio­nale Möbel­messe Salone del Mobile Milano 2023 – und er­fahren, was wir darüber noch nicht wussten.

Die beiden nehmen uns mit auf die Back­stage der spannen­den neuen Publi­katio­nen des form-Verlags. Außer­dem geht es darum, wie wir als Kom­muni­kations­profis oder interessierte Besucher­*innen – mit rassis­tischen Aus­stellungs­tücken in Design­aus­stellungen umgehen können / sollen / müssen.

Die form ist eines der traditions­reichsten Design­medien der Welt. Das „Zentral­organ der deutschen Design­szene“ erscheint seit 1957. Wir alle sind mit ihr aufge­wachsen. Sie kommt aus dem Print. Der DDCAST ist eines der jüngsten Design­medien der Welt. Unser kleiner Podcast ist ein digital native.

Seit 2020 sind Nina Sieverding und Anton Rahlwes Chef­redakteur­*innen der Zeit­schrift form, die sie seitdem wirk­lich neu erfunden haben. Der DDCAST ging eben­falls 2020 an den Start. Die form unter­stützt den DDCAST. Der DDCAST unter­stützt die form.

LINKS
form
Salone del Mobile

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Veröffentlichung: 29.05.2023

145 — Thilo Schwer & Georg-Christof Bertsch
Designlesen – Bücher von Bedeutung

Prof. Dr. Thilo Schwer
Thilo Schwer ist Produkt­gestalter und Design­wissen­schaft­ler. Er studierte 1993–2001 an der Schule für Gestalt­ung in Basel und der HfG Offen­bach. 2002 erfolgte mit Sybille Flecken­stein und Jens Pohl­mann die Grün­dung des Design­studios speziell® in Offen­bach, das für bekannte Unter­nehmen im Kon­sum­güter­be­reich tätig ist. Die Ent­würfe von speziell® wurden mehr­fach inter­natio­nal aus­ge­zeich­net. Ab 2006 widmet sich Thilo Schwer design­wissen­schaft­lichen Themen. Seine Promotion 2014 an der Folk­wang Uni­versi­tät in Essen trug den Titel „Produkt­sprachen: Design zwischen Uni­kat und Industrie­pro­dukt“. Seit 2011 lehrt er Design­geschichte, Design­theorie, Design­methodo­logie und Theorien der Produkt­sprache – u. a. an der Folk­wang Uni­versi­tät der Künste, der Goethe Uni­versi­tät in Frank­furt/Main und der HfG Offen­bach. 2019/20 war er Ver­tretungs­pro­fes­sor für Produkt­sprache und Produkt­design an der HfG Offen­bach. Seit 2019 ist Thilo Schwer Professor für Design­ge­schichte und -theorie, ab 2021 Leiter des Instituts für Kunst- und Design­wissen­schaft an der Hoch­schule der bilden­den Künste in Essen (HBK Essen). Schwer­punkte seiner Arbeit liegen in der Theorie der Produkt­sprache, der Erforsch­ung von Gestaltungs­mitteln im Kon­text histor­ischer und zeit­ge­nössischer Ent­wick­lun­gen sowie in den Methoden des Designs im Ent­wurfs­pro­zess. Thilo Schwer ist Gründungs­mit­glied von design inclusion e.V. und Vor­stand der Gesell­schaft für Design­ge­schichte e.V. (GfDg). Gemein­sam mit Siegfried Gronert initi­ierte er die Schriften­reihe der GfDg, die er seit 2021 zu­sam­men mit Melanie Kurz heraus­gibt (2023: Design für Spiel Spaß Spannung – Gestalt­ung von Arte­fakten zum spieler­ischen Han­deln, 2022: Raster, Regeln, Ratio – Syste­matik­en und Norm­un­gen im Design des 20. Jahr­hunderts, 2021: Design­ent­scheidun­gen – Über Be­grün­dun­gen in Ent­wurfs­­prozessen). 2021 erschien in Heraus­gabe mit Kai Vöckler „Der Offen­bacher Ansatz – Zur Theorie der Produkt­sprache“, 2022 zusam­men mit Melanie Kurz „Geschichte des Designs“ in der Reihe „Wissen“ von C. H. Beck.

LINKS
Thilo Schwer Produkt Interaktion Kontext Blog
Designstudio Speziell
Designstudio Speziell bei Instagram
Hochschule der Bildenden Künste Essen
Gesellschaft für Designgeschichte
designinclusion e.v.


Georg-Christof Bertsch
Georg ist Marken- und Kom­muni­kations-Stratege, Veran­stalter von Kon­fer­enzen, Advisor, system­isch arbeiten­der Coach. Er ist DDCAST Podcast-Host und Kon­ferenz-Speaker mit Netz­werken in Europa, Asien und den USA. Zusam­men mit Annette Bertsch ist er Gründer von BERTSCH.Brand Consultants. Die beiden werden von ihren Kunden vor allem dann ge­rufen, wenn Marken­frage­stellun­gen ganz besonders kom­plex, ver­worren oder gar ver­fahren er­schein­en. Das Ziel der Beratung sind stets ein­ver­nehm­liche, gut funktio­nierende Kom­munikations­struk­turen. 2018 wurde er in den fünf­köpfigen Beirat des Deutschen Designer Club e. V. ge­wählt und 2021 wieder­gewählt. Seit 2019 ist er Mit­glied im Arbeits­kreis Digital­design der Bitkom, des Branchen­ver­bands der deutschen Infor­mations- und Telekom­muni­kations-Branche und seit 2020 ist er bekannt­lich ehren­amt­licher Redak­teur und Host des DDCAST.

LINKS
Corporate Website von BERTSCH.Brand Consultants
Wikipedia Georg-Christof Bertsch


In der Sendung besprochene Bücher chronologisch

TC 03:12
ENGENHART, Marc / LÖWE, Sebastian (2022): Design und künstliche Intelligenz. Theoretische und praktische Grundlagen der Gestaltung mit maschinell lernenden Systemen. Basel, Berlin, Boston: Birkhäuser

TC 10:15
MANDIR, Eileen / GROSS, Benedikt (2023): Zukünfte gestalten. Mainz: Hermann Schmidt Verlag

TC 19:56
DÖRRENBÄCHER, Judith (2022): Distanz durch Nähe. Animistische Praktiken für kritisches Design. Basel, Berlin, Boston: Birkhäuser

TC 27:28
LOENHART, Klaus Klaas, Hrg. (2021): Breathe. Erkundungen unserer atmosphärisch verflochtenen Zukunft. Basel New York: Birkhäuser

TC 33:10
VOGT, Benjamin (2023): Gestaltung in virtuellen Welten. Interaktion, Kommunikation und die Bedeutung der Linie. Bielefeld: transscript

TC 40:16
BURKHARDT, François (2023): Gestalten. Für eine interdisziplinäre, ethische und kulturelle Politik in Design und Architektur. Berlin: Martin Schmitz Verlag

TC 47:07
KRAGENINGS, Fabian (2022): Prozess als Gestalt. Parametrie als grundlegendes Funktionsprinzip von Gestaltung. Bielefeld: transscript

TC 53:26
BÖNINGER, Christoph, DIEFENTHALER, Annette, FRENKLER, Fritz, SPITZ, René. Hrg. (2023) Designstudium Deutschland 2023. Ein Beitrag zum Public Value. Stuttgart: avEdition

TC 57:34
MALDONADO, Tomás (1972): Umwelt und Revolte. Zur Dialektik des Entwerfens im Spätkapitalismus. Reinbek: rororo

TC 01:03:40
ROSANSKI, Martina (2023): Sich selbständig machen in Therapie und Beratung – wie geht das? Heidelberg: Carl Auer

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Veröffentlichung: 22.05.2023

144 — Regine Leibinger
architektur / familie / architektur

Professor Regine Leibinger, geboren 1963 in Stutt­gart, studierte Archi­tek­tur an der Tech­nischen Uni­versi­tät Berlin und an der Har­vard Uni­versity, Gradu­ate School of Design in Cam­bridge, USA. Seit 1993 führt sie gemein­sam mit Frank Barkow das Architek­tur­büro Barkow Leibinger in Berlin. Zu den wichtig­sten Gebäuden gehören unter anderem die Bio­sphäre in Pots­dam, der Master­plan für TRUMPF Ditz­ingen – ein­schließ­lich Laser­fabriken, Bertriebs­restau­rant, Haupt­pforte, Kita u.a. – das TRUTEC Building in Seoul, Korea, die Smart Factory in Chicago, der Tour Total und der Estrel Tower in Berlin.

Von 2006 bis 2018 war sie Profes­sorin für Bau­konstruk­tion und Ent­werfen an der Technischen Uni­versität Berlin. Nach Gast­profes­suren an der Harvard Uni­versity, Graduate School of Design in Cambridge in den Jahren 2000 und 2004, der Princeton Uni­versity, School of Archi­tecture in Princeton von 2016 bis 2019 und der Cornell Uni­versity College of Architecture, Art, and Planning in Ithaca, New York im Jahr 2021 wurde sie im Herbst 2022 erneut als John C. Portman Design Critic in Architecture an die Harvard University, Graduate School of Design in Cambridge berufen.

Regine Leibinger ist eine führende Persön­lich­keit in kultur­ellen Ein­richtun­gen und Gremien, unter anderem als Mit­glied der Sektion Bau­kunst an der Akademie der Künste in Berlin, Mitglied des Kura­tori­ums der IBA’27 StadtRegion Stutt­gart und im Kura­torium der American Academy Berlin. Seit 2020 ist sie Mit­glied des Dean’s Leader­ship Council der Harvard Uni­versity, Graduate School of Design und seit 2011 Mit­glied des „Visiting Committee“ am MIT – Massachusetts Institute of Technology, Depart­ment of Archi­tecture in Cambridge. Seit mehreren Jahren ist sie zudem fester Bestand­teil im Auf­sichts­rat der Trumpf Gruppe. Im Jahr 2020 wurde sie vom American Institute of Architects zum AIA Honorary Fellow ernannt. Seit 2022 ist sie Mit­glied in der Stadt­gestaltungs­kom­mis­sion München.

Ebenfalls 2022 gründete Regine Leibinger die gemein­nützige Organi­sation „Experi­mental“, die Projekte fördert, die experi­men­tell in neue Be­reiche der Archi­tek­tur vor­dringen, um die Art und Weise zu ver­ändern, wie und mit was wir bauen.

LINKS
Website barkowleibinger
Experimentalfoundation auf Instagram
Trumpf Corporate Website

LITERATUR
Arch+
Zeitschrift für Architektur und Urbanismus
Ausgabe 248: Stuttgart. Die produktive Stadtregion und die Zukunft der Arbeit

Architectural Design
Ausgabe 91, #5.2021: Production Urbanism. The Meta-Industrial City

Forbes
Juli/August 2019 „Smart Cities“

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Veröffentlichung: 15.05.2023

143 — Keneilwe Munyai
Knowing how to ask for help

Dr. Keneilwe Munyai ist eine un­ab­hängige Be­rater­in für mensch­zentrier­tes Design mit Sitz in Kap­stadt. Sie arbeitet auf dem gesam­ten afrikan­ischen Konti­nent an Pro­jek­ten in den Feldern öko­logisches Unter­nehmer­tum, Auf­bau mensch­zen­trier­ter Design-Inno­vations­kapazi­täten und Stärk­ung der Jugend durch das Pro­gramm „Design Your Life“. Dieses Pro­gramm soll den jungen Menschen helfen, ihr Leben und ihre Beruf­ung sinn­voll zu gestalten.

In der Vergangen­heit hat sie an Hoch­schulen als Design­lehrerin und -forscherin ge­arbeitet. Sie hat auch als Produkt­ent­wickler­in ge­arbeitet. Sie arbeitet auch mit lokalen und inter­natio­nalen Organi­satio­nen zu­sam­men, um Einzel­per­sonen und Organi­sati­onen darin zu schulen und zu be­fähigen, Design als strateg­isches Instru­ment zur Problem­lösung und Inno­vation einzu­setzen. Sie tut dies, weil sie an den Wert von Design glaubt, um zur Lösung einiger der sozio­öko­nomischen Pro­bleme der Gesell­schaft auf dem afrikan­ischen Konti­nent beizu­tragen. Ihr beson­deres Augen­merk gilt der Mensch­lich­keit, Mensch­lich­keit bei der Problem­lösung und der Ent­wick­lung von Lösun­gen für Sek­toren wie den öffent­lichen und privaten Sektor, Nicht­regierungs­organi­satio­nen und im akademischen Bereich.

Sie liebt es, zu Fuß zu gehen, und schätzt sich glücklich, in einer sehr fuß­gänger­freund­lichen Stadt wie Kap­stadt zu leben. Sie liebt auch die Tat­sache, dass die Stadt so­wohl drinnen als auch draußen wirk­lich fantas­tische und immer wieder über­raschende Erleb­nisse bietet. In den letzten Jahren konnte sie mit zahl­reichen Inno­va­toren aus der ganzen Welt zusammen­arbeiten. In diese Arbeits­be­zieh­ungen bringt sie ihre schier un­erschöpf­liche Lern­bereit­schaft und eine Million Warum-Fragen ein. Kom­plexi­tät und Heraus­forder­ungen moti­vieren sie und spornen sie an.

LINKS
Verschiedene Artikel im Zusammenhang mit Keneilwe Munyajs früheren Arbeit, bei der sie mit den Betroffenen zusammen gestaltete:
Wie das Erlernen von Empathie dazu beitragen kann, bessere Gemeinschaftsprojekte in Afrika zu entwickeln.
Design Thinking kann Kinder dazu bringen, die Wissenschaft und sich selbst anders zu sehen.

Artikel über den Wert lokalen Wissens
Traditional toy design – A South-African perspective (PDF)
An exploration of small-scale vegetable tanning in South Africa (PDF)

Mehr über Ubuntu
I am because we are – African philosophy Ubuntu
Ubuntu – The philosophy we need to all follow right now!

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Veröffentlichung: 08.05.2023

142 — Frank Wagner
Creative Business: in München

Frank Wagner startete nach seinem Grafik­design-Studium seine Karriere als Art Direktor bei h, t, p, design in München, verließ nach zwei Jahren die Stadt an der Isar in Richtung Ham­burg zu Scholz & Friends Design, um danach wieder nach München zurück­zu­kehren. Nach kurzer frei­beruf­licher Tätig­keit gründete er, gemein­sam mit Annette Häftlinger, das Grafik­design-Studio häfelinger+wagner design. Im Jahr 2012 trennten sich die Wege der beiden Gründer und Frank Wagner führte die mittler­weile als Design­agen­tur positio­nierte Agentur unter dem Namen hw.design weiter. hw.design betreut Unter­nehmens­kunden von Start-ups bis DAX40 in Fragen des Corporate Branding und der Corporate Com­muni­cation und zählt mit über 500 renom­­mier­ten Design-Awards zu den heraus­ragen­den Design­agen­turen im DACH-Raum. Frank Wagner ist Autor des Buches „The Value of Design“ das 2015 im Hermann Schmidt Verlag ver­öffent­licht wurde. Seit 2016 ist er, gemein­sam mit der Kreativ­direk­torin Veronika Kinczli, Heraus­geber des inter­natio­nalen Design­maga­zins „nomad“, dessen Print-Aus­gabe in mittler­weile rund 30 Ländern ver­trieben wird. Frank Wagner ist Mit­glied in der Typo­grafische Gesell­schaft, München, bei iF Design, Hannover, dem DDC (Deutscher Designer Club) sowie dem Type Directors Club, New York.



LINKS
Die ZEIT
monocle
nomad

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Website bayern design GmbH

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Veröffentlichung: 04.05.2023

141 — Marlene Bruch
Die papplose Pizzapackung

Marlene Bruch studierte an der Griffith Uni­ver­sity Bris­bane, Aus­tralien sowie der Aal­borg Uni­ver­sity Copen­hagen, Däne­mark und schloss das Stu­dium an der der HfG Offen­bach als Diplom Designerin ab. 2021 gründete sie ihre Firma PIZZycle. PIZZYCLE ent­wickelte sich rasant zu einer echten Alter­native zu Ein­mal­ver­pack­ungen und gilt als eine der bisher klüg­sten und durch­dachtes­ten Lö­sun­gen für Lebens­mittel-Mehr­fach­ver­pack­ungen. Vor der Gründung von PIZZycle war Marlene bei ION Design, Berlin, Material-id und Mobile­head Holding sowie Heiliger Design in ver­schieden­en Funkti­onen tätig. Sie hat mehrere Design­preise ge­won­nen und wurde mit dem Deutsch­land­stipendium sowie dem Hessen-Queens­land PROMOS Stipen­dium aus­ge­zeich­net. Sie ist umfang­reich ehren­amt­lich tätig. Sie hat zahl­reiche Aus­stellungs­designs mit­ent­wickelt. Sie bildet sich in Sustain­able Design Theorien und Systeme Social Media Marketing ständig weiter und ist im Sketching (digital and analog), dem Modell­bau (High- und Low-fidelity) sowie der Krea­tion von Brand Identities und Brand Designs ziemlich fit.

LINKS
Artikel von NABU: „350.000 Tonnen Abfall durch Einweggeschirr und To-go-Verpackungen“

LITERATUR
CLEAR, James (2018): Atomic Habits. New York: Avery
RAU, Thomas, OBERHUBER, Sabine (2017): Material Matters. Düsseldorf: Econ WIENER, Scott (2013): Viva la Pizza! The art of the pizza box. New York: Melville House Publishing

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Veröffentlichung: 01.05.2023

140 — Poonam Choudhry
Designkontext? Interkulturell!

Poonam Choudhry ist Designerin, Autorin, Dozentin. In Indien geboren, in Deutsch­land auf­ge­wachsen. Ihren Ab­schluss als Diplom-Textil­design­er­in machte sie an der abk Stutt­gart. Sie leitet mit ihrem Partner Martin Bargiel das inter­diszi­pli­näre Design­büro poonam­designers für Produkt- und Textil­design, sowie Interiors.

Der Fokus ihrer Gestalt­ung liegt auf das Well­being des Menschen. Inter­kultur­elle Aspekte fließen in ihre Kon­zeption für Design und Raum mit ein. Diese ent­werfen sie mit nach­haltigen Materialien und auf­ein­ander abge­stimmten Farben, um gesunde Räume für den Menschen im Ein­klang mit der Natur zu schaffen. Texturen, Ober­flächen und Textilien sind Poonams Thema. Zusammen mit Martin als Kom­muni­kations­designer ent­wickelt sie auch Raum­teiler und Wand­ge­staltung für Räume. Im Produkt­design ent­wickeln sie Möbel und zum Bei­spiel einen Salz-Pfeffer­streuer, der bei WMF seit einigen Jahren erfolg­reich läuft.

Sie reist sehr viel und schreibt regel­mäßig Essays und Fach­artikel über Design und Archi­tektur und lehrt an ver­schiedenen Hoch­schulen in den Fach­richtungen Design, Archi­tektur und Stadt­planung, z.Zt. an der HFG Schwäbisch Gmünd und der Hochschule Darmstadt.

Seit 2016 veran­staltet und kura­tiert das Studio die Creative­Days Stutt­gart – eine inter­natio­nale Platt­form für den Aus­tausch von Design, Arts, Archi­tec­ture, Urbanism. Sie bestehen aus einem Sym­posium und Design­events, die an ver­schiedenen Orten in Stutt­gart im Juli statt­finden. Zum Sym­posium werden inter­natio­nale und lokale Designer, Denker, Archi­tekten und Stadt­planer, sowie Nach­wuchs­talente einge­laden. Ein Schwer­punkt ist dabei Indien.

Bei all der kreativen Arbeit mit Design lebt sie das „Wellbeing“ prak­tisch mit Yoga – Poonam ist aus­ge­bildete Yoga­lehrer­in. Sie ist Mit­glied und Direc­tor Inter­kultur­elles Design im DDC (Deutscher Designer Club), Beirat in der deutsch-indischen Gesell­schaft. Sie sagt: „Zum Well­being des Menschen gehört die Harmonie zwischen body, mind, soul and space.“

LINKS
poonamdesigners
CreativeDays Stuttgart
CreativeDays Stuttgart bei Instagram
CreativeDays Stutttgart bei YouTube
poonamDesigners bei LinkedIn

PUBLIKATIONEN
Artikel im md-Magazin
Publikationsliste

LITERATUR
YANAGI Soetsu (2017). The Beauty of Everyday Things. Edition Penguin Classics (2018).
SENNETT Richard. The Craftsman. Yale University Press (2008).
SENNETT, Richard (2019). Die offene Stadt. Hanser Berlin in der Carl Hanser Verlag GmbH & Co KG, München, (2018)
SONTAG, Susan (2017). Stories. Penguin Books, Penguin Random House. Irland (2018)
DEYAN Sudjic (2008). The Language of Things. Penguin Books, England (2009)
BACHELARD, Gaston (1957). Poetik des Raumes. Carl Hanser Verlag, München (2014)
KUNO Naomi and FORMS Inc. / Color Intelligence Institute (1999). Colors in Context. Graphic-Sha Publishing Co., Ltd. (1999)
CHAWLA, Dr. Puneet (2008). Vaastu – Secrets for a Better Life. Bennett, Coleman & Co KG. Ltd. (2008).
FERNANDEZ Naresh. City a Drift – A Short Biography of Mumbai. Aleph Book Company, New Delhi (2013).

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Veröffentlichung: 24.04.2023

139 — Leyla Acaroglu
Design Disruption

Leyla Acaroglu ist eine aus­tral­ische Design­erin, Nach­haltig­keits­inno­va­torin und Päda­gogin. Sie ist Grün­derin zweier Design­agen­turen: Disrupt Design und Eco Inno­vators. Außer­dem gründete sie die UnSchool, ein Pop-up-Pro­gramm, das die her­kömm­liche Art und Weise, Wissen zu er­werben und weiter­zu­geben, durch­bricht; das Programm wurde mit dem Core77 Design Education Initiative Award aus­ge­zeich­net. Acaroglu hat die von ihr soge­nannte Dis­rup­tive Design Method ent­wickelt. 2016 wurde sie vom Umwelt­pro­gramm der Ver­einten Natio­nen (UNEP) zum „UNEP Champion of the Earth“ er­nannt, weil ihre Aktio­nen einen nach­weis­baren trans­forma­tiven und posi­tiven Ein­fluss auf die Um­welt hatten. Sie brach ihr Design­studium ab, um ein sozial­wissen­schaft­liches Studium mit dem Schwer­punkt öko­logischer Nach­haltig­keit zu absol­vieren. Und sie wurde an der Fakul­tät für Archi­tektur und Design des RMIT in Mel­bourne, Aus­tralien promo­viert.

Dieser DDCAST ist in Zusam­men­arbeit mit bayern design im Rahmen der dies­jährigen munich creative business week entstanden, die vom 06. bis 14. Mai 2023 stattfindet.



LINKS
Website von Leyla Acaroglu
Instagram-Profil von Leyla Acaroglu
Unschool, von ihr gegründet
Coproject, von Leyla mitinitiiert
Artikel von Leyla selbst zu ihrer Mission und ihrer Arbeit

Website mcbw
Website bayern design GmbH
Beitrag zum Jahresmotto der mcbw 2023
Beitrag zum mcbw talk&connect 2023 mit Leyla Acaroglu

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Veröffentlichung: 20.04.2023

138 — Tobias Adami
Leveraging Creative Friction

Tobias Adami ist seit 2015 als Creative Director Design bei Design­works, dem Design- und Inno­vations­studio der BMW Group tätig. Hier leitet er Pro­jekte für externe Kun­den in einem inter­natio­nalen und inter­diszi­pli­nären Team und berät diverse Fach­be­reiche bei BMW. Schwer­punkte liegen in den Be­reichen Auto­mo­tive (BMWSonder­zubehör und BMWLife­style), Trans­porta­tion Design (Land­wirt­schaft- und Forst­maschinen) sowie Infra­struk­tur (Elektri­fi­zier­ung & mobile Urbani­tät). Dabei ver­zahnt er die Dis­ziplinen Indus­trial- und Inter­action­design sowie Strategie and Design Re­search als auch die Teams an den Studio­stand­orten Los Angeles und Shanghai.

Seine Expertise in Design, Engi­neering und Inno­vation bringt er in Schlüssel­themen wie Pro­duk­tion, Auto­mati­sier­ung, Konnek­tivi­tät, naht­lose und benutzer­zen­trierte Produkt­ent­wick­lung, Design- und Port­folio­strate­gie, ganz­heit­liche Visions­an­sätze, Service Design und Material Intelli­gence und holistische Erlebnis­welt ein.

Der Aus­tausch mit Ge­schäfts­partnern aus ganz Europa, Asien und Nord­amerika stärkt sein tiefes Ver­ständ­nis in einem globalen kultur­ellen Kon­text. Über das operative Design hinaus be­fähigt er strategische Partner­schaften und ein viel­schicht­iges Projekt­manage­ment auf globaler Basis.

Direkt nach und schon während seiner Aus­bildung als Diplom-Indus­trial Designer an der Uni­versi­tät GH Essen, war er bis Ende 2008 als Designer und Projek­tleiter in ver­schiedenen Design­studios tätig; bei Lengyel Design, Essen, und Vista­park, Wupper­tal. Von 2003 bis 2008 arbeitete er als Senior Designer und Leiter der Ab­teilung Product im Studio Hannes Wett­stein, Zürich, für inter­natio­nal renom­mierte Unter­nehmen in den Be­reichen Product, Furni­ture & Light (Molteni, Cassina, Vitra, Belux), Archi­tec­ture und Private Space.

Während dieser Zeit reali­sierte er span­nen­de Themen u.A. in der Zu­sam­men­arbeit mit Gigon Guyer, Herzog & de Meuron, Ingo Maurer und James Turrell. Von 2009 bis 2015 betreute er selb­ständig im eigenem Design­studio Kunden von München aus. Viele seiner Arbeiten wurden mit Awards aus­ge­zeichnet (IF Award, RedDot, EISA Award). Seine Exper­tise auf dem Gebiet neuer Materi­alien und Techno­lo­gien als Kataly­sator für inno­vative Produkt­konzepte be­fähigte ihn zu Vor­trägen auf Fach­ver­an­stalt­ungen und Sym­posien (z.B. „Material Vision 2007“ Rat für Form­gebung / German Design Council).

Neben seiner haupt­be­ruf­lichen Tätig­keit war er von 2007 bis 2013 als Do­zent, Be­treuer und Prüfer zahl­reicher Diplom­arbeiten an Hoch­schulen für Gestalt­ung aktiv. An der HFG Schwäbisch-Gmünd lehrte er die Fächer „Produkt und Prozess“, „Grund­lagen der Produkt­ge­staltung“ und an der FH München „Inno­vations­metho­dolo­gie“ (Master­studiengang) sowie „Gestaltungs­grund­lagen“. Schwer­punkte waren die system­atische Aus­ein­ander­setz­ung mit gestalter­isch ästhetischen Fragen im Bereich technischer Produkt­sys­teme in Hin­blick auf Inno­vation, Ergono­mie und Usability im Kon­text indus­tri­eller Serien­produk­tion und Anwender­erlebnis. 

LINKS
BMW Designworks auf der BMW Corporate Seite
50 Jahre Designworks

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Veröffentlichung: 17.04.2023

137 — Niklas Fiedler
Totalitarismus mit Design begegnen

Niklas Fiedler ist frei­schaf­fen­der Maler, Graphic Novel-Artist und Kinder­buch­autor sowie Kunst­lehrer aus Frank­furt am Main. Er studierte von 2010 bis 2017 an der Goethe-Uni­versi­tät Philoso­phie, Kunst­ge­schichte und Kunst­päda­gogik, und schloss das Studium mit Ab­schluss­arbeiten über Nietz­sches „Also sprach Zara­thustra“ und Art Spiegel­mans „MAUS“ ab. Während dieser Studien­zeit ent­standen sechs Graphic Novels, die sich auf un­kon­ventio­nelle Weisen mit ethischen Fragen be­schäftigen und im Selbst­verlag heraus­ge­geben wurden. Das letzte Graphic Novel „Der letzte Nazi“ wurde 2018 im Kunst­verein Familie Montez aus­ge­stellt und von Fiedler jeden Abend in szenischen Lesun­gen vor­ge­tragen. Durch Crowd­funding finan­ziert ent­stand ein Hör­buch von „Der letzte Nazi“. Von 2017 bis 2021 war Fiedler Mit­glied im Freien Schau­spiel En­sem­ble und wirkte an der Eigen­produk­tion „Sei frei, immer!“ mit. 2020 voll­endete Fiedler sein Kinder­buch „Otto der Okto­pus“, in dem es um einen Tinten­fisch geht, der nicht nur seine Farbe und seine Form ver­än­dern kann, sondern auch seinen Stil. Seit 2020 ist Niklas Fiedler Kunst­lehrer am Erasmus-Gym­nasi­um in Frank­furt am Main.

LINKS
www.zarathroxa.de
www.instagram.com/fiedler.niklas
Hörbuch „Der letzte Nazi“
übermorgen – der synästhetische Film 
Corporate Therapy Podcast „Dresscodes – Kleider machen Leute“
Coronaversion von „Sei frei, immer“
NIETZSCHE, Friedrich (2015): Die Geburt der Tragödie / Unzeitgemäße Betrachtungen, München: dtv
NIETZSCHE, Friedrich (2016): Also sprach Zarathustra, Stuttgart: Reclam Verlag
NIETZSCHE, Friedrich (2006): Jenseits von Gut und Böse, Köln: Anaconda Verlag
NIETZSCHE, Friedrich (2010): Zur Genealogie der Moral, Köln: Anaconda Verlag
FOUCAULT, Michel (1976): Überwachen und Strafen – Die Geburt des Gefängnisses, Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag
SPIEGELMAN, Art (1987): MAUS (Part I and II), London, UK: Penguin Books
PERRY, Grayson (2017): The Descent of Man, St. Ives, UK: Penguin Books
BUTLER, Judith (2005): Gefährdetes Leben – politische Essays, Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag

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Veröffentlichung: 03.04.2023

136 — Ove Petersen
100% erneuerbare Energie für alle. Jetzt.

Im November 1981 stand ich bei meinen Schwestern im Zimmer. Von hier oben konnte ich von unserem Bau­ern­hof auf den Deich gucken. Es war Sturm­flut und die Wel­len peitsch­ten über den Deich. Da habe ich als Sieben­jähriger ge­sehen, welche Ge­walt die Natur hat. Da können wir kein Veto ein­legen. Pause drücken. Hier an der Küste haben wir klar vor Augen, welche Kraft die Natur ent­wickeln kann. Und wir sehen, welche Risiken in der Klima­krise stecken, wenn die Meeres­spiegel steigen und extreme Wetter­ereig­nisse zu­nehmen. Aber: Wir wissen auch, welche Chancen die Energie­wende unserer Wirt­schaft im länd­lichen Raum und unserer Gesell­schaft bietet. Der Koog, in dem ich auf­ge­wachsen bin, ist Pionier­land. Erst vor 116 Jahren einge­deicht, gab es hier Raum zu er­schließen und zu beack­ern. Und dieser Pionier­geist zieht sich durch. Im Koog und in mir. Ich war nie der beste Schüler, ich konnte mir aber immer schon viel vor­stellen. Real­schul­ab­schluss, land­wirt­schaft­liche Lehre, Abitur auf dem zweiten Bildungs­weg. Und ich war immer offen für Anderes, für Neues. Ich war Rettungs-Sani­täter, hab studiert, den Betrieb meiner Eltern über­nom­men, sogar mal zwei Jahre Soft­ware ver­kauft. Und ich habe ange­fangen, eigene kleine Erneuer­bare-Ener­gien-Pro­jekte um­zu­setzen. Schon während meines Studiums hatte mein Vater hier in der Gemein­de einen Windpark projek­tiert. Er war und ist auch mein größter Moti­vator. Nie hat er mich einge­schränkt. Im Gegenteil, er kann sich bis heute vieles vor­stellen und war schon immer offen für Veränder­ungen. Dieser Pionier­geist und diese Offen­heit haben dazu ge­führt, dass ich als Land­wirt die Land­wirt­schaft in Verwalter­hände über­geben konnte, und dass ich gemein­sam mit meinem Studien­kollegen Hein­rich Gärt­ner ein neues Unter­nehmen ent­wickeln konnte: GP JOULE, ein Unter­nehmen, das sich ganz einem Ziel ver­schrie­ben hat: 100 Prozent Erneuer­bare Ener­gien für alle. Jetzt. Es ist alles mög­lich. Wir können die Energie­wende schaffen. Wir können uns selbst mit Strom, Wärme und Wasser­stoff aus Erneuer­baren Ener­gien ver­sorgen. Wir können emis­sions­frei mobil sein. Die Techno­lo­gien sind da. Es liegt nur an uns. Dabei sind die Paral­lelen zur Land­wirt­schaft im­mer prä­sent. So ist die Versorgungs­sicher­heit mit Nahrungs­mitteln aus dem eigenen Land mittler­weile auch auf die Erneuer­bare Energie­versor­gung über­trag­bar und die Ver­ed­lung vom Weizen zum Brot gar nicht so weit weg von der Vered­lung der Kilo­watt­stunde Strom zum Kilo­gramm Wasserstoff.

LINKS
Unternehmenswebsite GP JOULE 
en-Roads. Cimate Interactive Rechner MIT Sustainable Management Initiative
SZ-Klimamonotor: Wie der Mensch die Erde zerstört – und wie wir sie noch retten können. Die wichtigsten Daten und Hintergründe zu Klimawandel und Energiewende.
eFacts, Fakten für die echte Energiewende
GÖPEL, Maja (2020): Unsere Welt neu denken. Berlin: Ullstein
SCHEER, Hermann (2010): Der energethische Imperativ. 100 Prozent jetzt. Wie der vollständige Wechsel zu erneuerbaren Energien zu realisieren ist. München: Kunstmann

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Veröffentlichung: 27.03.2023

135 — Bianca Herlo
Digital Justice. Now.

Bianca Herlo ist Design­forscher­in, Gestalt­er­in und Dozent­in mit den Schwer­punkten Civic Design, Social Design und Digital Justice. Sie ist Forschungs­gruppen­leiterin am Weizen­baum-Institut für die ver­netzte Gesell­schaft und ver­waltet die Pro­fessur für Design­wissen­schaft an der HBK Braunschweig.

Im Fokus ihrer Arbeit stehen Fragen nach sozialer und digi­taler Teil­habe und nach der gesell­schaft­lichen Verant­wort­ung von Design im Kon­text des digi­talen Wan­dels. In ihren Pro­jek­ten geht es darum, ver­schiedene Per­spek­­tiven und Wissens­formen mit dem Ziel einer ge­rechteren Digitali­sier­ung zu­sam­men­zu­bringen. Themen wie Migra­tion und gesell­schaft­licher Wan­del liegen der aus Rumä­nien Ein­ge­wan­derte beson­ders am Her­zen. Ihre praxis­basierte For­schung ge­staltet sie inte­gra­tiv und trans­diszi­pli­när, sie arbeitet zu­sam­men mit Wissen­schaft­ler­*innen ver­schiedener Dis­zi­pli­nen sowie mit Künstler­*innen, Akti­vist­*innen, polit­ischen Ent­schei­dungs­träger­*innen und Ver­treter­*innen der Zivil­gesell­schaft – aus der Über­zeu­gung her­aus, dass man, wenn es um trans­forma­tive For­schung und Praxis geht, nur im Dialog mit­ein­ander und grenz­über­greifend voran­kommt.

Bianca enga­giert sich in zahl­reichen wissen­schaft­lichen Grem­ien und Netz­wer­ken. Sie ist Gründungs­mit­glied des inter­natio­nalen Social Design Net­work und Mit­glied im iGDN. Seit 2021 ist sie Vor­sitzende der Deutschen Gesell­schaft für Design­theorie und -forsch­ung (DGTF). 2022 richtete sie gemein­sam mit UdK-Kolleg­*innen die Weizen­baum Con­feren­ce aus, die sich mit Souver­äni­täts­prak­tiken als Voraus­setzung für eine kritische Teil­habe am digitalen Wan­del aus­ein­ander­setzte. Zu ihren jüngsten Aktivi­täten gehört der Podcast „Purple Code. Inter­sectio­nal Feminist Per­spec­tives on Digital Technologies“, den sie mit Sana Ahmad und Lena Ullrich vom Weizen­baum-Institut hostet.

LINKS
Podcast „Purple Code. Intersectional Feminist Perspectives on Digital Technologies“
Weizenbaum Conference 2022: „Practicing Sovereignty. Interventions for open digital futures“
Interview mit Bianca Herlo in der PAGE
Bianca Herlo beim Weizenbaum-Institut
Bianca Herlo beim Design Research Lab
Bianca Herlo bei LinkedIn

LITERATUREMPFEHLUNGEN
Benjamin, R. (2019): Race After Technology: Abolitionist Tools for the New Jim Code. Cambridge: Polity Press.  Costanza-Chock, S. (2020): Design Justice. Community-Led Practices to Build the Worlds We Need. Boston: MIT Press.  Crawford, K. (2013): The Hidden Biases in Big Data, in Harvard Business Review retrieved from the Internet here https://hbr.org/2013/04/the-hidden-biases-in-big-data.  Criado-Perez, C. (2019): Invisible women. Exposing data bias in a world designed for men. Chatto & Windus.  Couture, S. and Toupin, S. (2019): „What does the notion of “sovereignty” mean when referring to the digital?„ new media & society: Volume: 21 issue: 10, page(s): 2305-2322. doi: 10.1177/1461444819865984.  Dewey, J. (1939): Creative Democracy: The Task Before Us. In: John Dewey and the Promise of America, Progressive Education Booklet, No. 14, American Education Press.  Herlo, B., Irrgang, D., Joost, G., Unteidig, A. (eds.) (2021): Practicing Sovereignty. Digital Involvement in times of Crises. Bielefeld: transcript. DOI:  Mareis, C. & Paim, N. (2021): Design struggles. Intersecting Histories, Pedagogies, and Perspectives, valiz.  Ragnedda, M. (2018): Conceptualizing Digital Capital, in: Telematics and Informatics, Vol. 35, No. 8, p. 2366-2375.  Schalansky, J. (2020): Verzeichnis einiger Verluste, Berlin: suhrkamp Verlag.  Srinivasan, R. (2017): Whose Global Village? Rethinking How Technology Shapes Our World, New York: New York University Press.  van Deursen, A. J. A. M., & Helsper, E. J. (2015): The Third-Level Digital Divide: Who Benefits Most from Being Online?. Communication and Information Technologies Annual (Studies in Media and Communications, Volume 10). Emerald Group Publishing Limited, pp. 29-52.  Zuboff, (2019): „The age of surveillance capitalism: The fight for a human future at the new frontier of power“, in: Profile Books. Srnicek, N. (2017), Platform Capitalism, Polity Press.

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Veröffentlichung: 20.03.2023

134 — Kai Vöckler & Peter Eckart
Gemeinwohl & Mobilitätsdesign

Prof. Dr. Kai Vöckler ist Urbanist in Offen­bach am Main. Grün­dungs­mit­glied von Archis Inter­ven­tions. Stadt­ent­wick­lung­s­pro­jekte in Deutsch­land und Süd­ost­europa. Stadt­forschungs­pro­jekte in Europa und Asien. Wett­be­werbe und städte­bauliche Pro­jekte mit Land­schafts­archi­tekten und Archi­tekten. Publi­kationen zu kunst­theo­ret­ischen und urba­nist­ischen Themen. Promo­tion in Kunst­wissen­schaft über Raum­bilder des Städt­ischen. Kur­ator von Aus­stell­ungen an euro­päischen Kultur­insti­tuti­onen. 2010–2021 Stiftungs­pro­fessur für Krea­tivi­tät im urbanen Kon­text. Seit Winter­semester 2021 Profes­sor für Urban Design am Fach­bereich Design der Hoch­schule für Gestalt­ung (HfG) Offen­bach. Zu­sam­men mit Peter Eckart hat er mit dem OIMD – Offen­bach Institute of Mobility Design den Forschungs­schwer­punkt Mobilitäts­design etabliert.

Prof. Peter Eckart ist Designer in Frank­furt. Er studierte an der GHS Wupper­tal und der HfbK Ham­burg bei Prof. Peter Raacke und Prof. Dieter Rams. Bis 1993 arbeitete er als Produkt­designer bei Braun. Bis 2000 arbeitet er gemein­sam mit Olaf Barski als Eckart+Barski Design und heute mit unit-design in Frank­furt und Bern. Für Kunden wie die Stadt Frank­furt, EZB, FraPort, Luft­hansa, Deutsche Bahn, Karls­ruher Verkehrs­verbund, Deutsche Bank, City of Riyadh, City of Paju, Roche, Siemens u.a. entwickelt das Büro Design im öffent­lichen Inter­esse und Mobili­tät. Nach Lehr­auf­trägen an der Hoch­schule Darm­stadt ist Peter Eckart seit 1999 Pro­fes­sor für „Inte­grieren­des Design“ an der HfG-Offen­bach und Vize­präsi­dent. Zusam­men mit Kai Vöck­ler hat er mit dem Offen­bach Institute of Mobility Design (OIMD) den Forschungs­schwerpunkt etabliert.

LINKS
Das Offenbach Institut für Mobilitätsdesign
Der Mobility Design Guide
unit design / Mobilitätsstation Regiomove
unit design / Deutsche Bahn Zim
Die im DDCAST besprochenen Publikationen
Perspektive Mobilität | Hessen schafft Wissen (Video)

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Veröffentlichung: 13.03.2023

133 — Thilo Schwer
Serious Games & Produktsprache

Thilo Schwer ist Produkt­gestalter und Design­wissen­schaftler. Er studierte 1993–2001 an der Schule für Gestalt­ung in Basel und der HfG Offen­bach. 2002 erfolgte mit Sybille Flecken­stein und Jens Pohl­mann die Grün­dung des Design­studios speziell® in Offen­bach, das für bekannte Unter­nehmen im Konsum­güter­be­reich tätig ist. Die Ent­würfe von speziell® wurden mehrfach inter­natio­nal ausgezeichnet.

Ab 2006 widmet sich Thilo Schwer design­wissen­schaft­lichen Themen. Seine Promotion 2014 an der Folkwang Uni­versi­tät in Essen trug den Titel „Produkt­sprachen: Design zwischen Unikat und Industrie­pro­dukt“. Seit 2011 lehrt er Design­ge­schichte, Design­theorie, Design­metho­do­lo­gie und Theo­rien der Produkt­sprache – u. a. an der Folk­wang Uni­versi­tät der Künste, der Goethe Uni­versität in Frank­furt/Main und der HfG Offen­bach. 2019/20 war er Ver­tretungs­pro­fessor für Produkt­sprache und Produkt­design an der HfG Offen­bach.

Seit 2019 ist Thilo Schwer Professor für Design­geschichte und -theorie, ab 2021 Leiter des Instituts für Kunst- und Design­wissen­schaft an der Hoch­schule der bildenden Künste in Essen (HBK Essen). Schwer­punkte seiner Arbeit liegen in der Theorie der Produkt­sprache, der Erfor­schung von Gestalt­ungs­mit­teln im Kon­text historischer und zeit­genös­sischer Ent­wick­lungen sowie in den Methoden des Designs im Entwurfs­pro­zess. Thilo Schwer ist Gründungs­mit­glied von design inclusion e.V. und Vor­stand der Gesell­schaft für Design­geschichte e.V. (GfDg). Gemein­sam mit Siegfried Gronert initiierte er die Schriften­reihe der GfDg, die er seit 2021 zusam­men mit Melanie Kurz heraus­gibt (2023: Design für Spiel Spaß Span­nung – Gestalt­ung von Artefakten zum spieler­ischen Han­deln, 2022: Raster, Regeln, Ratio – Syste­matiken und Norm­ungen im Design des 20. Jahr­hunderts, 2021: Design­ent­scheidungen – Über Begrün­dungen in Entwurfs­pro­zessen). 2021 erschien in Heraus­gabe mit Kai Vöckler „Der Offen­bacher Ansatz – Zur Theorie der Produkt­sprache“, 2022 zusam­men mit Melanie Kurz „Geschichte des Designs“ in der Reihe „Wissen“ von C. H. Beck.

LINKS
Thilo Schwer Produkt Interaktion Kontext Blog
Designstudio Speziell
Designstudio Speziell bei Instagram
Hochschule der Bildenden Künste Essen
Gesellschaft für Designgeschichte
designinclusion e.v.

LITERATUR
Baecker, Dirk: Studien zur nächsten Gesellschaft. Frankfurt am Main: Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft 2007   Bonsiepe, Gui: Interface: Design neu begreifen. Mannheim: Bollmann 1996.   Bonsiepe, Gui: „Vom Design Turn zum Project Turn“, in: Schwer, Thilo und Kai Vöckler (Hrsg.): Der Offenbacher Ansatz: Zur Theorie der Produktsprache. Bielefeld: transcript Verlag 2021, S. 342–350.   Freyermuth, Gundolf S.: Games, Game Design, Game Studies: eine Einführung. Bielefeld: Transcript 2015.   Freyermuth, Gundolf S., Fabian Wallenfells und Dominik Wessely (Hrsg.): Serious games, exergames, exerlearning: zur Transmedialisierung und Gamification des Wissenstransfers. Bielefeld: Transcript 2013.   Groll, Sandra: Zwischen Kontingenz und Notwendigkeit. Zur Rolle des Design in der Gesellschaft der Gegenwart. transscript: Bielefeld 2022   Kragenings, Fabian: Prozess als Gestalt: Parametrie als grundlegendes Funktionsprinzip von Gestaltung. Bielefeld: transcript 2022.   Krippendorff, Klaus: Die semantische Wende. Eine neue Grundlage für Design. Basel: Birkhäuser 2010.   Petruschat, Jörg: „Prototyping. Von Grund auf. Einige Bemerkungen zum Experimentieren im Design.“, in: Marguin, Séverine u. a. (Hrsg.): Experimentieren. Einblicke in Praktiken und Versuchsaufbauten zwischen Wissenschaft und Gestaltung. Bielefeld: transcript 2019, S. 227–245.   Schwer, Thilo: Produktsprachen: Design zwischen Unikat und Industrieprodukt. Bielefeld: transcript 2014.   Schwer, Thilo und Kai Vöckler (Hrsg.): Der Offenbacher Ansatz. Zur Theorie der Produktsprache., Bielefeld: transcript 2021.

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Veröffentlichung: 06.03.2023

132 — Jochen Rädeker
Design; Management

Jochen Rädeker gehört als Designer, Stratege, Lehrender und Autor zu den profi­lier­tes­ten Krea­tiven in Deutsch­land. Er studierte 1988 – 1994 Grafik­design an der Kunst­aka­demie Stutt­gart und machte sich noch im Studium selb­ständig. 1996 gründete er neben einer Event­agentur zusam­men mit Kirsten Dietz die Design­agentur strich­punkt und 2013 das Design­label type hype. Bis heute ist er Geschäfts­führer der Firma Strich­punkt, die mit Haup­tsitzen in Stutt­gart und Berlin zu den größten und re­nom­mier­tes­ten Design­agen­turen der Re­pub­lik gehört. Strich­punkt be­treut heute mit rund 130 Mit­arbeiter­*innen als globale Lead­agen­tur die Mar­ken u.a. von Audi, DFB, DHL, der F.A.Z, Otto Group oder Skoda. Strich­punkt hat darüber hin­aus viel­fach aus­ge­zeich­nete Marken­auf­tritte u.a. für die Commerz­­bank, Daimler, delivery hero, die Ruhr­trien­nale, die Staats­theater Stutt­gart und Dresden, den SWR oder Vor­werk sowie für große chinesische Unter­nehmen wie deli oder Weima ge­schaf­fen und rund 500 Ge­schäfts- und Nach­haltig­keits­berichte für Unter­nehmen von A wie adidas bis Z wie Zalando kon­zi­piert. Auf­sehen er­reg­ten u.a. das erste kom­plett digi­tal ge­dachte und voll­ständig ge­codete Corpor­ate Design (für Audi 2016, auch der Re­launch 2021 stammt von Strich­punkt) und der erste Ein­satz von künst­licher Intelli­genz für ein Brand-Por­tal (für die DHL 2018). Seit 2021 ist Strich­punkt Teil der myty group ag, deren Strategy Board Jochen leitet. Seit 2012 ist er außer­dem Pro­fes­sor für Cor­por­ate Design und Cor­por­ate Identity an der hoch­schule kon­stanz, forscht u.a. zur Wahr­nehm­ungs­psych­o­logie und ist seit 2019 Dekan der Fakul­tät für Archi­tek­tur und Gestalt­ung. Zuvor war er neun Jahre Vor­stands­mit­glied des Art Direc­tors Club für Deutsch­land (adc), von 2009 bis 2012 als dessen Präsi­dent. Jochen Rädeker berät Unter­nehmen und Insti­tutio­nen in der Marken- und Kom­muni­kations­strategie, gibt Semi­nare und führt Work­shops durch. Er hat mehrere Bücher ge­schrie­ben, ist regel­mäßig Keynote Speaker bei inter­natio­nalen Kon­gres­sen und Juror bei diversen Awards. Er ist ver­heiratet, hat einen er­wach­senen Sohn und zwei kleine Kinder und lebt am Boden­see. Neben seinen Kin­dern, Pro­fes­sur und Agen­tur be­schäf­tigt er sich mit eigenen Kunst- und neuen Buch­pro­jekten, Kuli­narik und nach­haltiger Gemein­schafts­ver­pflegung, kocht und segelt gerne und reno­viert eine alte Mühle.

LINKS
www.sp.design
www.typehype.com
www.htwg-konstanz.de/bachelor/kommunikationsdesign
www.myty.com
www.food-and-health.org

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Veröffentlichung: 27.02.2023

131 — Michaela Leitner
Fem Facts und Gender Gaps

Michaela Leitner ist frei­beruf­liche Design­erin und Lettering Artist in Augs­burg. Sie studierte Graphic Design an der Falmouth University in Corn­wall, Kommuni­kations­design (B.A.) und Trans­formation Design (M.A.) an der Hoch­schule Augsburg. Heute gestaltet sie Kom­muni­kation und – im besten Fall – Veränderung.

Schon seit Jahren beschäftigt sie sich mit dem Thema Gleich­berechti­gung und der Frage, wie sie als Design­erin dieser Thematik im All­tag zu mehr Auf­merk­sam­keit ver­helfen kann. Ob durch Text, Illustration, Grafik, Letter­ing oder auch mal (schlechten) Humor und Sarkas­mus – um dieses Ziel zu er­reichen sind ihr fast alle Mittel recht.

Für ihre Bachelor­arbeit schrieb sie 2018 Auszüge aus dem Grund­gesetz händisch: Unperfekt und gegen­sätz­lich und den­noch am Ende eine visu­elle Ein­heit. Am Ende des Experi­ments ent­stand eine neon­farbene Sieb­druckserie.

Ihre Masterarbeit 2021 in Trans­formation Design endete in einem knapp 200-seitigem, illus­trierten Sachbuch: „FemFacts – Von Sexismen, Gender Gaps und anderen Absur­ditäten“, welches 2022 bei &Töchter in München erschien. Das Buch ist eine femi­nis­tische Bestands­auf­nahme – manch­mal amüsant, meistens haar­sträubend.

MICHAELA LEITNERS BUCH
LEITNER, Michaela, FEM FACTS Von Sexismen, Gender Gaps und anderen Absurditäten, &Töcher-Verlag, München, 2022

LINKS
www.michaelaleitner.com
www.instagram.com/michimalistisch
www.linkedin.com/in/michaela-leitner-a927a7197
www.und-toechter.de/femfacts

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Veröffentlichung: 20.02.2023

130 — Ursula Tischner
Eco- statt Ego Design

Ursula Tischner ist eine deutsche Design­erin, Design-For­scher­in, Design-Be­rater­in und Design-Lehrende mit Schwer­punkt Design für Nach­haltig­keit, Circular Design, Social Design und Eco­design. Sie studierte Archi­tek­tur and der Rhein­isch-West­fäl­ischen Technischen Hoch­schule Aachen, Objekt Design/Kunst im öffent­lichen Raum an der Fach­hoch­schule Aachen und Produkt-Design/Indus­trial Design an der Uni­versi­tät Wupper­tal. Bereits während des Studiums in den frühen 1990er Jahren fokus­sierte sie auf öko­logisch und sozial sinn­volles Design von Pro­dukten, Dienst­leist­ungen und Sys­temen. Nach ihren Bachelor und Master­abschlüssen war sie über 4 Jahre im Wupper­tal Insti­tut für Klima, Um­welt und Ener­gie tätig, wo sie forschte und ihre ersten Publi­katio­nen ver­fasste. Im Jahr 1996 gründete sie econcept, Agentur für nach­haltiges Design in Köln und leistete damit Pionier­arbeit im Bereich des Eco- und nach­haltigen Designs. Seitdem berät sie mit econcept Unter­nehmen im Bereich des nach­haltigen Designs, führt Forschungs­pro­jekte durch, ent­wickelt und gestaltet Lösungen, publi­ziert und ist in Aus- und Weiter­bildung im In- und Ausland tätig.

Wichtige Stationen in ihrer Lehr­tätig­keit seit 1995 waren zum Beispiel: Profes­sur für Eco­design an der Design Academy Eind­hoven, und Leitung // Lang­jährige Lehre zum Thema Öko-Design an der Züricher Hoch­schule der Künste im Fach­be­reich Design, CH // Leitung des Master­pro­gramms Sus­tain­ability Design am Savan­nah College of Art and Design, USA // Leitung des Master­pro­gramms Eco-inno­vative Design an der Fach­hoch­schule Joan­neum in Graz, AT // An der Wilhelm Büchner Hoch­schule, Darm­stadt ver­ant­wortet Ursula Tischner als Pro­fes­sorin für nach­halt­iges Design den Bachelor Studien­gang „Nach­haltiges Design“.

Ursula Tischner kon­zipierte, leitete und be­teiligte sich an diver­sen For­schungs­pro­jekten im Bereich des nach­haltigen Designs und der Inno­vation für Nach­haltigkeit. Bei­spiel­haf­te For­schungs­vor­haben sind: BB Clean Interreg Projekt zur „sauberen“ Ver­brennung/ Nutz­ung von Biomasse im Alpen­raum // Sustain­ability Maker, open innovation, crowd sour­cing and crowd fun­ding for Sustain­able Solutions, euro­päisches LIFE Projekt // SCORE – Sustain­able Con­sum­ption Research Ex­change, euro­päisches Forschungs­netz­werk zum Thema Nach­haltige Produktions- und Konsum­systeme // SusProNet – Sustain­able Product Service Net­work, euro­päisches Forschungs­netz­werk zum Thema Nach­haltige Produkt-Dienst­leistungs­systeme // MEPSS – Product Service Systems Metho­dology, euro­päisches Forschungs­pro­jekt zum Thema Methoden zur Ge­stalt­ung und Evalu­ierung von Produkt-Dienst­leistungs­sys­temen. Ent­wicklung eines Tool­kits für Indus­trie. // NIOS – Nach­haltige Inno­vationen im Out­door-Sport-Sektor (Deutsche Bundes­stiftung Umwelt, DBU) // ecobiente – Nach­haltige Güter erfolg­reicher ge­stalten und ver­markten, emotio­nale und ästhet­ische Aspekte des nach­haltigen Designs (Bundes­ministerium für Bildung und Forschung, BMBF) // Das Nach­haltige Büro, System­inno­vationen für Nach­haltig­keit (Bundes­minis­terium für Bildung und Forschung, BMBF) // Ecodesign im gestalt­enden Hand­werk, Inte­gra­tion von öko­logischen Kriter­ien in die täg­liche Ent­wicklungs­praxis, in Zu­sam­men­arbeit mit der Aka­demie für Gestalt­ung im Hand­werk der Hand­werks­kammer Aachen (Bundes­ministerium für Wirt­schaft und Techno­logie und Minis­terium für Wirt­schaft und Ener­gie des Landes Nord­rhein-West­falen) // Green Fashion Nieder­lande, nach­haltige Gestaltungs­strate­gien und Supply Chains für die Be­kleidungs­industrie (gefördert von senter novem) // Erfolgs­strate­gien für Produkt-Dienst­leistungs­systeme, Ent­wick­lung einer erfolg­ver­sprechenden Planungs­strategie für Anbieter von Produkt-Dienst­leistungs­systemen (PSS) in Öster­reich (Bundes­ministerium für Ver­kehr, Inno­vation und Techno­logie, Öster­reich) // Zahl­reiche Publi­kationen, Vor­träge auf Kon­feren­zen, Beteili­gung an Netz­werken und Design Jurys oder Standardi­sierungs­organi­sationen, sowie Gut­achter­tätig­keiten begleiten die Arbeit der Design-Forscherin.

LITERATUR VON URSULA TISCHNER
Was ist Ecodesign? Praxishandbuch für Ecodesign inklusive Toolbox, Tischner et al. 2015 für Umweltbundesamt
How to do Ecodesign. Practical Guide for Ecodesign – Including a Toolbox, Tischner et al. 2015 for German Environmental Protection Agency 
Was ist Ecodesign? Praxishandbuch für Ecodesign inklusive Toolbox, Tischner et al. 2015 für Umweltbundesamt 
How to Do Ecodesign, Practical Guide for Ecodesign - Including Toolbox, Tischner et al. 2015 for German Environmental Protection Agency 
Changing Paradigms, Designing for a Sustainable Future, Peter Stebbing, Ursula Tischner for Cumulus Association in 2015
Tischner et al., System Innovation for Sustainability 3, Case studies in Sustainable consumption and Production – Food and Agriculture, Greenleaf Publishing, UK, 2010
Tukker/Tischner, New Business for Old Europe, Product-Service Development, Competitiveness and Sustainability, Greenleaf Publishing, Sheffield UK 2006
Charter/Tischner (contrib. ed.), Sustainable Solutions, developing products and services for the future, Greenleaf Publishing, Sheffield UK 2001
Tischner et al., How to do Ecodesign? A guide on environmentally and economically sound design, form publishing Frankfurt, D, 2000
Schmidt-Bleek, F./Tischner, U./Merten, T., Ökointelligentes Produzieren und Konsumieren (Ecointelligent production and consumption), Birkhäuser, Berlin/Basel/Boston 1997
Tischner, U., Ecodesign als neue Unternehmensstrategie (Ecodesign as a new business strategy), in: Neue Ansätze in der Umweltökonomie, J.Welfens (Ed.), Marburg 1996
Tischner, U.; Ökoeffizienz, eine neue Qualität im Design (Ecoefficiency a new quality in design), in: Betriebliche Umweltwirtschaft, A.H. Malinsky (Ed.), Linz 1996
Schmidt-Bleek, F./ Tischner, U., Produktentwicklung, Nutzen gestalten - Natur schonen (Product development. Create Benefit - Save Nature), Wirtschaftskammer Österreich (Ed.), 1995
Tischner, U., Sustainability by Design?, in: Towards Sustainable Europe, Friends of the Earth (Ed.), 1995
Tischner, U./ Schmidt-Bleek, F., Designing Goods with MIPS in: Fresenius Environmental Bulletin, Vol. 2, No. 8, 1993
Tischner, U., FRIA, Leaping Ahead in Efficient Cooling, in: INEM BULLETIN, Vol. 2, No. 3, 1993

LITERATUREMPFEHLUNGEN
https://www.econcept.org/language/de/ 
https://www.wb-fernstudium.de/kursseite/bachelor-flex-studiengang-nachhaltiges-design-ba.html
https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/was-ist-ecodesign
https://cumulusassociation.org/wp-content/uploads/2021/09/Changing-Paradigms-book-pdf-version-2016.pdf

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Veröffentlichung: 13.02.2023

129 — Fritzi Köhler-Geib & Hannah Helmke
Wege zur ökonomischen Transformation

Dr. Fritzi Köhler-Geib ist Chef­volks­wirtin und Direk­torin Volks­wirt­schaft der KfW Banken­gruppe in Frank­furt am Main. Sie hat über 17 Jahre Erfahr­ung bei der Welt­bank, dem inter­natio­nalen Währungs­fonds und im Finanz­sektor, davon zu­letzt seit 2017 als Chef­volks­wirtin für Zentral­amerika bei der Welt­bank. Regionale Schwer­punkte ihrer wirt­schafts­politischen Beratungs­tätig­keit und volks­wirt­schaft­lichen Forsch­ung liegen in Deutsch­land, Europa, Latein­amerika, Asien und Afrika.

Nach der Promotion in Volks­wirt­schafts­lehre an der Ludwig Maximilian Uni­versi­tät München und der Pom­peu Fabra Uni­versi­ty, Spanien, wurde ihr das Lizen­tiat der Wirt­schafts­wissen­schaften an der Uni­versi­tät St. Gallen er­teilt. Daran schloss sich der CEMS Master in Inter­natio­nal Manage­ment: HEC Paris/Uni­versity of Michi­gan/Uni­versi­tät St. Gallen an. Bevor sie in 2019 zur Chef­volks­wirtin Direk­torin Volks­wirt­schaft KfW Banken­gruppe in Frank­furt am Main er­nannt wurde, war sie Chef­volks­wirtin Zentral­amerika bei der Welt­bank, Washin­gton D.C., USA, Senior Econo­mist Macro Fiscal Manage­ment Global Practice Latein­amerika bei der Welt­bank und Econo­mist Poverty Reduc­tion and Eco­nomic Manage­ment Net­work Econo­mic Policy Depart­ment und Latein­amerika Welt­bank, Washing­ton D.C., USA. Sie kennt sich also mit Ent­wick­lungs­ländern, Armuts­be­käm­pfung, Makro­öko­nomie und Prog­nostik bestens aus.

Hannah Helmke ist Grün­derin und CEO des Climate-Tech-Unter­nehmens right°. Ihr Fokus auf wirt­schaft­liches Handeln in unserer vom Klima­wandel betrof­fenen Welt ist das Ergeb­nis der Kombi­nation ihrer beiden akadem­ischen Diszi­plinen: Psycho­logie und Inter­natio­nal Busi­ness. Hannah folgt ihrer festen Über­zeu­gung, dass ein wissen­schaft­lich fundierter Ansatz der beste Weg ist, um das emotio­nal auf­ge­ladene Feld der Klima­strate­gie von Unter­nehmen zu be­wält­igen. Bevor sie right° gründete, arbeitete sie für den IT-Dienst­leister BridgingIT und die Deutsche Post DHL Group. Dort er­for­schte sie die Poten­ziale der Digi­tali­sier­ung zur Er­reichun­g von Nach­­­haltig­keitszielen und arbeitete an der Ein­führung von wissenschafts­basierten Zielen als Berichts­instru­ment. Unter ihrer Leitung wurde right° mit dem renom­mierten Next Econo­my Award 2020 aus­ge­zeichnet. Sie selbst wurde mit dem Digital Female Leader Award 2020 in der Kategorie „Nach­haltigkeit“ sowie mit dem „Female Founders Award“ der AmCham Germany 2021 ausge­zeichnet.

Links und Literaturempfehlungen von Friederike Köhler-Geib:
Dr. Friederike Köhler-Geib
Kreditanstalt für Wiederaufbau
Dr. Köhler-Geib auf LinkedIn
KfW-Research
Unsere Internetseite zur Zukunftstechnologie
Links zu unserem Positionspapier
Links zu einem weiteren Positionspapier
Link zu Stories
Fokus zur Dekarbonisierung der Industrie

Links und Literaturempfehlungen von Hannah Helmke:
Website von right
Video-Kurzerklärung von Hannahs Ansatz
Pitch-Seite des Unternehmens
Hannah Helmke auf einem Panel der Welt am Sonntag
Über die Entstehung des Unternehmens und die aktuellen Hürden
Hannah Helmke wurde als eine der 50 Top-Unternehmerinnen Deutschlands gekürt

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Veröffentlichung: 06.02.2023

128 — Carsten Broda
Kulturpolitische Positionen

Dr. Carsten Brosda ist Senator für Kultur und Medien in Hamburg. Zuvor war er als Staatsrat für Kultur, Medien und Digitales und Bevoll­mächtigter des Senats für Medien tätig. Seit 2018 ist er Co-Vor­sitzen­der der Medien- und Netz­politischen Kom­mis­sion des SPD-Partei­vor­standes, seit 2019 Vor­sitzen­der des Kultur­forums der Sozial­demo­kratie und seit 2020 Präsident des Deutschen Bühnenvereins.

Zuvor leitete Carsten Brosda die Abteilung Kommuni­kation des SPD-Partei­vor­stands in Berlin und stell­vertretend den Leitungs- und Planungs­stab im Bundes­minis­terium für Arbeit und Soziales. Er studierte Journa­listik und Politik an der Uni­versi­tät Dortmund und promo­vierte nach einem Volon­tariat bei der West­deutschen Allge­meinen Zeitung zum Thema „Diskursiver Journalismus“.

Bettina Knoth, ehemalige DDC Vorstands­sprecherin und DDC Mitglied, hat sich im DDCAST 128 mit ihm ausgetauscht.

LINKS
Die Behörde für Kultur und Medien Hamburg
Die Kunst der Demokratie – Die Bedeutung der Kultur für eine offene Gesellschaft
Hamburg Kreativ Gesellschaft

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Veröffentlichung: 30.01.2023

127 — Juli Gudehus
Icon Spell: Visuelle Weltsprache

Die Spezialität von Juli Gudehus ist das Besondere. Äpfel und Birnen zu ver­gleichen, ist ihr tägliches Brot.

Sie gestaltet, berät, begleitet, recher­chiert, regt sich auf, regt an, schreibt und sam­melt. Sie lernt und lehrt, zählt Erbsen, zagt, fragt, wagt und wundert sich. Sie liebt es, Ver­bin­dungen herzu­stellen zwischen Phäno­menen, Menschen und Dingen. Sprache und Alltags­kultur sind ergiebige Quellen für ihre experi­men­telle, poetische und kluge Arbeit. Sie strahlt, wenn davon Funken über­springen und Men­schen zum Lächeln bringen.

Bekannt wurde Juli durch ihre „Genesis“, eine Über­setz­ung der bib­lischen Schöpfungs­ge­schichte in zeit­ge­nössische Hiero­glyphen. Sowohl diese als auch ihr 3.000-seitiges „Lesikon der visu­ellen Kommu­ni­kation“ wurden schon ver­schiedent­lich als Designer­bibel bezeich­net. An beide Werke knüpft sie in ihrer aktu­ellen Arbeit an: in ihrem „Icon spell“ Projekt geht es um die Erschaffung einer visu­ellen Welt­sprache aus an­ein­ander­ge­reihten Bild­zeichen mit­hilfe von Schwarm­intelligenz.

Während die einen finden, dass Juli immer wieder ganz was anderes macht, sehen andere den roten Faden: die gelun­gene Balance zwischen spiele­r­isch und pur. Manche Arbeiten, wie ihr Abreiß­kalender „mindestens haltbar bis“ – sind so verblüf­fend einfach, dass man eigent­lich selbst hätte drauf kommen können.

Julis Credo lautet: „Es ist eine Kunst, am richtigen Ort falsch zu sein“. Für Stefan Sagmeister ist sie „probably the purest conceptual designer I know“.

LITERATUR
GELOTTE, Ann-Madelaine, Ein geblümter Regenschirm
LIONNI, Leo, Frederick
LINDGREN, Astrid, Pippi Langstrumpf
ENDE, Michael, Die unendliche Geschichte
TOLLE, Eckart, The Power of Now

PROJEKTE

„Das Lesikon der visuellen Kommunikation“
„Genesis“
„mindestens haltbar bis“
YouTube: „Icon spell“
Ausstellung: „Die Natur der Sache“ 
Ausstellung: „Klopapier – Gestaltung für den Arsch“
YouTube-Serie: „Klopapier – Gestaltung für den Arsch“
„DAS GROSSE WAGEN“

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Veröffentlichung: 23.01.2023

126 — Mona Mijthab
Sozialunternehmerin in Guatemala

Mona Mijthab ist Sozial­unter­nehmerin, Dozen­tin und Design­erin mit Fokus auf zirku­läres Produkt- und Service­design und soziale Inno­vation. Ihre Leiden­schaft ist es, komplexe Heraus­forder­ungen zu lösen und große Projekte zu managen, wobei sie andere Menschen inspiriert und Teams mit hoher Diver­sität leitet. In ihrer Arbeit wendet sie parti­zi­pa­tive Methoden an, um diverse Akteure in den Design­pro­zess ein­zu­beziehen.

2016 gründet sie MOSAN, ein Sozial­unter­nehmen, das die Lebens­beding­ungen in ein­kom­mens­schwachen Ge­mein­den mit Zu­gang zu sicheren sani­tären Ein­richt­ungen ver­bessert. Aus den men­sch­lichen Fäka­lien werden bio­logische Pflanzen­kohle-Dünger für die Land­wirt­schaft pro­duziert. Die Pflanzen­kohle sorgt für ein dauer­haftes Speichern von Kohlen­stoff im Boden, was MOSAN zu einer klima-positiven Lösung macht. Aktuell bietet Mosan seine Sanitär Services in Maya-Gemein­den in Guatemala an.

Sie ist seit mehr als 6 Jahren Dozen­tin und For­scherin an der Zürcher Hoch­schule der Künste (ZHdK) und ist Teil des Kern­teams im Weiter­bildungs­pro­gramm „MAS Strategic Design“, wo sie Kurse ent­wickelt und leitet, so z.B. „Design Thinking for Social Innovation“, „Design Methods – User Research“, „Design Cultures“ und „Intercultural Competencies“. Seit 2014 ist Mona Mit­glied des IDIN-Netz­werks am MIT D-Lab, ein Kompetenz­bereich des MIT, welcher sich mit der Lösung kom­plexer Frage­stell­ungen in Krisen­gebieten befasst. Sie arbeitet dabei an Forschungs­pro­jekten, und leitet Work­shops und Inno­vations­pro­zesse (z. B. in Kenia, Tan­sania, Marokko, Kolumbien, Guatemala).

Mona hat ihren Bachelor in Industrie­design an der Hoch­schule Magde­burg-Stendal und einen Master in Produkt­design an der Zürcher Hoch­schule der Künste (ZHdK) er­worben. Neben ihrer professio­nellen Tätigkeit begeistert sie sich für Perma­kultur, Gärtnern und Fermentation.

LINKS
Springer Publikation:
Mijthab, M., Anisie, R. & Crespo, O. ; Mosan: Combining Circularity and Participatory Design to Address Sanitation in Low-Income Communities. Circ.Econ.Sust. 1, 1165–1191 (2021)

Mosan Case Study featured in:
Social Design – Participation and Empowerment: Angeli Sachs, Published November 20, 2018 by Lars Muller Publishers. ISBN 9783037785706 (ISBN10: 3037785705);

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Veröffentlichung: 16.01.2023

125 — Christian Daul
Der Wortarbeiter

Christian Daul ist Geschäfts­führer der Marken­be­ratung REINSCLASSEN, die als GWA-Mitglied mit Büros in Ham­burg, Frankfurt am Main und Baden-Baden ver­treten ist. Der gelernte Bank­kauf­mann und Diplom-Betriebs­wirt hat früh seine Leiden­schaft fürs Schreiben ent­deckt und in Schüler­zeitung, eigenen Blättern und lokalem Jour­nalis­mus ausgelebt. Bücher und Magazine zogen ihn immer schon magisch an und er liest bis heute quer­beet fast alles, was ihm in die Hände fällt. Nach dem Studium an der FH für Wirt­schaft in Pforz­heim startete er folge­richtig 1993 als Texter bei Michael Conrad & Leo Burnett in Frank­furt. Bereits in seiner zweiten Station bei Lowe & Partners wurde er Ende der 90er jüngster Kreativ­chef einer Net­work-Agentur in Deutsch­land und textete dort u.a. für Braun und Opel. Seine Arbeiten in Text und Konzep­tion gewan­nen schon zu dieser Zeit zahl­reiche natio­nale und inter­natio­nale Aus­zeich­nun­gen. Weitere Stationen als Creative Director oder Geschäfts­führer führten ihn über Jung von Matt in Ham­burg und McCann-Erickson Ham­burg und Fran­kfurt als CCO zu Young & Rubicam, wo er auch im Euro­pean Board und in der Jury der Cannes Lions saß und einen Grand Prix bei den New York Festivals ge­wann. Danach zog es ihn 2009 in die digitale Welt, wo er bei Scholz & Volkmer als Geschäfts­führer in Wies­baden und Berlin maß­geb­lich für die Bereiche Text/Konzep­tion und Presse verant­wort­lich war. Hier betreute er u.a. Mercedes-Benz, Deutsche Bahn, Lufthansa und Coca-Cola. In Frank­furt und Salz­burg war er danach bei Kastner & Partner für Red Bull und das Media House im Bereich Digital und Content aktiv. Als Geschäfts­führer Europa lernte er bei Spark44 auch die inter­nationale Kunden­seite kennen und war für die Koordination der gesamten Kom­muni­kation von Jaguar und Land Rover in allen Märkten Europas verant­wort­lich. Armin Reins und Veronika Classen als Gründer holten ihn 2019 an die Spitze der 2005 ge­gründeten Marken­beratung REINSCLASSEN, die das Thema Corporate Language im deutsch­sprachigen Raum ent­wickelt und bekannt ge­macht hat. In mittler­weile 3 Büchern zu diesem Thema hat REINSCLASSEN immer neue Aspekte zum Thema Marken­sprache auf­ge­zeigt und weiter­ent­wickelt. Im letzten Praxis­buch, das 2020 im Hermann Schmidt Verlag er­schienen ist, war Christian Daul bereits als Autor dabei. Er kümmert sich ins­be­son­dere um digitale Aspekte des Themas, die sich in Chat­bots, Sprach­assis­tenten, Voice Design und Micro-Copy (UX-Writing) zeigen. Außer­dem interes­siert er sich sehr für Sprach-Ent­wicklungs­trends wie Gendern, Jugend- und Einfache Sprache. Neben digitalen Kanälen hat er als Texter ein großes Faible für Plakat und Radio, weil hier jedes Wort beson­deres Ge­wicht hat. Im DDC ist er Mit­glied seit 2006 und war 5 Jahre im Vor­stand. Er ist Mit­glied im Art Director’s Club für Deutsch­land (ADC) und Autor in Fach­büchern und Branchen­diensten und immer wieder auch als Sprecher bei Kon­gressen und Fach­messen. Wenn nicht mit Buch­staben, dann arbeitet er gerne an seiner Sitz­möbel-Samm­lung oder sucht statt nach Worten nach Fossilien. Außer­dem hat er schon immer ein scharfes Design-Auge auf alles, was zwei Räder hat.

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Agentur REINSCLASSEN
Porträt Christian Daul auf DDC.de

Fachbuchtipps von Christian Daul
YIFRAH, Kinnereth, Microcopy – The complete guide, Nemala MicroCopy Studio, ISBN-10: 9655721086
PYCZAK, Thomas, Tell Me!, Rheinwerk, ISBN-10: 3836277050
KNAPP, Karlfried & al., Angewandte Linguistik, UTB, ISBN-13: 9783825282752
D&AD, The copy book, Taschen, ISBN-10: 3836568527
MCCULLOCH, Gretchen, Because Internet, Penguin, ISBN-13: 9780735210950
VLAHOS, James, Talk to me, Random House, ISBN-13: 9781473539655
LUNTZ, Frank, Words that work, Hachette, ISBN-13: 9781401385743
SHAW, Mark, Copywriting: Successful Writing for Design, Advertising and Marketing, Laurence King, ISBN-10: 1780670001

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Veröffentlichung: 09.01.2023

124 — Matthias Wagner K
„gestalten wir, wie wir leben wollen!“

Prof. Matthias Wagner K leitet die Bewer­bung Frank­furt RheinMain World Design Capital 2026. Hier­für ent­wickelte er den Claim „Design for Democracy. Atmospheres for a better life“. Die für den DDCAST 124 im Studio un­verän­dert neu ein­ge­sprochen Rede hielt er an­läss­lich des Tages der Deutschen Ein­heit am 3.10.2022 in der Frank­furter Paulskirche.

Matthias Wagner K ist Aus­stellungs­macher, Biennale­­Leiter, Kurator, Autor und seit 2012 Direktor des Museum Ange­wandte Kunst in Frank­furt am Main. Binnen nur eines Jahres positio­nierte er das Museum mit einem gänz­lich über­arbeite­ten Aus­stell­ungs- und Partizi­pations­kon­zept neu.

Mit seinen wechselnden thematischen Aus­stell­ungen richtet es seither den Fokus auf die Wahr­nehm­ung gesell­schaft­licher Ström­ungen und Ent­wick­lungen. Das Museum ver­steht es sich als ein Ort für sinn­liche Denk- und Er­fahrungs­räume, für Ge­spräche und kritische Dis­kurse. Es zählt mittler­weile zu den inter­national ange­sehen­sten und profilier­testen Museen seiner Art. Matthias Wagner K be­kleidet zudem seit 2018 eine ehren­amtliche Honorar­professur für Design Curating and Criticism an der HfG Offen­bach, ist einer der drei Intendant­*innen für Theater der Welt 2023 Frankfurt / Offenbach. Er ist Mitglied im Kura­torium der Peter und Irene Ludwig Stift­ung und der Stift­ung Urban Future Forum e.V.


Diese Folge des DDCAST ist in Kooperation mit der Wirtschaftsförderung Frankfurt zu den Themen rund um Design for Democracy entstanden.



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Bewerbung Frankfurt Rhein/Main um den Titel World Design Capital 2026
Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung
MAK Frankfurt
Peter und Irene Ludwig Stiftung 
Stiftung Urban Future Forum

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Veröffentlichung: 19.12.2022

123 — Thomas Rempen
Kurt Weidemann zum 100.

Kurt Weidemann (1922–2011) war einer der prägen­den Ge­stalter und Typo­grafen des 20. Jahr­hun­derts. Von ihm stammen Cor­porate Designs zahl­reicher Kon­zerne, neben Mercedes Benz, der Deutsche Bahn, Porsche und Zeiss gehört auch co op dazu. Die von ihm ge­zeichnete Schrift­familie Corpor­ate A.S.E. für Mercedes Benz gehören zu den welt­weit besten Corporate Schriften. Die Biblica (1979), die ITC Weide­mann und die Klett Domus sind heraus­ragende Bei­spiele für perfekt durch­ge­arbeitete Schriften. Er studierte an der Staat­lichen Aka­demie der Bilden­den Künste in Stutt­gart, wo er später auch lehrte. Von 1965 bis 1985 hatte er den Lehr­stuhl für „Infor­­mation und Grafische Praxis“ inne. Neben seiner typo­grafischen Tätig­keit und seinen Corporate Designs ist seine schrift­steller­ische Tätig­keit bemerkens­wert. Er pflegte, nicht zu­letzt durch ein regel­mäßiges Cultur­früh­stück bei ihm zu Hause, einen großen Freundes­kreis und war mit zahl­reichen Künstlern aller Genres, sowie mit Politikern und Wirt­schafts­führern von Welt­rang eng befreundet.

Thomas Rempen (*1945) studierte an der Kunst­akade­mie Stutt­gart u.a. bei Kurt Weide­mann. Später arbeitete er mit Kurt Weide­mann u.a. für den Kunden Daimler Benz und war ihm lebens­lang als Freund ver­bunden. Nach dem Diplom an der Werk­kunst­schule Wupper­tal gründete er 1972 mit Partnern seine erste Werbe­agentur. Rempen & Partner, seine 1994 ge­gründete zweite Agentur, zählte zu den kreativ­sten des Landes. Die Agentur-Tochter wysiwyg soft­ware design kon­zipiert mit „Spiegel Online“ das erste Online-Magazin der Welt. Im An­schluss an die erfolg­lose Suche nach geeig­neten Büro­räumen, entwickelte er 1989 mit der Stadt Düssel­dorf für den alten Hafen einen Architek­tur­park. Dort baute er mit Frank Gehry von 1994–98 den Neuen Zollhof. Thomas Rempen lebt heute im Münster­land, wo er auf