Ziele des DDCAST

Der DDCAST will die faszinierende Viel­falt der Design-Szene dar­stellen und gleich­zeitig dazu ermutigen, zu ex­peri­men­tieren, um diese Viel­falt noch deut­lich zu erhöhen. 

Eine vielfältigere Design-Szene blüht, befördert und ernährt die unter­schied­lich­sten Talente; sie bringt in ihrer Diversi­tät über­raschende Ergeb­nisse, Geschäfts­mo­delle und Lösun­gen hervor. Sie ver­bindet sich mit anderen gesell­schaft­lichen Akteur­*innen und gewinnt dadurch zu­sehends mehr Standing.  

Um dies zu erreichen, müssen wir die – teils auf­grund histor­ischer Miss­ver­ständ­nisse und Fehler – hermetisch ge­schlos­sene Design-Blase von innen perforieren. 

Zugleich müssen wir so viele Ver­knüpf­ungen wie möglich zu anderen Akteur­*innen in Wirt­schaft, For­schung, Kunst und Gesell­schaft herstellen. 

Zu dieser Diversität und Viel­falt des Designs gehört unbe­dingt ein demo­kra­tisches Gesell­schafts-Ver­ständ­nis, denn ein autoritäres, auf Ressour­cen­ver­nichtung basierendes, und nicht disku­tier­bares Design ist das genaue Gegen­teil unserer DDC-Vision. 

Was ist Autori­täres Design? Das ist z.B. grafische Ge­­stalt­­­ung von normierten Menschen­massen in autori­tären Regimen. Oder das sture Be­harren auf dem Primat des Individual­ver­kehrs. Oder die Ver­weiger­ung prin­zi­pieller Reparier­bar­keit bei allen Pro­dukten. Oder das An­pflanzen von kurz­ge­schorenem Rasen unter Insekti­zid­ein­satz in der Land­schafts­ge­staltung. Oder das Pro­gram­mieren von Liefer-Apps, die Fahrer­*innen uner­bitt­lich aus­beuten. Oder die un­reflek­tierte Ver­wen­dung von Daten­be­stän­den, die einen sexistischen oder rassis­tischen Bias beinhalten. 

Was ist demo­kratisches Design? Design hat für die Trans­forma­tion der ge­sam­ten Pro­dukt- und Wirt­schafts­welt Ver­ant­wort­ung: im Sinn der UN17-Nach­haltig­keits­ziele; im Geiste des Pariser Klima­ab­kom­mens und des Montreal-Kunming Rahmen-Abkom­mens über den Schutz der Bio­diversi­tät. Diese Doku­mente müssen wir uns an­schauen, sie verstehen, ihre Gedanken anwenden. 

Dies ist eine erheb­liche, eine substan­tielle Ver­ant­wort­ung. Dies gilt für alle Felder des Design, ob als Digital Design, Produkt­ge­staltung oder Packeging­de­sign; ob als Mobility-, Fashion-, Informa­tions- oder Ani­mations­design; ob AR-, VR- oder KI-gestützt, oder ob manuell hand­werk­lich.

Die Zukunft des Design liegt in Diversi­tät, Demo­kratie und der Beför­der­ung der Bio­diversi­tät. Sonst hat Design keine Existenz­berechti­gung. Nimmt es diese Heraus­forder­ungen an, wird De­sign es zu einem zen­tralen Treiber der Trans­formation. 

Georg-Christof Bertsch im Namen der DDCAST-Redaktion 

Host und Chefredakteur DDCAST
Beirat DDC e.V.

Hintergrund des DDCAST

„What we design designs us back.“ Dieser Satz des Techno-Futuristen Jason Silva ist das Motto des DDCAST. Design beein­flusst unser Zu­sam­men­leben. So weiter­machen wie bisher, das geht nicht; oder wir werden von Krise zu Krise stürzen. Krea­tivi­tät ist ge­fragt! Wie können wir mit­hilfe des Design die Welt neu den­ken? Dazu bringen wir Woche für Woche starke Stimmen – aus Design, Wissen­schaft, Wirt­schaft, Politik …

Seit 2020 erscheint der DDCAST, der Podcast des DDC – und das im wöchent­lichen Rhyth­mus. Ein Ge­spräch mit den Team­mit­gliedern Georg-Christof Bertsch, Anna Kirchner und Helge Aszmo­neit über das Erfolgs­re­zept, Pod­casts als Recher­che­tool und wie der DDCAST entsteht.

Interview lesen

Backlist des DDCAST

189 — Tulga Beyerle // Die Museumsdirektorin
188 — Anastasia Kalensky // Design gegen Schmerzen beim Sex
187 — Antje Tschira // Das Centre Agro-Alimentaire in Siby, Mali
186 — Tanja Godlewsky // Gender Design muss in die Lehre
185 — Gerhard Kreysa // Wir brauchen den Systemwandel
184 — Juliane Kühr // Eigen-Insemination gestalten
183 — François Burkhardt // Design für die Öffentlichkeit
182 — Christina Ackermann // Zeichnen ist mächtig.
181 — Christoph Grünberger // Full Pro AI-Design
180 — Maria Möller // Sprechende Hände
179 — Stefano Boeri // BioCity
178 — Marcel Teine // Digital Brand Telling
177 — Miriam Horn-Klimmek // Ungerechte Design-Awards
176 — Ruedi Baur // La scuola di non sapere / Schule des Nichtwissens
175 — Georg Christof Bertsch / Rainer Gehrisch // Blick zurück nach vorn
174 — Jan Schwochow / Tim S. Weiffenbach // Hat sich’s ausgezeichnet?
173 — Alfredo Häberli // Human / Humble / Honest / Heart / Humor
172 — Thilo Schwer & Georg-Christof Bertsch // DESIGNLESEN – Bücher von Bedeutung 02
171 — Gerda Breuer // Die Designhistorikerin
170 — Elisabeth Budde & Matthias Wagner K // World Design Capital 2026. Wer, wie, was?
169 — Jessica Rademacher // Am Herz des Roboters
168 — Stefan Sagmeister // Heute ist besser
167 — Florian Jöckel // Tour de Massif Central
166 — Robin Auer, Simon Daubermann, Claudia Friedrich, Felix Kosok // 180 wertschaffende Ideen, 40 ausgezeichnete Projekte, 12 Gewinner*innen – WIG 2023
165 — Metin Seyrek und Markus Mögel // Über einen barrierefreien Design-Prozess
164 — Sunny Dolat // Decolonizing Design!.
163 — Annabelle von Reutern // Bestand hat keine Lobby
162 — Jan Stassen // Die Zukunft der Werte
161 — Laurent Lacour // Rebell und Strukturierer
160 — Tobias Trübenbacher // Design muss radikal sein
159 — Petra Wörner // Gesundheitsbauten
158 — Kirsten Dietz & Robin Auer // WAS IST GUT / WAS IST WERT
157 — Kuno Prey // Neugier als Urquell
156 — Nicole Rösler // I am my love brand
155 — Viviane Stappmanns // Zukunft als Garten
154 — Sandra Mawuto Dotou // Black Designers: Grafik und Empowerment
153 — Katja Diehl // auto-gerecht ≠ lebens-wert
152 — Sebastian Oschatz // unimpressed by technology
151 — Hani Rashid // Re:Action and Re:Conciliation
150 — Carlotta Ludig und Nicola Stattmann // Designbäume für kühlere Städte
149 — Frauke Fischer // Ohne Mücken keine Schokolade
148 — Franz Dietrich // 3-D-Strick & Gutes Leben
147 — Markus Maas // Große Bühne der Kostüme
146 — Nina Sieverding & Anton Rahlwes // FORM FRAGEN 03 // Milano / New Books / Rassismus
145 — Thilo Schwer & Georg-Christof Bertsch // Designlesen – Bücher von Bedeutung
144 — Regine Leibinger // architektur / familie / architektur
143 — Keneilwe Munyai // Knowing how to ask for help
142 — Frank Wagner // Creative Business: in München
141 — Marlene Bruch // Die papplose Pizzapackung
140 — Poonam Choudhry // Designkontext? Interkulturell!
139 — Leyla Acaroglu // Design Disruption
138 — Tobias Adami // Leveraging Creative Friction
137 — Niklas Fiedler // Totalitarismus mit Design begegnen
136 — Ove Petersen // 100% erneuerbare Energie für alle. Jetzt.
135 — Bianca Herlo // Digital Justice. Now.
134 — Kai Vöckler & Peter Eckart // Gemeinwohl & Mobilitätsdesign
133 — Thilo Schwer // Serious Games & Produktsprache
132 — Jochen Rädeker // Design; Management
131 — Michaela Leitner // Fem Facts und Gender Gaps
130 — Ursula Tischner // Eco- statt Ego Design
129 — Fritzi Köhler-Geib & Hannah Helmke // Wege zur ökonomischen Transformation
128 — Carsten Brosda // Kulturpolitische Positionen
127 — Juli Gudehus // Icon Spell: Visuelle Weltsprache
126 — Mona Mijthab // Sozialunternehmerin in Guatemala
125 — Christian Daul // Der Wortarbeiter
124 — Matthias Wagner K // „gestalten wir, wie wir leben wollen!“
123 — Thomas Rempen // Kurt Weidemann zum 100.
122 — Hans Ulrich Reck // Design / Theorie
121 — Uta Brandes // Non Intentional Design
120 — matali crasset // Design, um den Menschen zu dienen
119 — Tanita Klein // Die verformbare Küche
118 — Philipp Thesen // Humanizing Technology
117 — Andreas Muxel, Daniel Rothaug // Creative Engineering
116 — Sebastian Klöß // Wegweiser ins Metaverse
115 — Matteo Thun // Der Großmeister
114 — Ute Clement // Frauen führen besser
113 — Nina Sieverding und Anton Rahlwes // FORM FRAGEN 02 // Boisbuchet / Vienna Design Week
112 — Helge Aszmoneit // Die Design-Bibliothekarin
111 — Kollektiv Plus X (Ezra Dilger, Marvin Schwark u.a.) // Mobiles Forum für direkte Demokratie
110 — Hermann Weizenegger // Der philharmonische Designer
109 — Alexandra Baum // Forschung. Design. Startup. Familie.
108 — Michael Conrad // creativity – off the norm
107 — Hannah Helmke // 1,5° Celsius und 100% Powerfrau
106 — Stefan Weil // create curate collaborate
105 — Lena Jüngst // Zukunftslabor Gastronomie
104 — Sandra Groll // Design: Zwischen Kontingenz und Notwendigkeit
103 — Nina Sieverding und Anton Rahlwes // FORM FRAGEN 01 // Salone Del Mobile 2022
102 — Alexis Dornier // Tektonische Innovation auf Bali
101 — Franziska Ratsch und Oliver Grande // Partizipative Raum-Gestaltung
100 — Diana Tayo Osobu // Colour & Character
99 — Christian Müller // Turbo für die Energie Transformation
98 — Prof. Bitten Stetter // Palliativ-Design
97 — Prof. Dr. Joachim Curtius // UP UP IN THE AIR
96 — Erik Spiekermann // TYPOERIK 75
95 — Nicole Deitelhoff und Matthias Wagner K // Design for Democracy. Gestalten wir wie wir leben.
94 — Felix Kosok // Das queere Mannsbild
93 — Hella Jongerius // Texture makes things human
92 — Etta Madete // Nachhaltige und bezahlbare Wohnungen in Kenia
91 — Gesche Joost // Die Design Forscherin
90 — Lisa Borgenheimer // Communicating Complexity
89 — Michael Volkmer // Da anfangen wo wir stehen
88 — Werner Sobek // Erderwärmung ist keine Krise sondern ein neuer Zustand
87 — Harald Welzer // Extraausgabe // Demokratie gestalten
86 — Mariana Amatullo // Die Chef-Diplomatin des Social Design
85 — Philipp Langenbach // Grünes Banking – wie geht das?
84 — Judith Block // Über Megatrends, Menschenliebe und Mut
83 — Anatoli Skatchkov // Man muss immer aus Liebe handeln
82 — Claudia Díaz Sánchez, Laura Schlotthauer, Katja Lis //
Diverse Kommunikation braucht diverse Menschen

81 — Ondřej Chybík // Driven by ego, curiosity and naivety
80 — Marie Josephine Eckloff // Licht ins Dunkel bringen
79 — Kai Vöckler und Peter Eckart // Mobilität neu denken und gestalten
78 — Christine Fehrenbach // Mode als Transformationstreiber
77 — Britta Wagemann und Samson Kirschning // Design-Interventionen im Reallabor Stadt
76 — Imran Ayata // Erst mal alles in Frage stellen
75 — Ricky Saward // Vegane Sterne
74 — Marti Guixé // Der Ex Designer
73 — TheJoCraft // Der digitale Baumeister
72 — Elvira Breit / Patrick H. Nagel / Klaus K. Loenhart // Lernen, Sehen, Atmen
WAS IST GUT – Die Gewinner

71 — Katja Filippenko und Philip Weyer // Der vegane Party Kracher
70 — Klement Tockner // Einmal verloren ist immer verloren
69 — Agnesa Kolica // Social Design for Innovation
68 — Frank Wagner // What’s the value of design
67 — Constanze Hosp und Nadine Podewski // Wie Designerinnen gutes Leben gestalten
66 — Boris Kochan // Wir können sehr viel bewegen
65 — Paola Antonelli // Über das Lernen von Designausstellungen
64 — Shantel // Diversität hörbar machen
63 — Lena Jüngst // Raus aus der Kreativblase
62 — Karin Schmidt-Friderichs // Die Bücher-Macherin
61 — Friedrich von Borries // So geht WAS IST GUT
60 — Constantin Kaloff // Über Werbung und Enteitelung
59 — Anne Farken // Eyes on the Future – Feet on the Ground
58 — Nils Holger Moormann // WAS IST GUT – und was nicht
57 — Markus Weisbeck // Forschung mit Design, nicht über Design
56 — Tatjana Gorbachewskaja // Über eine arktische Großstadt
55 — DAS IST GUT PART I
54 — Thomas Immich // Planet Centered Design versus Impact Driven Design
53 — Jifei Ou // CHN > HFG > MIT > CEO
52 — Friederike Köhler-Geib // Design – Brücke für eine innovative Wirtschaft
51 — Olivia Dahlem und Florentina Fuchs // Female Empowerment durch Mode
50 — David Maurer-Laube // So klappt nachhaltige Mobilität
49 — Inga Wellmann // Was ist Creative Bureaucracy?
48 — Lioba Lissner und Claus Herrmann // Plätze für Menschen, Tiere und Pflanzen
47 — Dr. Sandra Hartig // LGBTAIQ++
46 — Dieter Brell // Nachhaltigkeit sichtbar machen
45 — Benedikt Poschinger von Frauenau // Gutes Glas ist gut
44 — Stefan Sagmeister // Hässlichkeit / Schönheit
43 — Stephen Burks // Beauty, Design und Rassismus
42 — Arpad Dobriban // Manifest des Kochens
41 — Liz von Wagenhoff und Teresa Limmer // Should be all about sex
40 — Daniel Martin Feige // Wozu Design-Philosophie?
39 — Lilli Hollein // Die Design Kuratorin
38 — Thomas Ranft // Donnerwetter Design
37 — Elisabeth Mansfeld // Neurourbanismus – Psychologie der Stadt
36 — Thomas Jäger // Design und humanitäre Arbeit
35 — Bartomeu Mari Ribas // Museen müssen parteiisch sein
34 — Malene Saalmann // Idee & Modell & Prototyp
33 — Jürgen Engel // Räume beeinflussen unsere Körper
32 — Mike Meiré // Befreit euch von dem was ihr geschaffen habt
31 — Stephanie Hobmeier // We don’t need (this) education
30 — Konstantin Grcic // Mir fällt nichts leicht
29 — Christoph Grünberger // The Age of Data
28 — Barbara Friedrich // An einem Ort leben und designen
27 — Emilie Burfeind // Material Groove
26 — Lea Schücking und Leya Bilgic // Können Fliesen ethisch sein?
25 — Olaf Barski // Medical Design kann Leben retten
24 — Nina Sieverding und Anton Rahlwes // Es geht nicht um die ideale Form
23 — Dr. Keneilwe Munyai // From Design ‚for‘ to Design ‚with‘
22 — Uwe Melichar // Das Wort ‚Müll‘ muss weg
21 — Fabian Winopal und Tim Fleischer // Tatort Tatcraft
20 — Frauke Burgdorff // Städtische Baupolitik und Gemeinwohl
19 — Wettbewerb für weltverbesserndes Design
18 — Alexander Wagner // Geschichten in den städtischen Raum tragen
17 — Katja Lis // Schöne neue Arbeitswelt?
16 — Simone Leitenberger // Design bewegt Menschen, verantwortlich zu handeln
15 — Prof. Dr. Dr. Volker Mosbrugger // Der Weg vom Wissen zum Handeln ist unendlich weit
14 — Sebastian Herkner // Handwerk muss wertgeschätzt werden
13 — Janina Albrecht // Die Stadt vermenschlichen
12 — David Hess // Starthub für Start-ups
11 — Shirin Brückner // Ausstellungen mit allen Sinnen erlebbar machen
10 — Dr. Frauke Fischer // Design und Biodiversität gehören zusammen
09 — Raphael Gielgen // Wir müssen in das Kollektiv zurückfinden
08 — Daniel Cohn-Bendit // Wir haben ein falsches Effizienzdenken
07 — Anette Lenz // à propos
06 — Prof. Annette Bertsch // Eine gemeinsame Sprache finden
05 — Benedikt Wanner // Von der Wiege zur Wiege
04 — Madita Morgenstern Antao // Soziales Design in der Praxis
03 — David Gilbert // Digital Design braucht Struktur und Gespür
02 — Uli Mayer-Johanssen // Zusammen neue Perspektiven öffnen
01 — Friedrich von Borries // Was ist gutes Design?

189 — Tulga Beyerle
Die Museumsdirektorin

Tul­ga Bey­er­le (*1964, Wien) ist seit dem 1. De­zem­ber 2018 Di­rek­to­rin des Mu­se­ums für Kunst und Ge­wer­be (MK&G) Ham­burg. Aus­ge­hend vom pro­gram­ma­ti­schen Grün­dungs­ge­dan­ken von Kunst­ge­wer­be­mu­se­en über die Vor­bild­samm­lung Ge­stal­tungs­qua­li­tät zu prä­gen, ist es ein we­sent­li­ches An­lie­gen Tul­ga Bey­er­les das Mu­se­um als Mög­lich­keits­raum und Platt­form für Dis­kurs und Ver­hand­lung über die Fra­gen der Ge­stal­tung un­se­rer Welt zu ver­ste­hen. Als aus­ge­wie­se­ne De­si­gn­ex­per­tin war sie von 2014 bis 2018 Di­rek­to­rin des Kunst­ge­wer­be­mu­se­ums Dres­den, Schloss Pill­nitz und zu­gleich Mit­glied der Ge­schäfts­füh­rung der Staat­li­chen Kunst­samm­lun­gen Dres­den, ei­nem der füh­ren­den Mu­se­ums­ver­bun­de in Deutsch­land. Zu­vor war sie Co-Lei­te­rin der Vi­en­na De­sign Week, die sie 2006 mit­be­grün­de­te. Zu­dem war sie vie­le Jah­re als selbst­stän­di­ge Ku­ra­to­rin in Eu­ro­pa er­folg­reich tä­tig. Nach ei­ner mit Ge­sel­len­prü­fung ab­ge­schlos­se­nen Tisch­ler­leh­re stu­dier­te sie In­dus­tri­al De­sign in Wien und un­ter­rich­te­te an der dor­ti­gen Uni­ver­si­tät für an­ge­wand­te Kunst im An­schluss für rund sie­ben Jah­re De­sign­ge­schich­te und Theo­rie. Sie ist u.a. Mit­glied im Ku­ra­to­ri­um der Kul­tur­stif­tung der Län­der, im Pro­gramm­bei­rat der Bun­des­kunst­hal­le Bonn, im wis­sen­schaft­li­chen Bei­rat des mu­dac, dem Mu­se­um für an­ge­wand­te Kunst in Lau­sanne, der Ju­ry der 16. De­sign Pa­ra­de Hyè­res 2022 so­wie der Ju­ry für den Ös­ter­reich-Bei­trag zur 18. In­ter­na­tio­na­len Ar­chi­tek­tur­aus­stel­lung in Ve­ne­dig 2023

LINKS
Podcast: Design Emergency von und mit Paola Antonelli & Alice Rawsthorn
Alice Rawsthorn on Instagram
Disegno Journal

LITERATUR
BENNETT, Tony (1995): The Birth of the Museum. London / New York: Routledge
MÖRSCH, Carmen / SACHS, Angeli / SIEBER, Thomas (Hg.) (2017): Ausstellen und Vermitteln im Museum der Gegenwart. Bielefeld: transcript Verlag
SZÁNTÓ, András (2020): The Future of the Museum. 28 Dialogues, Berlin: Hatje Cantz

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Veröffentlichung: 15.04.2024

188 — Anastasia Kalensky
Design gegen Schmerzen beim Sex

Ana­sta­sia Kalens­ky ist 1998 in Bryn Ma­wr in den USA ge­bo­ren, in Kon­stanz auf­ge­wach­sen und hat von 2018 bis 2023 an der Hoch­schu­le Augs­burg Kom­mu­ni­ka­ti­ons­de­sign (B.A.) stu­diert. Wäh­rend ih­res Stu­di­ums hat sie Stu­die­ren­de in der Blei­satz­werk­statt der Hoch­schu­le Augs­burg be­treut und als Gra­fik­de­si­gne­rin bei dem Ke­ra­mik-Start up Mo­tel a Miio in Mün­chen ge­ar­bei­tet. Der­zeit wohnt sie als Fre­e­lan­ce De­si­gne­rin in Zü­rich.

Sie hat ih­ren Schwer­punkt auf Edi­to­ri­al- und Brand De­sign ge­legt und hat ei­ne be­son­de­re Lei­den­schaft für Print, Ty­po­gra­fie und das Ge­stal­ten von Bü­chern und Ma­ga­zi­nen.

2021 wur­de sie für das Co­mic-Ma­ga­zin „A Tas­te of Your Own Me­di­ci­ne“, das hu­mor­voll Gen­der­s­te­reo­ty­pen in der De­si­gn­bran­che the­ma­ti­siert, vom Art Di­rec­tors Club aus­ge­zeich­net und 2022 für das Brand De­sign der Spiel­zeit­ge­stal­tung der baye­ri­schen Staats­oper mit ei­nem sil­ber­nen Na­gel des Art Di­rec­tor Clubs aus­ge­zeich­net. Für Ih­re Ab­schluss­ar­beit „We are all able to plea­su­re. We are plea­sura­ble.“ er­hielt sie 2023 ei­ne Aus­zeich­nung des Deut­schen De­si­gner Clubs.

Ein gro­ßes In­ter­es­se gilt fe­mi­nis­ti­schen The­men und Auf­klä­rungs­ar­beit be­son­ders im Be­reich Gen­der Equa­li­ty und se­xu­el­ler Ge­sund­heit. Wenn sie Men­schen zum Nach­den­ken an­re­gen kann oder ein Ge­fühl von „ge­hört wer­den“ und In­klu­si­vi­tät ver­mit­teln kann, zu­sam­men mit dem Er­fül­len ei­nes äs­the­ti­schen An­spruchs, dann ist das für sie die idea­le Um­set­zung von De­sign.

Dies zeigt sich be­son­ders in ih­rer Ab­schluss­ar­beit: „We are all able to plea­su­re. We are plea­sura­ble.“ in der sie sich lö­sungs­ori­en­tiert mit un­ge­woll­ten Schmer­zen beim Sex be­fasst. Da bis zu 30 % al­ler Frau­en und Men­schen mit Vul­va/Va­gi­na re­gel­mä­ßig von Schmer­zen be­trof­fen sind, ist es ein The­ma, das sehr vie­le be­trifft und dem bis­lang viel zu we­nig Be­ach­tung ge­schenkt wur­de.

Ziel des Bu­ches ist es das zu än­dern, Be­trof­fe­ne auf­zu­klä­ren und zu em­powe­ren und zu ver­mit­teln: je­der hat ein An­recht auf ei­ne schmerz­freie, er­fül­len­de Se­xua­li­tät. Im nächs­ten Schritt möch­te sie „We are plea­sura­ble.“ pu­bli­zie­ren. Es gibt ei­ne li­mi­tier­te An­zahl für 37 Eu­ro pro Ex­em­plar zu ver­kau­fen, an­sons­ten gibt es die Mög­lich­keit zum Druck auf An­fra­ge.

LINKS
www.anastasia-kalensky.de
www.behance.net/anastaskalensk
www.instagram.com/anastasia_kalensky
www.linkedin.com/in/anastasia-kalensky

LITERATUR
NAGOSKY, Emily (2021): Come As You Are: Revised and Updated. The Surprising New Science That Will Transform Your Sex Life. New York: Simon & Schuster
STOKOWSKI, Margarete (2016): Untenrum frei. Reinbek: Rowohlt Verlag

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Veröffentlichung: 08.04.2024

187 — Antje Tschira
Das Centre Agro-Alimentaire in Siby, Mali

Ant­je Tschi­ra ar­bei­tet als frei­berufliche sys­te­mi­sche Or­ga­ni­sa­ti­ons­be­ra­te­rin und Füh­rungs­coach für Bil­dungs-, Kul­tur- und Wis­sen­schafts­or­ga­ni­sa­tio­nen, kre­iert Wei­ter­bil­dun­gen für die Päd­ago­gik, be­tei­li­gungs­ori­en­tier­te For­ma­te für Ent­wick­lungs­pro­zes­se und ist Do­zen­tin für Er­zie­hungs­wis­sen­schaft und Or­ga­ni­sa­ti­ons­de­sign, Di­dak­tik, so­wie äs­the­ti­sche Bil­dung in der So­zia­len Ar­beit.

Nach dem Stu­di­um der Er­zie­hungs­wis­sen­schaft, Po­li­tik­wis­sen­schaft und Kunst­ge­schich­te folg­te die Pro­mo­ti­on und Wei­ter­bil­dun­gen zur Or­ga­ni­sa­ti­ons­be­ra­te­rin bei Si­mon We­ber Fri­ends, zum Coach am Mil­ton-Erick­son-In­sti­tut und für Sys­tem­auf­stel­lun­gen und sze­ni­sche Ver­fah­ren am WISL. Au­ßer­dem ist sie ei­ne der Ge­sell­schaf­ter*in­nen des Cent­re Agro-Ali­men­taire in Si­by, Ma­li, der CAAS gGmbH. Sie ar­bei­tet ent­lang der Fra­ge: Wie kom­men Men­schen, Teams und Or­ga­ni­sa­tio­nen in ih­re Kraft?

Die Pro­mo­ti­on über die Spiel­re­geln zwi­schen Mensch und Um­welt im Lern­pro­zess bil­de­te die theo­re­ti­sche Re­fle­xi­on jah­re­lan­ger päd­ago­gi­scher Er­fah­rung und Kon­zept­ent­wick­lung in der Ju­gend­ar­beit. Schon in die prak­ti­sche Ar­beit flos­sen sys­te­mi­sche und kon­struk­ti­vis­ti­sche Theo­ri­en ein. Bei­des, Theo­rie und Pra­xis be­grün­de­ten das Cre­do, dass der Kon­text be­stimmt, wie sich Men­schen in ihm ver­hal­ten und ent­wi­ckeln. Ver­än­de­rung und Ent­wick­lung fin­den al­so im­mer durch Kon­text­ge­stal­tung statt. Im Gro­ßen wie im Klei­nen.

Der Be­griff der So­zia­len Skulp­tur von Jo­seph Beuys bringt in ih­ren Au­gen zum Aus­druck, dass durch In­ter­ak­tio­nen im­mer ei­ne so­zia­le Form ent­steht. Sie könn­te auch an­ders aus­se­hen. Je­de In­ter­ak­ti­on ist im­mer auch ge­kop­pelt an Ent­schei­dun­gen. Ent­schei­det man sich an­ders, ent­steht ei­ne an­de­re Form. In­so­fern tra­gen wir mit un­se­ren Ent­schei­dun­gen im­mer auch die Ver­ant­wor­tung für die Form, die da­durch ent­steht. Nicht nur in dem Sin­ne, dass Kunst Ge­sell­schaft ver­än­dert, son­dern ge­sell­schaft­li­che Ak­teu­re brin­gen auch For­men her­vor.

Wel­che For­men und For­ma­te brin­gen gu­te Ent­wick­lun­gen her­vor? Kein Wun­der al­so, dass sie die Idee, das Fund­rai­sing für ein Be­rufs­bil­dungs­zen­trum für jun­ge Frau­en in Ma­li zu über­neh­men und ei­ne Stif­tung da­für zu ge­win­nen, von An­fang an mit­tra­gen konn­te und woll­te.

Sie ist seit der Grün­dung des Cent­re Agro-Ali­men­taire in Si­by mit da­bei. Als Schar­nier zur Pro­jekt för­dern­den Klaus Tschi­ra Stif­tung, de­ren Ge­sell­schaf­ter­fa­mi­lie sie an­ge­hört, sitzt sie auf dem Zaun zwi­schen dem Pro­jekt und der Stif­tung und ba­lan­ciert bei­de Lo­gi­ken im­mer wie­der aus. Da sie pas­sio­nier­te Kon­zep­te­rin und Ken­ne­rin gu­ter nach­hal­ti­ger päd­ago­gi­scher Kon­zep­te ist, und ein Ge­spür für er­folg­rei­che Teams und Grün­der*in­nen hat, konn­te sie das Kon­zept des CAAS von An­fang an mit En­ga­ge­ment und Lei­den­schaft ver­tre­ten, weil sie vom Er­folg die­ses Kon­zep­tes und sei­ner Ent­wick­ler über­zeugt war und ist.

Sie ist au­ßer­dem Berg­stei­ge­rin und fe­mi­nis­ti­sche Ak­ti­vis­tin.

LINKS
Frauen führen besser – der Wahrnehmungspodcast im Carl-Auer-Verlag. Interview mit Gunthard Weber über Gründungen und das CAAS in Mali
Praktische Systemtheorie
www.antjetschira.de

LITERATUR
ROCKSLOH-PAPENDIECK, Barbara (2022): Das andere Mali. Eine ländliche Gesellschaft im Umbruch. Heidelberg: Carl-Auer Verlag
TSCHIRA, Antje (2005): Wie Kinder lernen – und warum sie es manchmal nicht tun. Über die Spielregeln zwischen Mensch und Umwelt im Lernprozess. Heidelberg: Carl-Auer Verlag
CIRIEZ, Fréderic; LAMY, Romain (2021): Frantz Fanon. Hamburg: Hamburger Edition

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Veröffentlichung: 01.04.2024

186 — Tanja Godlewsky
Gender Design muss in die Lehre

Die Designerin Tanja Godlewskys setzt sich in ihrer wissen­schaft­lichen und prak­tischen Arbeit mit den aktu­ell ge­führten gesell­schaft­lichen De­batten aus­ein­ander und ver­bin­det diese oft mit Be­zügen in pop­kulturell rele­vante Kon­texte. In zahl­reichen inter­diszi­pli­nären Pro­jekten spannt die freie Kreativdirektorin, die ihr Diplom in Köln an der KISD machte, den Bogen von klassischen ge­druckten Editorial­formaten über Messe- und Aus­stellungs­kon­zepte bis hin zu digi­talen An­wendun­gen. Dabei liegt ein Schwer­punkt ihrer Arbeit in der Kon­zeption von Corporate Designs und der Aus­arbeit­ung visu­eller Identitäten.

Dabei bedient sich Tanja God­lewsky an einer Band­breite von Themen, die einen wichtigen Ein­fluss auf Design und Gesell­schaft haben. So war sie z.B. bis Ende 2023 Teil eines inter- und trans­diszi­pli­nären Teams, welches sich mit der Frage be­schäftigte, wie Menschen zu einer aktiven Mit­gestaltung der Zukunft und der Trans­formation der Gesell­schaft motiv­iert werden können. In dem Projekt „Urbane Xtopien – Frei­räume der Zukunft“ hat sie mit anderen Wissen­schftler­*innen unter anderem den Todomat (Tod+ToDo+Automat) ein­wickelt, ein Auto­mat an dem man seine Be­erdigung und sein Ver­mächtnis konfi­guriert und der heute im Museum für Sepul­kral­kultur in Kassel steht.

Auch in ihren Aus­stellungs­bei­trägen und Publi­kationen setzt Tanja God­lewsky sich mit den Heraus­forder­un­gen für zukunfts­weisendes Design aus­ein­ander und lehrt seit vielen Jahren an ver­schiedenen Kunst- und Design­hoch­schulen - sowohl in Bachelor- als auch in Master­studien­gängen und ist Jurorin für ver­schiedene Design­preise. Aktuell ist sie Pro­fes­sorin für Medien­design an der IU Inter­natio­nalen Hoch­schule in Essen und hat einen festen Lehr­auf­trag am Institut für Pop-Musik der Folk­wang Uni­versi­tät der Künste, wo sie mit den Studieren­den ihre visu­ellen Identi­täten entwickelt.

All diese Aktivi­täten werden immer auch unter der Per­spek­tive gender­sen­siblen Designs analy­siert. In Semi­naren, Vor­trägen, Publi­katio­nen und Pod­casts verfolgt sie das Ziel, die Rele­vanz und Chancen von gender­sen­sibler Gestalt­ung zu ver­breiten und die Mög­lich­keiten für Designer­*innen und Unter­nehmen aufzuzeigen.

Sie ist Gründungs­mit­glied des inter­national Gender Design Network (iGDN) und Mit­initi­atorin und Juror­in des inter­natio­nalen Design­preises iphiGenia Gender Design Award. Dabei liegt ein Schwer­punkt ihres Inter­esses auf der Nach­wuchs­förder­ung und der Ver­leih­ung des Nach­wuchs­preises in dieser wichtigen Kategorie.

LINKS
Linkedin Profil
international Gender Design Network
Forschungsprojekt Urbane Xtopien – Freiräume der Zukunft
Das Institut für Pop-Musik der Folkwang Universität der Künste
Podcast minneola
tanjagodlewsky.de (wartet seit 2018! Auf seine Auferstehung)

EMPFEHLUNG GUTER KÜNSTLERINNEN
Roisin Murphy Gazelle Twin
Aldous Harding
Jenny Hval
Helena Hauff (Fotos)

Portraitfoto Tanja Godlewsky © by Fotografin Katja Ruge

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Veröffentlichung: 25.03.2024

185 — Gerhard Kreysa
Wir brauchen den Systemwandel

Gerhard Kreysa wurde 1945 in Dresden ge­boren. Er stu­dierte Chemie an der TU Dresden und promo­vierte dort 1970 bei Kurt Schwabe mit einer Arbeit über die Passi­vier­ung von Eisen. Da­nach war er Gast­wissen­schaft­ler an der Akademie der Wissen­schaften in Berlin-Adlers­hof, wo er aus seinem Büro täg­lich auf die Berliner Mauer blicken musste. 1971 scheiterte dann ein Flucht­ver­such in die Bundes­republik, führte zu einer Ge­fängnis­strafe und endete aber glück­lich mit einem Frei­kauf durch die Bundes­regierung.

1973 wurde er wissen­schaft­licher Mit­arbeiter und später Gruppen­leiter am DECHEMA-Insti­tut in Frank­furt am Main. Hier beschäf­tigte er sich mit Prob­lemen der Tech­nischen Elektro­chemie und des Um­welt­schutzes. Ein Patent für ein neues Ver­fahren zur elektro­chemischen Reini­gung metall­haltiger Ab­wässer wurde erfolg­reich ver­marktet und führte 1990 im Zuge eines manage­ment buy-out von der Deut­schen Carbone AG zur Grün­dung eines start-ups.

1978 habili­tierte er sich an der TU Dort­mund mit einer Arbeit über die elektro­chemische Pro­zess­technik von Fest- und Wirbel­bett­zellen. 1989 konnte er schon sechs Wochen nach der Ver­öffent­lichung durch Martin Fleisch­mann zeigen, dass es sich bei der sen­satio­nellen Kalten Kern­fusion leider nur um eine fata morgana handelte. 1998 erzählte er dieses Kapitel Wissen­schafts­ge­schichte in seinem Roman „Fusionsfieber“.

1986 trat Gerhard Kreysa in die Geschäfts­führung der DECHEMA Gesell­schaft für Chemische Technik und Bio­techno­logie e.V. ein und wurde 1992 deren alleiniger Geschäfts­führer. Seitdem widmet er sich, auch in zahl­reichen Ehren­ämtern auf natio­naler und inter­natio­naler Ebene, Fragen der Forschungs­förder­ung und der Akzep­tanz von Natur­wissen­schaft und Technik in der Gesell­schaft. Er erhielt zahl­reiche wissen­schaft­liche Aus­zeich­nun­gen im In- und Ausland, Ehren­doktorate der Tech­nischen Univ­ersität Clausthal und der Königlich-Technischen Hoch­schule Stockholm und lehrte seit 1985 als apl. Professor an der TU Dortmund und seit 1993 auch als Honorarprofessor an der Uni­versi­tät Regens­burg. Er ist Ehren­bürger der TU Claus­thal, Mit­glied der König­lich-Schwedischen Akade­mie der Ingenieur­wissen­schaften und der Deutschen Akademie der Technik­wissen­schaften (acatech). Nach der deutschen Wieder­ver­eini­gung hat er sich u.a. als Gründungs­vorsitzen­der und danach als Vor­sitzen­der des wissen­schaft­lichen Beirats für die Inte­gration des Kern­forschungs­zent­rums Rossen­dorf bei Dresden in die gesamt­deutsche Forschung­s­land­schaft enga­giert, wofür 2007 mit dem Sächsischen Verdienst­orden ge­ehrt wurde. Bis heute gilt sein beson­deres Engage­ment dem Klimaschutz.

Gerhard Kreysa lebt seit 2005 in Epp­stein und ist seit 2012 aktives Mitglied im Wies­badener Film­kreis, Mit­glied beim Bundes­ver­band Deutscher Film-Autoren. Er hat bereits über 25 Wett­bewerbs­filme produ­ziert, wovon 13 Medaillen­preise und 2 den Deutschen Film­preis (höchste Aus­zeich­nung im deutschen Amateur­film) erhiel­ten. Sein vor­rangiges Genre ist der populär­wissen­schaft­liche Film, den er gern als Pop-Science-Film be­zeichnet. Er ist Vater von zwei er­wach­senen Kindern und glück­licher Opa von drei Enkeln.

LINKS
Film: Wenn möglich bitte wenden
Film: Klimaschutz ade?
Auswahl von Filmen, insbesondere Pop-Science
Faszination Chemie: Wie klimafreundlich sind Elektroautos?

LITERATUR
KREYSA Gerhard (1998): Fusionsfieber. Weinheim: WILEY-VCH Verlag
KREYSA Gerhard (2018): Quer zum Zeitgeist. Berlin: Verlag epubli
VON WEIZSÄCKER Ernst Ulrich; WIJKMAN Anders; u.a. (2017): Club of Rome: Der große Bericht – Wir sind dran. Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus
KEMFERT Claudia (2023): Schockwellen – Letzte Chance für sichere Energie und Frieden. Frankfurt am Main: Campus Verlag
GÖPEL Maja (2020): Unsere Welt neu denken. Berlin: Ullstein Buchverlage
GÖTZE Susanne; JOERES Annika (2020): Die Klimaschmutzlobby. München: Piper Verlag
WIEGANDT Klaus (Hrsg., 2022): 3 Grad mehr. München: oekom verlag

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Veröffentlichung: 18.03.2024

184 — Juliane Kühr
Eigen-Insemination gestalten

Juliane Kühr ist Produkt­design­er­in. Sie hat ihr Bachelor­stu­di­um an der Hoch­schule der Bilden­den Künste Saar 2023 ab­ge­schlos­sen. Der­zeit setzt sie ihr Studi­um im Master fort. Ihr Schwer­punkt liegt im Social Design, Gender Design und Inklu­sion durch Design.

Sie verfolgt einen Ge­staltungs­an­satz, der da­rauf ab­zielt, eine Viel­zahl an Per­spek­tiven in den Design­pro­zess ein­zu­bin­den. Sie ist nicht nur Mit­glied, son­dern auch enga­giert in ihrer Mit­arbeit für das „Inter­natio­nal Gender Design Net­work“, das sich dafür ein­setzt, Gender im Design sicht­bar zu machen und ein­zubeziehen.

Juliane Kühr betrachtet Design als ein Werk­zeug zur Ge­stalt­ung einer ge­rechten und inklu­siven Gesell­schaft. Da­bei ist es für sie essen­tiell, zu­kunfts­orien­tierte Kon­zepte zu ent­wickeln, die be­stehen­de gesell­schaft­liche Normen hinter­fragen. Dieser Über­zeugung ent­spricht auch ihre Ab­schluss­arbeit „Vruit“ – ein Sex­toy-Set für die Eigen-In­semi­na­tion, das vor allem für Singles und queere Men­schen eine Alter­na­tive zur klinischen Insemi­nation bietet.

Für die Weiter­ent­wick­lung von „Vruit“ erhielt Juliane Kühr Unter­stütz­ung durch das Ver­bund­pro­jekt places2x sowie das EXIST-Women-Pro­gramm des Bundes­minis­teri­ums für Wirt­schaft und Klima­schutz. Bei den German Design Gradu­ates 2023 wurde sie für „Vruit“ im Bereich „Fokus­thema: Inklu­sion“ aus­ge­zeich­net. 2023 und 2024 war „Vruit“ in ver­schieden­en Aus­stell­un­gen zu sehen, darunter die Dutch Design Week. Juliane Kühr stellt ihren Ge­staltungs­an­satz und ihre Arbeit auf ver­schiedenen Platt­formen vor, bei­spiels­weise auf der Kon­ferenz „Gesell­schaft ge­stalten! Soziale Nach­haltig­keit durch Design“ des Rats für Form­gebung oder dem Pod­cast „Eine Stunde Liebe“ von Deutsch­landfunk Nova.

LINKS
julianekuehr.com
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Deutschlandfunk Nova
Konferenz des Rat für Formgebung
Wettbewerb German Design Graduates

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Veröffentlichung: 11.03.2024

183 — François Burkhardt
Design für die Öffentlichkeit

François Burk­hardt ist einer der wichtig­sten und produk­tiv­sten Design­publi­zisten und Kuratoren, Aus­stellungs­macher, Zeit­schriften­heraus­geber, Art Direk­toren, Hoch­schul­rektoren, Archi­tek­ten, Gremien-Mit­glieder der letzten fast 60 Jahre.

Er publiziert auf Deutsch, Italienisch, Fran­zösisch und Eng­lisch. Allein in den letzten 4 Jahren hat der 1936 in Winter­thur geborene Schweizer 3 um­fang­reiche Bücher heraus­gegeben.

Burkhardt steht wie wenige andere für ein kritisches, am Ge­mein­wohl orien­tier­tes Design­verständ­nis. Sein Wirken in Paris, Berlin, Mailand etc. hat Spuren hinterlassen.

Sein Ansatz ist heute aktueller denn je. Ob im Centre Pompidou, als Leiter des Inter­nationalen Design­zentrum, als Chef­redak­teur von DOMUS hat er stets auf eine Öff­nung des Dis­kur­ses, auf ein Design­ver­ständ­nis hin­ge­arbeitet, in dem Industrie­interes­sen nur ein Faktor unter vielen und nicht der domi­nante Aspekt sind. In seiner umfang­reichen Publi­zis­tik berührt er zahl­reiche Themen unserer Zu­kunfts­ge­staltung.

Curriculum-vitae von Francois Burkhardt

Geburtsdatum: 16.04.1936 in Winterthur (Schweiz).
Nationalität: Schweizer.
Sohn von René Burkhardt, Chemiker im Bereich Industrie-Keramik (1904 – 1987) und Emma Burkhardt – Corboz (1904 – 1958).
Verheiratet seit 1964 mit Friedlinde Burkhardt – Honold, Künstlerin und Designerin, geboren 22.08.1937.

Tätigkeit als Architekt

Lehre als Bauzeichner bei Eugen Mamin Architekt (1955 – 1959) in Lausanne. Anfang des Architekturstudiums an der EPUL in Lausanne bei Prof. Favre (1959 – 1960). Parallel dazu praktische Tätigkeit als Bauzeichner im Büro E. Mamin (Bau der Schulen in Le Sépey und La Comballaz). Auf Empfehlung von Prof. Favre, Unterbrechung des Studiums und Praktikum beim Architekt Ernst Giesel in Zürich (1960 – 1964). Dort Mitarbeit an: Wettbewerb für das Stadttheater (1960), Mehrfamilienhaus Clausiusstrasse (1961), Abteilung „la comunauté humaine“ (ökumenische Kirche und Mehrzwecktheater) an der Schweizer Landesausstellung in Lausanne (1962 – 1964). Eidgenössisches Kunststipendium für Architekten, Bern: 1963 (Freizeitzentrum in Zürich) und 1964 (Vorfabrizierter Ausstellungspavillon). 1964 – 1967 Mitarbeit im Büro Tita Carloni (1964 – 1966) in Lugano, parallel dazu eigene Tätigkeit als Architekt. Zweite Phase meines Architekturstudiums an der HfbK Hamburg (1967 – 1969) u.a. bei J.P. Bakema und Max Bill. Diplom als Dipl. Ingenieur-Architekt zum Thema „Kulturbahnhof für Institutionen der Alltagskultur (Architektur, Design, Kunst, visuelle Kommunikation) am Gleisdreieck in Berlin“ (1982). Gründer der Gruppe Urbanes Design, Gestaltung für den öffentlichen Raum, Organisation und Gestaltung von Ausstellungen, in Hamburg (1968 – 1970), in Berlin (1971 – 1984 und ab 2002).

Tätigkeit als Lehrender im Bereich Architektur und Design

Lehrbeauftragter an der Muthesius-Werkkunstschule Kiel (1969 – 1971). Lehrbeauftragter an der Architekturfakultät am Politecnico von Mailand, (1986 – 1987).  Gastprofessor für Designgeschichte und Designtheorie an der Hochschule für angewandte Künste Wien (1987 – 1992).  Dozent für Designgeschichte an der Architekturfakultät der Universität Lyon (1990 – 1991).  Professor für Designgeschichte und Designtheorie an der HBK Saar (1992 –2002). Vorsitzender der Designabteilung (1993 – 1999).  Verantwortlich für die HBK Saar für die Lehre für europäischen Hochschulen, Faches Glas und Kristall im Centre International d' Art Verrier in Meisenthal (1992 – 1996).  Gastdozent am Instituto Statale Industriale Artistico ISIA in Florenz (2000 – 2001).  Gastdozent an der Scuola di Specializzazione in Beni storico artistici, Universität Siena (2010 – 2011).

Tätigkeit in Kulturinstitutionen

Korrespondent als freier Mitarbeiter für Radio della Svizzera Italiana (1966 – 1969).  Leiter des Kunsthaus Hamburg (1969 – 1971).  Beauftragter für die Abteilung „Utopien und Städtebau“ an der d5 (Dokumenta) in Kassel (1972).  Verantwortlich für das Kulturprogramm im Haus deutscher Ring Versicherungen in Hamburg (1969 – 1979).  Direktor und Geschäftsführer des Internationalen Design Zentrums Berlin (IDZ) (1971 – 1984).  Direktor des Centre de Création Industrielle (CCI) (Abteilung für Architektur, Design, Mode, Visuelle Kommunikation) im Centre Georges Pompidou in Paris (1984 – 1990).  Beauftragter vom Centre Georges Pompidou für Ausstellungen (1991 – 1992). Vorstandvorsitzender des Design-Labors in Bremerhaven (1993 – 2002).

Tätigkeit als Konsulent und Art-Direktor

Kulturministerium Paris: Gutachten für eine progressive Kulturpolitik des CCI (1982).  President der Industrie und Handelkammer von Siena (1991 – 1993).  bei der Firma Cassina in Meda (1993 – 1995 mit Filippo Alison und Domenico De Masi).  Società Consortile Cristallo in Colle Val d' Elsa (1993 – 1995). Kunstmuseum Wolfsburg (1994 – 1995).  Arnolfo di Cambio in Colle Val d' Elsa: Linea Clarline (1995 – 2005). Wirtschaftssenator in Bremen (1993 – 2003).  Gebrüder Thonet-Vienna, Reeditionen (2003 – 2006 mit Dr. Christian Witt-Döring).

Direktion von Zeitschriften

Traverse in Paris (1984 – 1990).
Domus in Mailand (1996 – 2000).
Crossing in Mailand (2000 – 2002).
Rassegna in Bologna (2005 – 2007).

Mitgliedschaften und Gremien

Mitglied des Schweizerischen Werkbund, Sektion Zürich (1964 – 1972).
Mitglied des Deutschen Werkbund Berlin (1972 – 1984). Ab 1984 Ehrenmitglied.
Mitglied des Vorstandes des Kunstverein Hamburg (1969 – 1971).
Mitglied des Vorstandes des Rat für Formgebung in Darmstadt (1974 – 1980).
Mitglied des Austellungs-Kommission des Instituts für Auslandsbeziehungen in Stuttgart (1977 – 1981).
Mitglied der Veranstaltungs-Kommission des Goethe-Instituts in München (1978 – 1980).
Mitglied des Vorstandes des Bauhaus-Archiv Berlin (1978 – 1984). Ab 1984 Ehrenmitglied.
Ehrenmitglied der Akademie für Kunst Rhein-Neckar in Mannheim (1987).
Mitglied der Kommission des europäischen Architekturpreises Mies van der Rohe in Barcelona (1989 – 1991).
Mitglied des wissenschaflichen und didaktischen Beirat der ISIA Florenz (1997 – 2001).
Mitglied des nationalen Komitee zur Hundertjahrfeier von Giuseppe Terragni, GT in Mailand (2004).
Ehrenmitglied der Accademia delle Arti e del Disegno, Florenz.

Ehrungen

Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien (1986).
Goldenes Ehrenzeichen für die Verdienste um die Republik Österreich (1987).
Plecnik-Medaillie der Stadt Lubliana.
Premio Abitare il Tempo in Verona (1989).
Premio FAD in Barcelona (1992).
Accademia d' Onore, Accademia delle Arti del Disegno in Florenz (1995).
Goldenes Ehrenzeichen der Republik Slovenien (1998).
Verdienste um die Designstandorte Bremen und Bremenhaven (2004).
Compasso d' Oro ADI, Premio per la Carriera Internazionale (2011).

Auswahl der wichtigsten Veranstaltungen

Austellungstätigkeit nach eigener Konzeption: Studio di Porta Pinciana. Architektur von Paolo Portoghesi und Vittorio Gigliotti / Bauzentrum Hamburg, F.H. Bielefeld (1968), Mailand, Rom (1969).  Künstler machen Pläne – andere auch / Kunsthaus Hamburg (1970).  Junge Hamburger Künstler / Kunsthaus Hamburg (1970).  Integration: Goepfert und Hölzinger / Kunstverein Frankfurt, F.H.Bielefeld (1972) Haus deutscher Ring Hamburg, Kunstverein Göttingen (1973).  Design als Postulat – am Beispiel Italien, mit Vittorio Gregotti, Franco Raggi / IDZ Berlin 1972.  Utopie und Planung, Documenta 5, mit Lucius Burckhardt, Burghart Schmidt / Kassel (1972).  Kontinuität von Leben und Werk – Arbeiten von Ettore Sottsass / IDZ Berlin, Musée des Arts Décoratifs Paris, Biennale Venedig (1976), Design Centrer Barcelona, Jerusalem (1977).  Dieter Rams mit Inez Franksen / IDZ Berlin, Ljubljana (1980), Helsinki, Mailand, Barcelona, Zürich (1981), London, Amsterdam, Köln (1982).  Die 50er Jahre – Blickpunkt Deutschland / Haus deutscher Ring Hamburg (1977).  Produktdesign aus Berlin / IDZ Berlin (1979).  Herbert Bayer / Haus deutscher Ring Hamburg (1981)  Fehling und Gogel – Architekturen / IDZ Berlin, Rom (1981).  Gestaltung zwischen „good design“ und Kitsch mit Alessandro Mendini / IDZ Berlin (1983).  Vlastislav Hofman – Architektur des böhmischen Kubismus / IDZ Berlin, Haus Industrie Form Essen (1982), Theatermuseum Wien (1983).  Produkt – Form – Geschichte – 100 Jahre Produktdesign, mit Heinz Fuchs / Messe Hallen Berlin (1984), Sao Paolo (1988), Tokio (1989).  Joze Plecnik – Architecte 1872 – 1957, mit Boris Podrecca, Damjan Prelovsek / CCI Paris, Ljubljana (1986), Madrid, Villa Stuck München, Historisches Museum der Stadt Wien, Landeskreditbank Baden-Württemberg Karlsruhe (1987), Mailand, Biennale Venedig (1988), MIT Cambridge, Washington (1989).  Les nouvelles tendances – les avantgardes de la fin du XX siècle, mit Raymond Guidot / CCI Paris (1987).  Objet de culture – culture de l' objet mit Raymond Guidot / CCI Paris (1987)  Test – Ausstellung als Modell für die Integration des Design in der Sammlung des Musée d'Art Moderne im Centre Georges Pompidou.  L' aventure Le Corbusier, mit Bruno Reichlin / CCI Paris (1987), Palazzina della Promotrice delle Belle Arti Torino (1988), Palau de la Virreina und Fundacio Joan Miro Barcelona (1988).  Hans Hollein – Metaphore et Metamorphoses / CCI Paris, Historisches Museum der Stadt Wien (1987), National Gallerie Berlin (1988).  Giovanni Michelucci – dessins d' architecture , mit Marco Dezzi – Bardeschi / CCI Paris, Palazzo Vecchio Florenz (1987).  Formes des métropoles – nouveau design en Europe, mit Andrea Branzi / CCI Paris / Neues europäisches Design, Kunstmuseum Düsseldorf (1991).  Mr. Bojangles Memory – og son of fire, mit Robert Wilson / CCI Paris (1991).  Design made in Belgium / Möbelmesse von Kortrijk (1994).  Königstraum und Massenware – 300 Jahre europäisches Porzellan / Abteilung: von der funktionalen Gestaltung zum Design 1930 – 2010 / Porzellanikon Selb (2010).  Konzept für das „Museo della Ceramica Contemporano mediterraneo (MCCM) in Cava de Tirreni (2019).  alle Ausstellungen von Linde Burkhardt in Italien, Portugal und Deutschland / siehe dazu „Urbanes Design 1968 – 2018 / Gestaltung für den öffentlichen Raum“.

Auswahl von Ausstellungen die auf seine Initiative entstanden sind, aber nicht von ihm kuratiert wurden (in Klammern der oder die Kurator-in): Essen in der Arbeitswelt (Anna Teut) / IDZ Berlin (1972).  Mode, das inszenierte Leben (Bazon Brock) / IDZ Berlin (1972).  Design it yourself ( Victor Papanek) / IDZ Berlin (1973).  Der Baderaum, sozialer Raum der Familie (Linde Burkhardt) IDZ Berlin (1973).  Kitsch (Eberhart Rothers) / Haus deutcher Ring Hamburg / IDZ Berlin (1973).  Die Stadt – Bild und Wirkung (Lucius Burckhardt, Vittorio Gregotti, Pierluigi Nicolin) / IDZ Berlin, Haus Deutscher Ring Hamburg (1974). Kunst in der Stadt (Linde Burkhardt, Martin Damus) / Haus deutscher Ring Hamburg.  Zwischen Kunst und Industrie – der deutsche Werkbund (Gustav von Hartmann) / IDZ Berlin (1976).  Kindergartenstädte – erste Begegnung mit der organisierte Umwelt (Linde Burkhardt) / IDZ Berlin, CCI Paris (1976).  Aufbruch und Krise des Funktionalismus: Bauen und Wohnen in Schweden 1930 - 1980 (Klaus - Jürgen Sembach) / IDZ Berlin (1976)  40 Londoner Architekten – Ideen, Konzepte, Entwürfe (Peter Cook) / IDZ Berlin 1977).  Design in den USA (Evert Endt) / IDZ Berlin (1977).  Neues Gewerbe und Industrie (Jochen Gros) / IDZ Berlin (1977).  Prozession „Zeigt Dein liebstes Gut“ (Bazon Brock) IDZ Berlin (1977).  Industriekultur – Peter Behrens und die AEG (Tilmann Budensieg) / IDZ Berlin (1978), PAC Milano, Camera dos Architectos Barcelona (1979).  Kommunaler Wohnungsbau in Wien (Karl Mang) / IDZ Berlin (1978)  Persönlichkeit werden... zum höchsten Glück auf Erden (Bazon Brock) / Haus deutscher Ring Hamburg (1979).  Connection – das Werk von Charles und Ray Eams (Rolf Fehlbaum) / IDZ Berlin (1979).  … und wie wohnst Du? (Linde Burkhardt)/ IDZ Berlin im Kongresszentrum Berlin (1979).  Architektur – Fragmente. Arbeiten des portugesischen Architekten Alvaro Siza ( Alvaro Siza) / IDZ Berlin (1979).  Arbeiten des Architekten Vittorio Gregotti (Vittorio Gregotti) / IDZ Berlin (1980).  Im gehen Preussen verstehen – Kulturpfad der historischen Imagination (Bazon Brock) / IDZ Berlin (1981).  Provokationen – neue Tendenzen im italienischen Design (Alessandro Mendini) / IDZ Berlin, Werkbund Hannover (1982).  Möbel aus Italien, mit Vittorio Gregotti und Giovanni Klaus König / Design Center Stuttgart (1983).  les immatériaux (Jean-Francois Lyothard und Thierry Chaput) / Centre Georges Pompidou Paris (1985).  Le bâteau blanc (Luciano Semerami) / CCI Paris (1985).  L' image des mots (François Vermeil) / CCI Paris (1985).  Achille Castiglioni, du design au ready-made (Paolo Ferrari) / CCI Paris (1986).  Tout beau – tout néo, design du matériau naissant (Denis Santachiara) / CCI Paris (1986).  Hugh Ferris ( Alain Guiheux) / CCI Paris (1987).  Mies van der Rohe (John Zukowsky AIC Chicago) / CCI Paris 1987.  Ideation des Filmes „Aufzeichnung zu Kleidern und Städten“ von Wim Wenders zum Werk von Yohji Yamamoto.  Design Francais 1960 – 1990 (Françoise Jollant, Margot Rouard) / CCI Paris (1988).  Images d' utilité publique (Josée Chapelle, Marsha Emanuel) / CCI Paris ( 1988).  70 angels on the façade, Domus 1928 – 1998 / Theaterstück von Robert Wilson / Text von François Burkhardt und Rosellina Archinto (1998).  Les années 50 (mit Raymond Guidot und Jean Nouvel) / CCI Paris 1988.  Alvar Aalto avant 1927 (mit Alvar Aalto Gesellschaft) / CCI Paris 1988.  L' école d' Ulm: design, architecture, communication visuelle (Herbert Lindinger) / CCI Paris (1988).  Berlin: les avants-gardes du mobilier (Angela Schönberger) / CCI Paris (1988).  Frederick Kiesler (Dieter Bogner) / CCI Paris (1988).  L' étrange univers de Carlo Mollino (Fulvio Irace, Alessandro Mendini) / CCI Paris ( 1989).  Erik Gunnar Asplund architecte suédois (Karin Winter) / CCI Paris (1989).  Alvaro Siza (Alvaro Siza) / CCI Paris (1990).  Jean Prouvé constructeur (Raymond Guidot, Alain Guiheux) / CCI Paris (1990).  Art et Pub, mit Jean – Hubert Martin und Anne Baldasari / Centre Georges Pompidou Paris (1990), Sezon Museum Tokio (1991).  Sculture di Alvaro Siza / in Personaggi Alvaro Siza e Linde Burkhardt / Pinacoteca Comunale d' Arte Contemporanea Gaeta (2013).

Symposien und Entwurfswochen

Ästhetik in der Alltagswelt / Leitung Bazon Brock, unter Mitwirkung von G.C. Argan, R. Arnheim, N. Elias, G. Kepes, G. Kubler / Akademie der Künste Berlin (1973).  Das Pathos des Funktionalismus – Berliner Architektur 1920 – 1930 / Leitung Heinrich Klotz / unter Mitwirkung von A. Lorenzer, S. Von Moos, J. Posener, Robert Venturi, A. M. Vogt. / IDZ Berlin (1974).  Berlin – Alt und Neu. Zur Integration moderner Architektur in Altbaustrukturen / unter Mitwirkung von G. Böhm, A. Corboz, V. Gregotti, C. Moor, C. Norbert - Schulz, A. und P. Alison, O.M. Ungers /-IDZ Berlin (1975).  Stadtstruktur – Stadtgestalt / unter Mitwirkung von G. Böhm, V. Gregotti, O.M. Ungers, P. Smithson, A. Siza / IDZ Berlin (1976).  Erste Sommerakademie für Architektur „die Stadt in der Stadt“ / Gesamtleitung O.M. Ungers , Verantwortlich für die Vortragsreihe: Linde und François Burkhardt / unter Mitwirkung von R. Koolhaas, A. Rossi, V. Gregotti, A. und P. Alison, H. Hollein, R. Krier, C. Aymonino, M. Scolari, H. Klotz, M. Dezzi-Bardeschi. / Künstlerhaus Bethanien (1977).  Lebensformen der 20er Jahre / Leitung Bazon Brock / unter Mitwirkung von L. Burckhardt, S. Golowin, M. Green, P. Sloterdijk, H. Szeemann, O. Birkner, K. Hartmann, E. Hieronimus / CCI Berlin ( 1977).  Forum Design – Linz / Leitung des Syposiums Linde und François Burkhardt / unter Mitwirkung von : G.C. Argan, B. Brock, L. Burckhardt, J. Gros, A. Lorenzer, A. Morello / Linz (1980).  Essen und Ritual / mit Alessandro Mendini / unter Mitwirkung von J. C. de Castelbajac, P. Cook, H. Hollein, P. Kubelka, R. Sapper, E. Sottsass, S. Wewerka / IDZ Berlin ( 1981).  Das Aussenhaus – Gestaltung zwischen öffentlichem und privatem Raum / unter Mitwirkung von J.P. Hölzinger, L. Kroll, U. La Pietra, Gruppe Metron, Haus Rucker + Co / IDZ Berlin (1982).  Erkunden – Internationales Designgespräche Stuttgart / mit Anne-Marie Burckhardt, Lucius Burckhardt, Bazon Brock, Linde Burkhardt, Diedrich Diederichsen, Jochen Gros, Alessandro Mendini, Gianni Vattimo, Martin Warnke (1986).  Symposium die Aktualität des Ästhetischen: Das Neue Design / Hannover (1992).  Camere con vista / Ipotesi progettuale di Imre Makovecz / Abitare il tempo Verona (1993).  Estetica e cultura di massa / Leitung François Burkhardt / unter Mitwirkung von: E. Bolcato, F. Haks, H. Hollein, A. Mendini, A. Miralda, S. Naiza, P. Portoghesi, G. Vattimo / Abitare il Tempo Verona (1995).  Nouvelles tendances: Entwurfswoche mit R. Arad, P. Deganello, H. Hollein, J. Kaplicky, T. Kita, J. Mariscal, A. Mendini, Ph. Starck. Symposium Leitung : Umberto Eco / unter Mitwirkung von: J. Baudrillard, P. Boulez, P. Restany, P. Hulten, A. Robbe - Grillet, L. Burckhardt, B. Brock, R. Barilli, O. Calabrese/ IDZ Paris (1986).  Storia come riferimento nella cultura contemporanea del mobile / Leitung: François Burkhardt / mit F. Alison, R. Bossaglia, D. de Masi, U. La Pitra, F. Moschinio, P. Portoghesi, O. Tusquets – Blanca / Abitare il Tempo Verona (1994).  Mittelleuropäischen Designkonferenz / Leitung Carl Auböck/ Wien (1990).  Fatto ad Arte / Leitung Ugo la Pietra / Triennale Milano (1995).  Dialogi di Milano ADI: nuova cultura dell' abitare / Leitung : Augusto Morello (1996).  Luoghi di affezione / film vom interview an François Burkhardt / Triennale di Milano (1997), siehe Buch Urbanes Design, Gestaltung für den öffentlichen Raum.  Architettura e narratività / Leitung Pietro Derossi / Politecnico di Milano, Dipartimento di Progettazione dell' Architettura (2000).   Radicalmente Napoli / Giornata di studio / Moderation François Burkhardt / Centro Congressi Napoli (2005).  Settimane dell' architettura Cava de Tirreni / im Auftrag Consorzio Ceramisti Cavesi mit Paolo Deganello und Alvaro Siza (2007).  Less i next – per un design solidale e sostenibile: a proposito di socio design ISIA Auditorium della Regione Toscana (2008)  IDZ Forum Design – Kritik: die Kunst der Kritik / Akademie der Künste Berlin (2009).  Zum Anlass der Übergabe der „chiavi della città di Firenze“ an Alvaro Siza: Präsentation der Persönlichkeit / Palazzo Vecchio Firenze (2010).  La marque dans l' espace public: „rapport entre espace public et processus d' appropriation de l' environnement„ / Collège des Bernardins Paris (2013).  Notizen zu Arbeitsmethode von Hans Hollein / Universität der angewandte Künste Wien (2014).  Präsentation Buch: „dalla certezza alle incertezze“ / Moderation Beppe Finessi / Teatro Bibiena Mantova (10.09.2016)  Präsentation des Buches „Auf dem Weg zu Ungewissheiten“ / Moderation Gerald Bast / Universität der angewandte Künste Wien (29.11.2016).  Präsentation des Buches „ Auf dem Weg zu Ungewissheiten“ / Moderation Florian Hufnagl / Bücherbogen Berlin (23.02.2017).  Symposium zum Werk von Savioli, Besonders zur Blumenmarthallen in Pescia mit u.a. Hans Koolhoff und Adolfo Natalini (2017).  Symposium Michelucci Pistoia : „I valori propagati da Giovanni Michelucci che ci mancano oggi“ / Palazzo Comunale Pistioa (2017).  Symposium opere e pensiero di Marco Zanuso: „Mutazioni nell' interpretare l' opera di Marco Zanuso“ / Politecnico Milano (2018). Carriera Internazionale (2011).

Bücher von François Burkhardt

Dieter Rams (mit Inez Franksen).
Gerhardt Verlag Berlin, 1980.
 Cubismo cecoslovacco – architetture e interni (mit Milena Lamarova).
Electa Editrice Milano, 1982.
 Produkt, Form, Geschichte – 150 Jahre deutsches Design (mit Heinz Fuchs).
Dietrich Reimer Verlag Berlin, 1985.
 Formes des métropoles – Nouveau Design en Europe (mit Andrea Branzi).
Editions du Centre Georges Pompidou Paris, 1991.
 Neues europäisches Design (mit Andrea Branzi).
Ernst & Sohn Verlag Berlin, 1992.
 Design Marco Zanuso.
Federico Motta Editore Milano, 1994.
 Perché un libro su Enzo Mari (mit Juli Capella und Francesca Picchi).
Federico Motta Editore Milano, 1997.
 Angelo Mangiarotti – opera completa.
Federico Motta Editore Milano, 2010.
 Dalla certezza alle incertezze.
Corraini Edizioni Mantova, 2016.
 Auf dem Weg zu Ungewissheiten.
Verlag Birkhäuser Basel, 2016.
 Urbanes Design – Gestaltung für den öffentlichen Raum.
Eigenen Verlag Berlin, 2019.
 Gestalten – für eine interdisziplinäre, ethische und kulturelle Politik in Design und Architektur.
Martin Schmitz Verlag Berlin, 2023.
 Dall'unità alle diversità – scritti su architettura, design, arte e artigianato.
Corraini Edizioni Mantova, 2023.

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Veröffentlichung: 04.03.2024

182 — Christina Ackermann
Zeichnen ist mächtig.

Christina Ackermann ist Spezia­lis­tin für das bild­liche Er­klär­en von kom­plex­en Zu­sammen­hän­gen. Sie ist sys­temische Organi­sations­be­rater­in und Informa­tion Design­erin und hilft Unter­nehmen dabei, ihre Strate­gien, Pro­zesse und Ziele bes­ser zu kom­muni­zieren. In ihrer Be­ra­t­ungs- und Gestalt­ungs­arbeit ver­bindet sie drei Dis­zi­plinen mit­ein­ander: Als aus­ge­bildete Organi­sations­berat­erin be­gleitet sie Unter­nehm­en in ihren Trans­for­mations­pro­zes­sen. Das Wissen um Wirk­weisen von Organi­satio­nen unter­stützt ihre Berat­ung für eine erfolg­reiche Ge­stalt­ung von Ver­änder­ung in Unter­nehmen. Als krea­tiver Kopf ent­wickelt sie Kom­muni­kations­kon­zepte und visu­elle Ideen, um Strate­gien erfolg­reich zu ver­mit­teln. Dabei ent­wickelt und gestaltet sie Leit- und Ziel­bilder, Prozess­visu­alisier­un­gen, Erklär­mo­delle und Ani­mations­filme. Als Infor­mation Design­erin setzt sie den Fokus da­rauf, kom­plexe In­halte analytisch zu durch­dringen und ein­fach ver­ständ­lich für die Nutzer auf­zu­bereiten. Dabei spielt die Reduk­tion auf das Wesent­liche und ein ziel­gruppen­ange­passtes Story­telling im Sinne des „Show, don’t tell“ eine zen­trale Rolle. Christina Acker­mann hat Illus­tration und Kom­muni­kations­design stu­diert und als lang­jährige Führungs­kraft einer großen Content Marke­ting Agen­tur die Unter­nehmens­­kom­muni­kation vieler nam­hafter Firmen visu­ell unter­stützt. Sie ist Co-Autorin des „Real Book of Work“, das sie gemein­sam mit Christina Gruben­dorfer (Text) konzi­piert und ge­staltet hat. Es beschäftigt sich mit den aktu­ellen Mythen der Arbeits­welt und reflek­tiert diese auf Basis der System­theorie. Unter dem Label „Visual Strategies“ arbeitet Christina Acker­mann als selb­stän­di­ge Beraterin.

LITERATUR
ADAMS, Scott (2000): Random Acts of Management – A Dilbert Book
WATZLAWICK, Paul (2020): Lösungen. Zur Theorie und Praxis menschlichen Wandels
DEPNER, Hanno (2019): Wittgensteins Welt – selbst hergestellt: Der „Tractatus“ als Turm zum Basteln und Begreifen
NIEMANN, Christoph (2012): Abstrakt City – Mein Leben unterm Strich
LANZAC, Abel (2012): Quai d’Orsay: Hinter den Kulissen der Macht

LINKS
visualstrategies.de
linkedin.com/in/christina-ackermann
instagram.com/visual__strategies
The Real Book of Work

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Veröffentlichung: 26.02.2024

181 — Christoph Grünberger
Full Pro AI-Design

Christoph Grünberger ist Designer und Typo­graph, der sein Skill­set in den Be­reichen Cor­­po­ra­te-, Inter­active- und Spatial-Design an­wen­det. Hier geht es ihm stets darum, die Gren­zen der ge­gebenen Design- und Inter­action-Theo­rie aus­zu­rei­zen. Diese Erkennt­nisse gewinnt und konden­siert er bis­lang in zahl­reichen Fach- Publi­katio­nen welche bei nam­haften Ver­legern er­schienen sind. Darun­ter „Analog Algo­rithm“ welches als zeit­gemässe Inter­pre­ta­tion zur Neu­auf­lage von Karl Gerst­ners „Design­ing Pro­gram­mes“ 2019 bei Lars Müller, Zürich er­schienen ist und zu­letzt auch als Lizenz­aus­gaben in japan­ischer und chi­nes­ischer Edi­tion. Mit dem Nach­folge­titel „The Age of Data“ nutzte er die Zeit des Lock­downs während der Corona-Pan­demie um 40 inter­natio­nale Medien­künstler zu inter­viewen und ein Kom­pen­dium heraus­zu­geben, welches eine Moment­auf­nahme der Kunst zwischen Post-Digital- und AI-Zeit­alter wiedergibt.

Als prägend bezeichnet Grün­berger die während seines Studi­ums der Kunst­geschichte/Päda­gogik erlang­ten Ein­blicke in die zeit­lichen Zu­sam­menhänge des ge­stalter­ischen Aus­drucks durch Prof. Oswald Miedl, der ihm auch anrat, seine Interes­sen im Studi­um des Kom­muni­ka­tions­designs weiter zu verfolgen.

Auf ver­schiedenen natio­nalen und inter­natio­nalen Kon­feren­zen, Panels und Work­shops ver­sucht Grün­berger diese Ent­wicklung der computer­gestützten Gestal­tung voran­zu­treiben. 2022 moderierte er ein Panel auf der OFFF in Barce­lona mit Refik Anadol und Flo Ort­krass (RAN­DOM INTER­NATIO­NAL) in dieser Kombi­nation hielt er im selben Jahr ein Inter­view mit Ian Ander­son (The Designers Republik™). Für 2024 sind Panels geplant für Mouvo (Prag), Charlottes­ville Design­week (USA) und OFFF Mexiko).

Bevor er bei Jung von Matt im Dezem­ber 2022 als Principal Creative Art anfing, war Grün­ber­ger über 20 Jahre als frei­beruf­licher Art-Director bei Design­agen­turen wie KMS-Team, BLACK­­SPACE, Mutabor oder R/GA tätig. 2005 bis 2009 war er Partner von Stefan Gandl bei NEUBAU™ in Berlin. Hier ent­stan­den Werke wie Neu­bauModul und Neu­bauISM, seiner­zeit von Wim Crouwel eröffnet.

Seit November 2023 leitet er als Head of Artificial Crafts die haus­eigene AI-Unit welche sich neben der An­wen­dung neuer Pro­zesse auch auf das Identi­fizieren dieser speziali­siert und mit diesem Ser­vice die gesamte Jung von Matt Gruppe zu empowern.

WORKING EXPERIENCE (fest & frei)
Scholz & Volkmer, sevensenses (P7S1), Virtual Identity, KMS Team, BLACKSPACE, German Free TV, Syzygy, The Foreign Office, R/GA, Sport SCHECK, Mutabor, Sassenbach, Native Instruments, NEUBAU™, Rempen & Partner, …

VORTRÄGE (Auswahl)
OFFF, Mexico, MX, tbd. 2024
Charlottesville Design Week, USA, tbd, 2024
mouvo, Prag, Stage Dialogue, Sheldon-Hicks (Territory Studio), 2024
DMEXCO, Köln, Stage Panel, Haller, Schnellbügel, Franzen, 2023 Adobe Live, Session UK, online, 2023
mouvo, Prag, 2023, Stage Panel, Ekenstam, div.
WDR Kulturzeit, Phoenix des Lumières, 2023
TDR™ Bingo, The Designers Republic™, Conversation, Anadol, Anderson, 2022
Manchester School of Arts, UK, Workshop, 2021, 2022, 2023, …
OFFF, Barcelona 2022
Stage Panel, Anadol, Ortkrass, Snaith mouvo, Prag, 2021
Stage Panel, Defasten, Heys Toca-Me, München, 2020
TGM, Typografische Gesellschaft München, 2020
Japan Media Arts Festival, National Museum, Tokyo, Japan, 2016
superdeluxe, Tokyo, Japan, 2016
College of Communication (ual), London, 2014
MU, Eindhoven, NeubauIsm, Eröffnungsrede: Wim Crouwel
Philips Design Academy, Eindhoven

AWARDS (auch mehrfach)
Japan Media Arts Festival, Excellence Award, Art-Section, Tokyo, 2016 DDC, ADC, BOB, Cannes Shortlist, Red Dot, iF Award, DMMA, Promax, Eurobest, …

ERWÄHNUNGEN/ARTIKEL
Süddeutsche Zeitung, PAGE, EYE, IdN, Spex

PUBLIKATIONEN
The Age of Data
Oktober 2021, Niggli, Zürich, ISBN 978-3721210156
Analog Algorithm
Mai 2019,Lars Müller, Zürich,ISBN 978-3037785935 Oktober 2022, sandu publishing, Peking, China Januar 2024, BNN Inc., Tokyo, Japan
Wutbürger
Januar 2017, DISTANZ, Berlin, ISBN 978-3954761357
Neubau Forst (Co-Autor)
November 2014, Lars Müller, Zürich, ISBN 978-3037784358
NeubauIsm (Co-Autor)
August 2009, MU, Eindhoven/NL, ISBN 978-9079423033
Neubau Modul (Co-Autor)
September 2007, gestalten, Berlin,ISBN 978-3899551990

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Veröffentlichung: 19.02.2024

180 — Maria Möller
Sprechende Hände

Maria Möller wurde 1994 in Frank­furt am Main geboren. Von 2014 – 2018 studierte sie Visu­elle Kom­muni­ka­tion an der Euro­pean School of Design in Frank­furt. 2018 absol­vierte sie ein Prakti­kum bei Lars Müller Pub­lishers in Zürich, wo sie erste Ein­blicke in die Verlags­welt erhielt. 2019 schloss sie sich mit ihrer Kom­mili­tonin Laura Mohn zu­sam­men, um aus Lauras Ab­schlus­s­arbeit „talking hands – Daumen­kinos für Gebärden“ ein Unter­nehmen zu gründen. Die Grün­dung von talking hands erfolgte 2020, nach­dem das Kon­zept der Gebärden-Daumen­kinos als Kom­muni­kations­stütze in Kitas erfolg­reich ge­testet wurde. 2021 waren Maria und Laura in der Höhle der Löwen zu sehen, wo sie talking hands vor­stellten. Seit­dem haben sie Kitas quer durch Deutsch­land von talking hands über­zeugen können und erweitern ihr Sorti­ment um weitere inklu­sive Spiel- und Lern­materi­alien, die von Kin­dern mit ver­schieden­sten Vor­aus­setzun­gen ge­nutzt wer­den können.

LINKS
Das erste Produkt von talking hands: Das große 100er-Set
Video von talking hands im Einsatz in der Kita „Grüne Soße“
Die App von talking hands für digitales Lernen
Zusammenarbeit mit Doc Caro: Ein Daumenkino als Anleitung zur Herzdruckmassage
Zusammenarbeit mit der Frankfurter Stiftung für Blinde und Sehbehinderte: tilo, das Tastspiel

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Veröffentlichung: 12.02.2024

179 — Stefano Boeri
BioCity

Stefano Boeri ist der Creative Explorer der munich creative business week 2024. Er wird als Keynote Speaker beim mcbw design summit am Montag, den 13. Mai 2024 im Munich Urban Colab sprechen. Die munich creative business week findet vom 11. – 19. Mai 2024 unter dem Jahresmotto „How to co-create with nature“ statt.

Stefano Boeri, Architekt und Stadt­planer, ist Pro­fes­sor für Stadt­plan­ung am Politec­nico di Mila­no und leitet das Future City Lab an der Tongji-Uni­versi­tät in Shang­hai, ein Post-Doc-Forsch­ungs­­pro­gramm, das die Mutation plane­tar­ischer Metro­polen aus der Per­spek­tive der Bio­diversi­tät und der städt­ischen Forst­wirt­schaft vor­weg­nimmt. Er war Gast­pro­fes­sor an mehr­eren inter­natio­nalen Uni­versi­täten wie der Har­vard Uni­versity Gradu­ate School of Design, der École Poly­tech­nique Fédérale de Lau­sanne, dem Berlage Insti­tute in Rotter­dam und der Aka­demie für Archi­tek­tur in Mendri­sio. Er ist Präsi­dent des wissen­schaft­lichen Komitees von Fores­tami, dem städt­ischen Forst­wirt­schafts­pro­jekt im Groß­raum Mai­land. Seit 2018 ist er Präsi­dent der Trien­nale Milano. Als Archi­tekt des 2014 in Mai­land errichte­ten Bosco Verti­cale gehört Stefano Boeri zu den wichtig­sten Prota­go­nis­ten der De­batte über den Klima­wan­del im Be­reich der inter­natio­nalen Archi­tek­tur. Im Jahr 2017 nimmt er am Pro­gramm Common­wealth Regenera­tive Deve­lop­­ment to Reverse Climate Change teil; er ist Ko-Vor­sitzen­der des wissen­schaft­lichen Aus­schus­ses des World Forum on Urban Forests (Mantua, 2018 – Washing­ton, 2023) und stellt anläss­lich des UN Climate Action Sum­mit 2019 in New York das Pro­jekt Great Green Wall of Cities / Green Urban Oases vor, das zusam­men mit der FAO, C40 und anderen inter­natio­nalen Forschungs­insti­tuten reali­siert wird. Im Jahr 2023 wird Stefano Boeri im Rahmen des inter­natio­nalen Kon­gresses der European Respira­tory Society mit dem ELF Award ausge­zeich­net, eine Aner­ken­nung der Euro­pean Lung Founda­tion „für seine Arbeit zur Verbes­serung der Luft­quali­tät in städt­ischen Ge­bieten“. Stefano Boeri ist bekannt für seine Forschun­gen und Visio­nen über die Zukunft der städt­ischen Verhält­nisse in der Welt, was die Gestalt­ung von Regenera­tions- und Ent­wicklungs­plänen für Metro­polen und Groß­städte betrifft, darunter São Paulo, Genf, Tirana, Cancun, Riad, Kairo und in Italien Mailand, Genua, Cagliari, Neapel, Padua, Taranto und viele andere. Seine Forschungsarbeiten wurden in internationalen Büchern und Zeit­schriften ver­öffent­licht; zu seinen Büchern gehören: Il territorio che cambia (Abitare Segesta, 1992); AAVV, Mutations (Actar, 2001); Multiplicity, Use Uncertain States of Europe (Skira, 2003); Bio­milano: Glossar der Ideen für eine Metro­pole der Bio­diversi­tät (Corraini, 2011); L’anticittá (Editori Laterza, 2011); A Vertical Forest (Corraini, 2015); La città scritta (Quodlibet, 2016); Urbania (Editori Laterza, 2021); Green Obses­sion: Bäume für die Städte, Men­schen für die Wälder (Actar, 2021). Foto: Michelangelo Foundation

Partner dieser Ausgabe ist die munich creative business week und deren Veranstalter bayern design. 



LITERATUR
Stefano Boeri Architetti (Editor), BOERI, Stefano (1956), CESA BIANCHI, Francesca(1980), GIORGIO, Marco (1970), et al.: Green Obsession, Trees Towards Cities, Humans Towards Forests. Actar Publishers. 2021
SCARASCIA-MUGNOZZA, Giuseppe (1954), GUALLART, Vicente (1963), SALBITANO, Fabio (1959), OTTAVIANI AALMO, Giovanna, BOERI, Stefano (1956): Transforming Biocities. Designing Urban Spaces Inspired by Nature. Springer. 2023
Commissione europea, Direzione generale della Ricerca e dell’innovazione, ANDERSSON, Ingrid, FERREIRA, Isabel, ARLATI, Alessandro, et al.: Guidelines for co-creation and co-governance of nature-based solutions: insights form EU-funded projects. Ufficio delle pubblicazioni dell’Unione europea. 2023. EU publication website
URBiNAT NBS Catalogue: European Union project website
Space Caviar (Editor), BRATTON, Benjamin (1968), COCCIA, Emanuele (1976), EASTERLING, Keller (1959), et al.: Non-Extractive Architecture. On Designing Without Depletion. Sternberg Press. 2021

LINKS
Website mcbw
Website bayern design GmbH

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Veröffentlichung: 05.02.2024

178 — Marcel Teine
Digital Brand Telling

Marcel Teine wurde 1968 in Neu­wied am Rhein geboren. Seine beruf­liche Lauf­bahn startete er 1987 mit einer Aus­bildung zum Sieb­drucker. An­schließ­end widmete er sich dem Kom­muni­ka­tions­de­sign-Stu­dium in Mainz, das er von 1990 bis 1996 ab­sol­vier­te und mit dem Diplom ab­schloss. In den Jahren 1992 bis 1996 ar­beit­ete er als freier Mit­arbeit­er in Agen­turen wie Ogilvy & Mather, Tassilo von Grol­man Design und Wunder­man in Frankfurt.

1997 gründete er nach Ab­schluss des Studi­ums mit Florian Heine und einem weiteren Partner die Agentur 3st kom­muni­kation in Mainz. 3st gehört heute mit den Themen­feldern Digital Brand­telling und dem Schwer­punkt Report­ing zu den darin führen­den Agen­turen in Deutsch­land. 2020 beteiligte sich die F.A.Z.-Gruppe mehr­heit­lich an 3st.

In den Jahren 2017 bis 2021 unter­richtete Marcel Teine als Dozent und Vertretungs­pro­fessor an der Uni­versity of Applied Science in Mainz die Fächer Design­manage­ment und Cor­por­ate Identity / Cor­por­ate Design. Marcel Teine ist Mit­glied im Deut­schen Design Club und im Type Direc­tors Club of New York.

Eine Auswahl der von 3st gestalteten Bücher
DR. ABOLHASSAN, FERRI (2023): Kundenliebe – Von der Kraft der Weiterempfehlung durch zufriedene Kunden. Frankfurt: Verlag Frankfurter Allgemeine Buch
DR. ABOLHASSAN, FERRI (2022): Re-Invent – Warum wir uns für unsere Kunden immer wieder neu erfinden müssen. Frankfurt: Verlag Frankfurter Allgemeine Buch
DR. ABOLHASSAN, FERRI (2021): WISSEN. MACHT. SPASS. – Die neue Fachlichkeit im Service. Frankfurt: Verlag Frankfurter Allgemeine Buch
WINTERHAGEN, Johannes (2013): Journey to the future of light. Mainz: Verlag der Universitätsdruckerei H. Schmidt

Von Marcel Teine empfohlene Links
https://www.3st.de
3st Agentur-Website mit Cases, Fakten und Gesichtern.
https://www.3st.de/cases/ganzheitlich-gedacht
Seit 2020 integriert die BMW Group Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht in einen Online-Report. Gemeinsam mit 3st haben die Münchner das Konzept im Berichtsjahr 2021 weiter ausgebaut. Basierend auf dem neuen Corporate Design entstand so ein Report mit Farbverläufen in satten Tönen, emotionaler Bildsprache und spannenden Storys. Inhaltlich dreht sich alles um die Schlagworte elektrisch, digital und zirkulär.
https://annual-report.puma.com/2022/de/index.html
Die nach eigener Aussage schnellste Sportmarke der Welt legt wieder ordentlich Tempo in seinen integrierten digitalen Geschäftsbericht 2022. Sein Titel: „FOREVER.FASTER.“ Für uns bei 3st hieß das: kein Stillstand. Alles bewegt sich – und das in kontrastreichem Design.
https://geschaeftsberichte.vorwerk.de/2022/
Freiraum – alle wollen ihn und alle brauchen ihn, ob privat oder beruflich. Wie immens wichtig er für den Erfolg der Vorwerk Gruppe ist, berichten zahlreiche Protagonistinnen und Protagonisten im neuen Report des Direktvertriebsunternehmens Nummer 1 in Europa. Dass Print und Digital individuell ihre Stärken entfalten und gleichzeitig harmonisch zusammenwirken können, zeigt „Freiraum“ beispielhaft.
https://biomindz.com
Die Stadt Mainz will sich in Zukunft international als Life Science und Biotech-Standort etablieren. Diese Mission verfolgt die ZBM Standortentwicklungsgesellschaft Mainz mbH mit dem Projekt biomindz. Naming, Branding und Webseite stammen von 3st und haben geholfen, die junge Marke zum Leben zu erwecken.

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Veröffentlichung: 29.01.2024

177 — Miriam Horn-Klimmek
Ungerechte Design-Awards

Für Miriam Horn-Klim­mek kann Design viel mehr als nur schön sein. Gerade Kom­muni­kations­design kann Werte ver­mit­teln, Regeln hinter­fragen oder neu defi­nieren, Empa­thie wecken oder Situ­atio­nen erklären. Mit FORMLOS Berlin hat sie gemein­sam mit Lukas Kerecz ein Team auf­ge­baut, das NGOs und Unter­nehmen strate­gisch dabei be­gleitet, genau das zu sagen, wofür sie wirk­lich stehen und zu ver­deut­lichen, was sie brauchen und wollen.

Als Leiterin des Rats für Geschlechter­gerechtig­keit des Deutschen Design­tags hat sie 2020 die Wett­be­werbe der Design­branche unter die Lupe ge­nom­men: Wie geschlechter­gerecht sind die Jurys be­setzt? Da ist noch Luft nach oben: 563 Frauen und 1322 Männer wurden 2020/21 ge­zählt. Daraus ist ein laufen­des Pro­jekt ent­stan­den, das regel­mäßig über­prüft, ob sich die Jurys im Laufe der Jahre besser ver­teilen. Zu­letzt geschah dies 2023 beim COUNTATHON gemein­sam mit den Women of DDC in Frank­furt am Main. Für die Ergeb­nisse hat sie zusam­men mit ihrem Team bei FORMLOS Berlin eine Web­site ent­wickelt, die die Ergeb­nisse doku­men­tiert, aber auch inter­aktiv filter­bar macht. So ist es auch mög­lich, die Ver­teilung nach Design­bereichen zu überprüfen.

Miriam hat gemein­sam mit einem Team einen Blog im Berufs­ver­band für Kom­muni­kations­design ins Leben ge­rufen. In diesem Blog werden ver­schiedene Per­spek­tiven zum Thema Ver­ant­­wort­­ung im Design präsen­tiert. Sie agiert als Referentin für Verant­wort­ung im Design in ihrem Berufs­ver­band und hat darüber hin­aus im Dach­verband Deutscher Design­tag die Verant­wortung für die Recher­che zur Frage „Wie gendern wir“ über­nom­men. Über diese Recher­che und die Ent­wick­lung der eigenen Stellung zum Thema hat sie einen Artikel ver­fasst, den man auf dem genan­nten Blog nach­lesen kann.

LITERATUR
Designjurys Zählung
CRIADO-PEREZ, Caroline (2020): Unsichtbare Frauen. Wie eine von Daten beherrschte Welt die Hälfte der Bevölkerung ignoriert. München: btb
BREGMAN, Rutger (2019): Im Grunde gut. Eine neue Geschichte der Menschheit. Reinbek (2022); rororo, 6. Aufl.
Nicht im DDCAST erwähnt, aber es passt dennoch, weil es Mut macht die Welt zu retten und u.a. auf die kognitive Verzerrungen hinweist, die entstehen, wenn wir uns den aktuellen Stand an Gerechtigkeit anschauen: Das Buch von meiner lieben Kollegin SCHOVENBERG, Fabienne (2020): Ist die Welt noch zu retten/Die Welt ist noch zu retten. Hohenwarsleben: Westarp Science Verlag
Verantwortung im Design – Der Perspektiven Blog vom BDG

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Veröffentlichung: 22.01.2024

176 — Ruedi Baur
La scuola di non sapere / Schule des Nichtwissens

Ruedi Baur, Designer, Frank­reich und Schweiz, geboren 1956 in Paris. Aus­bildung als Grafik­designer bei Michael Baviera und an der Hoch­schule der Künste (ZHdK) Zürich. 1984 gründete er das Atelier Baur, Baviera, Vetter Lyon / Milano / Zürich, und 1989 in Paris, das trans­diszi­pli­näre Design­netz­werk Integral Concept. Bis 2023 leitete er die inter­diszi­pli­nären Design Studios Integral Ruedi Baur später Inte­gral Designers in Paris oder Zürich. In 2011 gründet er mit Vera Baur das Institut Civic City, und 2019 das Design-Labora­tori­um Ruedi & Vera Baur, dix-milliards-humains.

Baurs wissen­schaftliche Ex­pertise mani­fes­tiert sich in seiner breiten inter­natio­nalen Lehr-, Vor­trags- und Forschungs­praxis seit 1987. Neben einer Pro­fes­sur für Grafik­design war er von 1995 bis 2004 Rek­tor der Hoch­schule für Grafik und Buch­kunst in Leip­zig. An­schließend gründete und leitete er das Forschungs­institut design2context an der Zürcher Hoch­schule der Künste, das er 2012 in das Institut für kritische Design­forschung Civic City in Genf und Paris um­wandelte. Seit 2013 ist er Profes­sor in der Abteil­ung für Grafik­design an der École des Arts Décora­tifs, Paris und der Hoch­schule für Kunst und Design, Genf (Head). Im Jahr 2000 erhielt er den Dr. h.c. der Uni­versi­tät Laval in Que­bec sowie von der Uni­versi­tät Sheng Jang. In 2016 wurde ihm der Dr.-Titel von der Uni­versi­tät Straß­burg verliehen.

Seine Lehre und Forschung, sein Schreiben sowie viele Pro­jekte, die er mit seinen Teams ent­wickelt, zeigen seinen disziplin­über­greifen­den An­satz, seine Sensibili­tät für den Raum als Zeichen, sein Engage­ment für ein sozial­eres Design im Dienste des öffent­lichen Raums. Er steht für ein Design, das auf den Kon­text reagiert, ein Design der Rela­tio­nen. Sein An­satz verbindet Fragen der Orien­tier­ung, der Bild­sprache, mit Fragen der Identi­tät von Orten und Institu­tionen, urbaner In­s­zenier­ung und schließ­lich bürger­licher Infor­mation. Durch die Ver­knüpf­ung der funktio­nalen Dimen­sion mit dem Sinn­lichen gelingt es Ruedi Baur, kom­plexen Infra­struk­turen wie Flug­häfen, Uni­versi­täten oder Krank­en­häusern sym­bolische und kontextu­elle Dimen­sio­nen zu verleihen.

Einige Lebens­stufen und frühen Projekte in Deutsch­land: 1987, Preisträger der Kieler Woche. 1988 organi­siert in seiner Galerie in Lyon-Villeur­banne eine Aus­stell­ung unter dem Titel „Deutsch Design – Dieter Rams, Anton Stan­kowski, Otl Aicher“. 1991wurde eine Aus­stellung der Arbeiten von Ruedi Baur und Pippo Lionni am Institut für neue Tech­nische Form in Darm­stadt präsen­tiert. 1993 Gast­profes­sor der Klasse Corporate Design der Hoch­schule für Gestalt­ung Offen­bach. 1994, grafische Instal­lation in der Kunst­halle Schirn im Rahmen des Festivals „Design Hori­zonte“. 1995 Profes­sur für System­design an der Hoch­schule für Grafik und Buch­kunst Leip­zig. Er leitete bis 2004 die Klasse für System­design und fungierte von 1999 bis 2002 als Rektor der HGB. 1995 wurde seine Arbeit im Museum für Kunst und Gewerbe, Ham­burg unter dem Titel „Meine Augen schmer­zen“ präsen­tiert. 1996, Er­scheinungs­bild der Institut Français in Deutsch­land. Szeno­grafie der Aus­stellun­gen „Zeit und Ewig­keit“, „Längster Schnitt“, „1x100“ „Sächsische Nacht“ im Archäo­logischen Museum Dresden. Szeno­grafie und Er­schei­nungs­bild des Museums Kalk­riese. 2000 berät und ge­staltet er an der Zoll­verein School of Manage­ment und Design. 2002 gewinnt er den Wett­be­werb für das Er­scheinungs­bild des Flug­hafens Köln-Bonn.

LINKS
Civic City
Dix millards humains
Integral Designers
Lars Müller Publishers
Civic City Big Cartel

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Veröffentlichung: 15.01.2024

175 — Georg Christof Bertsch / Rainer Gehrisch
Blick zurück nach vorn

Ein Gespräch zwischen dem Chefredakteur Georg Christof Bertsch und dem Produzenten Rainer Gehrisch über den DDCAST, seine Gäste, Themen und Highlights und darüber, was die Hörer im kommenden Jahr erwartet.

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Veröffentlichung: 18.12.2023

174 — Jan Schwochow / Tim S. Weiffenbach
Hat sich’s ausgezeichnet?

Jan Schwochow 
Jan ist Unternehmer, Journa­list und Krea­tiver zu­gleich. Er blickt auf rund 30 Jahre Er­fahr­ung als Info­grafiker, Designer und Journa­list zurück. Schon während seines Design-Studiums an der Hoch­schule für ange­wandte Wissen­schaften in Ham­burg lernte er sein journa­listisches Hand­werk beim Magazin Stern im Hause Gruner und Jahr in Ham­burg. Zuletzt war er dort als Ressort­leiter und Art­director der Info­grafik-Ab­teil­ung ange­stellt. 2004 wechselte Jan von der Elbe an die Spree, um dort in Berlin bei der Agen­tur KircherBurk­hardt eine Info­grafik-Unit auf­zu­bauen, die er dann über zwei Jahre lang leitete. 2007 machte er sich selbst­ständig und gründete das Büro Golden Section Graphics, welches im Zeit­raum von zehn Jahren zu einer der größten Info­grafik-Agen­turen der Welt an­wuchs: 2017 wurde die Agen­tur in die Info­graphics Group um­be­nannt und hatte bis zu 50 Mit­arbeiter. Nach­dem Jan bereits 2019 die Führung abge­geben hatte, wurde die Firma 2020 neu aus­ger­ichtet und in Sapera um­be­nannt. Im Sommer 2020 ver­ließ Jan die von ihm ge­grün­dete Agen­tur, um sich wieder inten­siver dem Thema Visual Story­telling und Daten­visu­alisier­ung widmen zu können. Er arbeitet der­zeit als Publi­zist und Journa­list, gibt Work­shops und hält Vor­träge. Von März 2021 bis Februar 2022 war Jan für zwei Semester stell­ver­treten­der Pro­fes­sor an der Fach­hoch­schule Pots­dam im Fach­be­reich Design. Seit Frühjahr 2022 ist er Mit­gründer und krea­tiver Kopf des StartUps Scrolly­telling GmbH.

LINKS
www.instagram.com/janschwochow
www.schwochow.de/about
www.schwochow.de
www.schwochow.shop
www.penguin.de/Buch/Die-Welt-verstehen-mit-264-Infografiken/Jan-Schwochow/Prestel/e575274.rhd
www.ullstein.de/werke/wirtschaft-verstehen-mit-infografiken/hardcover/9783430202107

Tim S. Weiffenbach
Tim hört gerne abseitige Musik, sammelt Comics, Designer Toys, Hawaii-Hemden und un­nützes Wissen (sagt die Familie) und geht länger spazieren als der Hund (was am Hund liegt). Er ist diplo­mier­ter Kom­muni­kations­de­signer, speziali­siert auf Illus­tra­tion und Graphic Recor­ding. Sein persön­licher An­trieb ist der Wunsch „Teil von etwas zu sein, das größer ist als ich selbst“. Dieser An­trieb führt dann vermut­lich zu nach­folgen­den Ergeb­nissen: Er ist Gründungs­mit­glied und war von 2004 bis 2014 Vor­sitzen­der der Illus­tra­toren Organi­sation e.V. Zudem ist er Ehren­mit­glied der Society of Illus­tra­tors New York (USA) und der Illus­tratoren Organi­sation e.V. In 2023 übernahm Tim Weiffen­bach die Profes­sur für Illus­tration und Animation im Fach­bereich Busi­ness, Design und Techno­logie an der Macro­media Hoch­schule Frank­furt. Er erhielt diverse inter­natio­nale Aus­zeich­nun­gen, so z.B. Illustratoren Organi­sation (DEU – Gold 2004), 3x3 Magazine for Illustration (USA – Merit Award 2014), Joseph-Binder-Award (AUT – Bronze 2014, Gold 2022) Creative Quarterly (USA – Gold & RunnerUp 2022, Gold 2023), des Art Directors Club (DEU – Auszeichnung 2023) und des Lisbon Ad Award (POR – Bronze 2023). Er war u.A. Jury­mit­glied bei der Illus­tra­tions-Antho­logie Freistil 2 – Best of Commercial Illus­tra­tion, beim Joseph Binder Awards design­austria, dem „Rüssels­heimer Illustra­tions­preis“, dem World Illus­tration Awards im Bereich „Research and Know­ledge Com­muni­cation“. Er zeigte seine Arbeiten in inter­natio­nalen Aus­stell­un­gen u.A. „160 Jahre Struw­welpeter“ – Forum am Deutschen Museum, München (DEU), „Metamor­phose“ – Picto­plasma Character Walk – Galerie Boehm, Berlin  (DEU) 2008: „Foot­ball Heroes see Red!“ (AUT/CHE), 2009: „Wäscher - Pionier der Comics (Hommage)“ – Forum am Deutschen Museum, München (DEU), 2021: „Illustrade 4 – Festival für Illus­tration“ – Kunst­verein zu Rostock e.V., Rostock (DEU), 2023: „JBA Exhibition“ – WEI SRAUM. Design­forum Tirol, Inns­bruck (AUT), RED CARPET Austria, Linz (AUT). Er hat Texte und Arbeiten bei­gesteuert zu Publi­katio­nen wie „SelbstHändig“, Prof. Florian Bayer, Stiebner Verlag (2008) und „Illus­tration: 100 Wege einen Vogel zu malen“, Prof. Felix Schein­berger, Verlag Hermann Schmidt (2013). Einen weiteren aktuellen Pod­castbeitrag gibt es hier: Der Portfolio Podcast – Folge 75: „Erfolgreich in der Illustration: Diese Basics brauchst du“ (2023)

PUBLIKATIONEN
WENZL, Juliane und STOLTZ, Ulrike (2022): superILLU. Zu einer Theorie der Illustration / Towards a Theory of Illustration. Jonas Verlag, 1. Edition
MALE, Alan (2008): Illustration: Theorie und Zusammenhänge Stiebner Verlag; 1. Edition
BEAUCHAMP, Monte (2023): Blab! Volume 1. Dark Horse Books, 1. Edition
OESTERLE, Uli: (2020): Vatermilch. Die Irrfahrten des Rufus Himmelstoss. Carlsen Comics, 2. Edition
WALTHER, Franziska (2021): Die gute Mappe: Dein Weg zu einem überzeugenden Portfolio und kreativer Selbstbestimmung. dpunkt.verlag GmbH, 1. Edition
HAUSSMANN, Martin (2014): UZMO - Denken mit dem Stift: Visuell präsentieren, dokumentieren und erkunden. Redline Verlag

LINKS
www.illustration-tw.com
www.illustratoren-organisation.de
www.pictoplasma.com
2ww.macromedia-fachhochschule.de
www.urheber.info

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Veröffentlichung: 11.12.2023

173 — Alfredo Häberli
Human / Humble / Honest / Heart / Humor

Alfredo Häberli, 1964, ist Industrie­designer mit eigenem, 1991 ge­grün­de­tem, Studio im Zürcher See­feld: «Alfredo Häberli Design Develop­ment». Dort ent­wickelt er unter anderem für Firmen wie Iittala ikon­ische Design­ent­würfe. Er ist vor allem dafür bekannt, dass er All­tags­gegen­stände ge­staltet. Sein Credo: „Beobachten ist die schönste Form des Denkens.“ Er hat ein offenes Auge für das Schöne sowie Ver­wunder­liche dieser Welt, offeriert neue Denk­weisen und Blick­winkel und ist sich be­wusst, dass man für die Poesie genau­so Sinn­lich­keit braucht als auch Dis­ziplin. Seine Ent­würfe wurden in zahl­reichen Aus­stell­un­gen in ganz Europa ge­zeigt und er hat im Laufe der Jahre viele Aus­zeich­nungen für seine Arbeit er­halten. Mit seinen Werken schafft Alfredo Häberli Räume und Objekte, die unsere beson­deren, zeit­ge­nössischen Lebens­be­dingungen ver­körpern. Der in Buenos Aires ge­borene und in Zürich veran­kerte Designer be­schreibt sich selbst als eine Misch­ung aus Schweizer Prä­zis­ion und latein­ameri­kanischer Emo­tio­nali­tät. Instink­tiv und viel­seitig bewegt er sich vom Kleinen zum Großen, von der Archi­tektur zur Szeno­grafie, stets mit großer Sicher­heit für die Poesie eines Ent­wurfs und mit einer gerade­zu uner­bitt­lichen Kon­zen­tration auf das Detail.

PUBLIKATIONEN
LICHTENSTEIN, Claude & HÄBERLI, Alfredo: Die Luft sichtbar machen. Ein visuelles Lesebuch zu Bruno Munari. Zürich (1995): Verlag Lars Müller
TANIZAKI, Jun’ichirō: Lob des Schattens. Zürich (1988): Manesse Verlag
ALEXANDER, Christopher & ISHIKAWA, Sara & SILVERSTEIN Murray: A Pattern Language. New York (1977): Oxford University Press
TARUFFI, Piero: Stil und Technik des Rennfahrens. Erfahrungen eines Meisters im Rennsport. Stuttgart (1964): Mororbuch-Verlag
STEINBERG, Saul: All in line. London (1954): Penguin Books

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Veröffentlichung: 04.12.2023

172 — Thilo Schwer & Georg-Christof Bertsch
Designlesen – Bücher von Bedeutung 02

Prof. Dr. Thilo Schwer
Thilo Schwer ist Produkt­gestalter und Design­wissen­schaftler. Er studierte 1993–2001 an der Schule für Gestalt­ung in Basel und der HfG Offen­bach. 2002 erfolgte mit Sybille Flecken­stein und Jens Pohlmann die Gründung des Design­studios speziell® in Offen­bach, das für bekannte Unter­nehmen im Kon­sum­güter­be­reich tätig ist. Ab 2006 widmet sich Thilo Schwer design­wissen­schaft­lichen Themen. Seine Pro­motion 2014 an der Folk­wang Uni­versi­tät in Essen trug den Titel „Produkt­sprachen: Design zwischen Uni­kat und Industrie­pro­dukt“. Seit 2011 lehrt er Design­ge­schichte, Design­theorie, Design­metho­dolo­gie und Theo­rien der Produkt­sprache. Seit 2019 ist Thilo Schwer Pro­fessor für Design­geschichte und -theorie, ab 2021 Leiter des Insti­tuts für Kunst- und Design­wissen­schaft an der Hoch­schule der bilden­den Künste in Essen (HBK Essen). Thilo Schwer ist Gründungs­mitglied von design inclusion e.V. und Vor­stand der Gesell­schaft für Design­geschichte e.V. (GfDg).

LINKS
Thilo Schwer Produkt Interaktion Kontext Blog
Designstudio Speziell
Designstudio Speziell bei Instagram
Hochschule der Bildenden Künste Essen
Gesellschaft für Designgeschichte
designinclusion e.v.


Georg-Christof Bertsch
Georg ist Marken- und Kom­muni­kations-Stratege, Ver­an­stalter von Kon­feren­zen, Advisor, systemisch arbeiten­der Coach. Er liest und spricht neben Deutsch fließend Englisch, Fran­zösisch und Spanisch. Er ist DDCAST Podcast-Host und Konferenz-Speaker mit Netz­werken in Europa, Asien und den USA. Zusam­men mit seiner Frau Annette ist er Gründer von BERTSCH.Brand Consult­ants. Die beiden werden von ihren Kunden beson­ders dann gerufen, wenn Marken­fragen ganz beson­ders kom­plex, ver­worren oder gar völlig ver­fahren er­scheinen. Sie mögen Kom­plexi­tät und Ambigui­tät. Das Ziel der Berat­ung sind stets ein­ver­nehm­liche, gut funktio­nierende Kom­muni­kations­struk­turen. 2018 wurde er in den fünf­köpfigen Beirat des Deutschen Designer Club e. V. gewählt, 2021 und 2023 wieder­ge­wählt. Seit 2019 Mit­glied und reger Autor im Arbeits­kreis Digital­design der BitKom, des Branchen­ver­bands der deutschen Informations- und Tele­kom­muni­kations-Branche. Seit 2020 Host des DDCAST. Mehr zum DDCAST, zum Hinter­grund und zum gesamten Team: www.ddc.de/de/magazin/ddcast.php

LINKS
Corporate Website von BERTSCH.Brand Consultants
Wikipedia Georg-Christof Bertsch


In der Sendung besprochene Bücher chronologisch

Ausführliche Besprechung:

02:43
THIES, Ingmar (2023): teaching graphic design. approaches, insights, the role of listening and 24 interviews with inspirational educators. Boston, Berlin, Basel: Edition Angewandte

12:07
GANTNER, Manuela (2023) Das »friedliche Atom« als Narrativ in Politik, Wissenschaft und Design. Ikonografie eines Diskurses zwischen 1953 und 1978. Karlsruhe: KIT Scientific Publishing 

20:44
KOOP, Andreas (2023): DDC CI. Das visuelle Erscheinungsbild der Deutschen Demokratische Republik. Mainz: Hermann Schmidt Verlag 

31:09
ARLART, Franz (2023) Die Tankstelle. Ein Bautypus im Wandel seiner Symbolhaftigkeit. Berlin: Jovis Verlag

39:44
ROHR, Dirk (2023): Systemisches Lehren, Lernen begleiten. Ein Lehr- und Praxisbuch für die Erwachsenenbildung in der Reihe systemische Pädagogik. Heidelberg: Carl Auer Verlag  

49:16
BLEEKER, Julian; FOSTER, Nick; GIRARDIN, Fabien; NOVA, Nicolas (2022) The Manual of Design Fiction. Venice Beach: Near Future Laboratory

Kurzbesprechungen:

58:20
SOBEK, Werner (2023): Non nobis. Über das Bauen in der Zukunft. Bd. 2 Über die Randbedinungen des Zukünftigen. Stuttgart: avedition

01:00:45
BONNER, Marc (2023) Offene-Welt-Strukturen. Architektur, Stadt- und Naturlandschaft im Computerspiel. Marburg, Büchner-Verlag

01:03:05
MENGES, Roland / THIEDE, Michel (2023): Die Ökonomie des Gemeinwohls. Vom Nutzen des Individuums zum Wohl der Gesellschaft. Wiesbaden: Springer Gabler

01:06:03
BLANKENHEIM, Björn (2023) Die Kunst des Computer Game Design. Zur Produktionsästhetik von Computerspielen (1982–1996) im Spiegel der historischen Kunstliteratur. Bielefeld: Transcript Verlag.

01:08:28
WALTHER, Franziska (2021): Die gute Mappe. Den Weg zu einem überzeugenden Portfolio und kreativer Selbstbestimmung. Heidelberg: d.punkt 

01:10:58 
BURCKHARDT, Lucius; Internationales Design Zentrum Berlin (1987) Design der Zukunft. Architektur, Design, Technik, Ökologie. Köln: DuMont

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Veröffentlichung: 27.11.2023

171 — Gerda Breuer
Die Designhistorikerin

Gerda Breuer hat ein Doppel­studium an der RWTH Aachen absol­viert, das Fach Sozio­logie mit dem Magister Atrium abge­schlos­sen und das Fach Kunst­ge­schichte mit dem Dr. phil. Gestützt durch ein drei­jähriges Promotions­stipen­dium war sie 1½ Jahre in den USA und ein Jahr in Amsterdam.

Ihre Museums­laufbahn begann mit einer dreijährigen Vor­bereit­ung und Kon­zep­tion der Aus­stell­ung „Der west­deutsche Im­puls“, die 1984 in sechs NRW-Städten durch­ge­führt wurde. Ihr Part war der Ver­gleich eines Jugend­stil-Museums mit dem Werk­bund­museum „Deutsches Museum für Kunst in Handel und Gewerbe“, gegr. 1909. Anschließend konzi­pierte sie eine Aus­stell­ung über den Archi­tek­ten und Designer J.L.M. Lauweriks. Die Museums­lauf­bahn wurde unter­brochen durch ein zwei­jähriges Forschungs­pro­jekt der VW-Stiftung über Epochen­konsti­tution im 19. Jahr­hun­dert an der Uni­versi­tät Biele­feld. Es folgte ein lang­jähriges Direk­torat an den Rhein­ischen Industrie­museen, u.a. als kom­mis­sarische Leiter­in von sechs Stand­orten und Direk­torin des Museums Crom­ford. Sie war dann sieben Jahre lang stell­vertreten­de Direk­torin am Museum Mathilden­höhe in Darm­stadt sowie Leiterin des Hauses Deiters und führte ein eigenes Aus­stellungs­pro­gramm in den Ateliers der ehe­maligen Künstler­kolonie durch.

Sie übernahm mehrere Gast­dozenturen, u.a. in Ann Arbor, USA, und Leiden, Niederlande.

1995 wurde sie als Profes­sorin für Kunst- und Design­geschichte an die Uni­versi­tät Wupper­tal berufen und betreute 20 Jahre lang Studieren­de im Indus­trial Design und Kom­muni­kations­design. Mit dem Lehr­stuhl war eine Design­sam­m­lung ver­bunden und Aus­stellungs­räume. Dort wurden Aus­stellun­gen und Sym­posien ver­an­staltet, alle ver­bunden mit um­fassenden Publi­kationen.

Parallel war sie Vor­sitzende der Henry van de Velde-Stiftung in Hagen mit einem eigenen Sym­posi­ums-Programm und ent­sprechen­den Publi­kationen. Von 2005 bis 2012 war sie Vor­sitzende des wissen­schaft­lichen Beirates am Bauhaus Dessau und an­schließend erhielt sie ein Fellow­ship der dortigen Stift­ung. Sie war für kurze Zeit Mit­glied des Inter­natio­nal Academic Commi­ttee, Bau­haus Insti­tute, China Academy, Hangzhou, China.

Seit März 2014 ist sie pensio­niert, hält zahl­reiche Vor­träge, war Mit­glied des wissen­schaft­lichen Beirates „Bauhaus NRW“ zum 100-jährigen Jubi­läum der Bau­haus­gründung, veröffent­licht ein­schlägige Auf­sätze und hat zuletzt das Buch „HerStories in Graphic Design. Dialoge, Konti­nui­täten, Selbst­ermächti­gungen. Grafik­designer­innen 1880 bis heute / Dialogue, continuity, self-empowerment. Women graphic designers from 1880 until today“ herausgegeben.

LINKS
Gesellschaft für Designgeschichte
Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung NRW
Designlabor Gutenberg

PUBLIKATIONEN
Arts and Crafts. Von Morris bis Mackintosh. Reformbewegung zwischen Kunstgewerbe und Sozialutopie. Institut Mathildenhöhe, Darmstadt 1994; Wenzel Hablik, Architekturvisionen 1903 – 1920. Häusser, Darmstadt 1995; Die Zähmung der Avantgarde. Zur Rezeption der Moderne in den 50er Jahren. Stroemfeld, Frankfurt am Main/Basel 1997; Ästhetik der schönen Genügsamkeit oder Arts and Crafts als Lebensform. Programmatische Texte. Programmatische Texte, Band 112 der Reihe BAUWELT FUNDAMENTE, 1998; Wenzel Hablik, Architekturvisionen 1903–1920. Häusser, Darmstadt 1995; Die Erfindung des Modernen Klassikers, (Hatje/Cantz) 2001; Haus eines Kunstfreundes. Mackay Hugh Baillie Scott, Charles Rennie Mackintosh, Leopold Bauer. Edition Menges, Stuttgart/London 2002; Willi Moegle. Die Sachfotografie, 2004; Jupp Ernst 1905 – 1987. Designer, Grafiker, Pädagoge, Tübingen, Berlin 2007; Das Gute Leben. Der Deutsche Werkbund nach 1945, Tübingen, Berlin 2007; (mit Annemarie Jaeggi): Walter Gropius. Amerikareise 1928, Wuppertal 2008; (mit Pia Mingels / Christopher Oestereich): Hans Schwippert. Bonner Bundeshaus 1949, (jovis Verlag) Berlin 2009; Hans Schwippert (1899 – 1973). Moderation des Wiederaufbaus, Berlin 2010; Max Burchartz. 1887 – 1961. Künstler. Typograf. Pädagoge, Berlin (Jovis Verlag) 2010; Werner Graeff (1901 – 1978). Der Künstleringenieur, Berlin (Jovis Verlag) 2010; Architekturfotografie der Nachkriegsmoderne – Wuppertaler Gespräche 5. stroemfeld Verlag, Frankfurt a.M., 2012; (mit Julia Meer): Woman in Graphic Design 1890 – 2012 – Frauen und Grafik-Design. Berlin (Jovis Verlag) 2012; (mit Sabine Bartelsheim / Christopher Oestereich): Lehre und Lehrer an der Folkwangschule für Gestaltung in Essen – Von den Anfängen bis 1972. (Wasmuth Verlag) Tübingen / Berlin, 2012; (mit Elina Knorpp): Das gespiegelte Ich. Fotografische Selbstporträts von Künstlerinnen und Fotografinnen der 1920 und 30er Jahre. 2013 (Nicolai-Verlag); Ferdinand Kramer. Design für variablen Gebrauch, Tübingen, Berlin (Wasmuth Verlag) 2014. (mit Christopher Oestereich ) (Hg.): seriell-individuell. Handwerkliches im Design, Weimar 2014. (mit Pia Mingels) (Hg.): Franz Krause 1897 – 1979. Architekt, Künstler, Poet, Köln 2014; (mit Julia Meer) Frauen und Grafik-Design Women in Graphic Design 1890 bis heute, (jovis Verlag) 2012; (mit Petra Eisele) Hg.: Design. Texte zur Theorie und Geschichte, Ditzingen (Reclam) 2019. Situating the Bauhaus in Cold War Germany, in: Sonderausgabe Journal of Designhistory, London, Vol 35, 3, September 2022; zuletzt: HerStories in Graphic Design. Dialoge, Kontinuitäten, Selbstermächtigungen. Grafikdesignerinnen 1880 bis heute / Dialogue, continuity, self-empowerment. Women graphic designers from 1880 until today (jovis Verlag) 2023.

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Veröffentlichung: 20.11.2023

170 — Elisabeth Budde & Matthias Wagner K
World Design Capital 2026. Wer, wie, was?

Elisabeth Budde, Diplom Design­erin, geb. 1959 in Bremen, studierte Anfang der 80er Jahre in Kiel Kom­muni­kations­design und startete ihre beruf­liche Lauf­bahn bei der Rosen­thal AG in Selb. Von dort zog sie die Position der stellv. Fachlichen Leiterin beim Rat für Form­gebung nach Frank­furt am Main. Danach wechselte sie zur Messe Frank­furt, wo sie für Sonder­schauen zahl­reicher Messen verant­wort­lich war. 1991 folgte die Selbst­ständig­keit. Bis heute ist sie geschäfts­führ­ende Gesell­schafterin der Transpa­rent Design Manage­ment GmbH und bietet mit ihrem Team Konzep­tion und Manage­ment in der Unter­nehmens­kom­muni­kation an. Diverse Vor­träge im In- und Aus­land, Jury-Tätig­keiten sowie zahl­reiche ehren­amt­liche Aktivi­täten gehören selbst­ver­ständlich berufs­begleitend bei ihr dazu. Gut 30 Jahre ist sie Mit­glied im dwb hessen und bald 25 Jahre im Deutschen Designer Club.

Seit 2017 war sie wesent­lich an der Ent­stehung der Initi­ative zur Bewer­bung von Frank­furt Rhein-Main als World Design Capital beteiligt, die von der Werk­bund­akademie Darm­stadt aus­ging. Über vier Jahre war sie für die Initi­ative im Projekt-Manage­ment ehren­amt­lich als Director FRM des DDC aktiv. Diese konnte einen Beschluss zur Be­werbung um den Titel bei Stadt und Region er­reichen. Mit dem darauf­folgenden offizi­ellen Bewer­bungs-Prozess von Stadt Frank­furt und Land Hessen ab 2021 unter Leit­ung von Prof. Wagner K ent­stand gemäß seinem Thema „Design for Demo­cracy“ regel­recht eine Bewegung. Auch der DDC hat dafür mehrere Pro­jekte reali­siert, für die sich u.a. Elisabeth Budde weiter­hin aktiv einge­setzt hat. Im Oktober 2023 dann die gute Nach­richt: Frankfurt Rhein-Main gewann den Titel „World Design Capital 2026“.

Prof. Matthias Wagner K leitet die Be­wer­bung Frank­furt RheinMain World Design Capital 2026. Hierfür ent­wickelte er den Claim „Design for Democracy. Atmo­spheres for a better life“. Er ist Aus­stellungs­macher, Biennale-Leiter, Kurator, Autor und seit 2012 Direktor des Museum Ange­wandte Kunst in Frank­furt am Main. Binnen nur eines Jahres positio­nierte er das Museum mit einem gänz­lich über­arbeiteten Aus­stellungs- und Partizi­pations­konzept neu.

Mit seinen wechselnden thematischen Aus­stell­ungen richtet es seither den Fokus auf die Wahr­nehmung gesell­schaft­licher Strömun­gen und Ent­wick­lungen. Das Museum ver­steht es sich als ein Ort für sinn­liche Denk- und Erfahr­ungs­räume, für Ge­spräche und krit­ische Dis­kurse. Es zählt mittler­weile zu den inter­natio­nal ange­sehen­sten und profi­liertes­ten Museen seiner Art. Matthias Wagner K be­kleidet zudem seit 2018 eine ehren­amt­liche Honorar­profes­sur für Design Curating and Criticism an der HfG Offen­bach, ist einer der drei Inten­dant­*innen für Theater der Welt 2023 Frankfurt / Offen­bach. Er ist Mit­glied im Kurator­ium der Peter und Irene Ludwig Stift­ung und der Stift­ung Urban Future Forum e.V.

LINKS
Website von Design FRM

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Veröffentlichung: 13.11.2023

169 — Jessica Rademacher
Am Herz des Roboters

Jessica Rademacher ist Team­leiterin im Bereich UX in der Soft­ware­ent­wick­lung der KUKA Deutsch­land GmbH in Augs­burg. Nachdem sie an der Hoch­schule Augs­burg 2007 ihr Diplom­studium in Elektro­technik abge­schlossen hat, ging es für sie direkt weiter zur KUKA als Trainerin für Robotik. In dieser Zeit brachte sie Tausenden von Menschen bei, Roboter zu program­­mieren, Fehler im Schalt­schrank zu finden und Feld­busse zum Laufen zu bringen. Dabei fand sie noch genug Moti­vation, um parallel zur Lehr­tätig­keit das passende Master-of-Arts-Studium in Erwachsen­en­bildung an der TU Kaisers­lautern zu absol­vieren. Nach ein paar Jahren ent­schied sie sich jedoch, ihre gesam­melten Fähig­keiten und Kennt­nisse rund um Roboter in der Vor­ent­wick­lungs­ab­teilung als Mach­barkeits­ingenieurin für den damals neuen Leicht­bau­roboter einzubringen.

Von dort aus ging es dann als Product Owner (Rollen­bezeich­nung bei agilen Pro­zessen) für Front­end Ent­wicklungs­teams in die Serien­ent­wick­lung. Ab da hatte sie die Mög­lich­keit Ihr als Trainerin erworbenes Wissen über die Technik und die An­wenden­den, deren Sorgen und Wünsche zu kombi­nieren und direkt in die Ent­wick­lung ein­fließen zu lassen, um die Kom­plexi­tät eines Roboters für die Nutzen­den besser beherrsch­bar zu machen. Nach einer Weiter­bildung zum UX Consultant war sie die erste UXlerin der KUKA und fühlt sich ange­kommen, denn mit und für Menschen in Kombina­tion mit Technik zu arbeiten begeistert sie am meisten. Ihr Stecken­pferd sind alle hard­ware­nahen Work­flows, bei denen es darum geht, über die Soft­ware direkt an der Roboter­mechanik – quasi dem schlagen­den Herzen des Systems – zu arbeiten. Das gibt ihr die Möglich­keit über alle Team­grenzen hin­weg mit Frontend-, Backend- und Mecha­tronik­ent­wickler­*innen, Product Ownern, Produkt­manager­*innen, Customer Support und natürlich den Nutzenden zusam­men­zu­arbeiten. Zusätz­lich enga­giert sie sich im Frauen­netz­werk, Mentoren­pro­gram­men und Kinder-/ Jugend­ver­an­staltun­gen, um diesen und vor allem Mäd­chen zu zeigen, dass Technik nicht nur toll sein und Spaß machen, sondern man damit auch die Welt von morgen verändern kann.

LINKS
Homepage von Jessica Rademachers Firma: www.kuka.com
Design Thinking-Prozess – Design Thinking – Hasso-Plattner-Institut
Kleiner Einblick in den Design Thinking Prozess
UX Collective (uxdesign.cc) Interessante Artikel zum Thema User Experience

LITERATUR
DNORMAN, Don (2013): The Design of Everyday Things
Der Klassiker, wenn es um Produktdesign geht
KEBEKUS, Carolin (2021): Es kann nur eine geben
Unterhaltung und Feminismus wunderbar vereint

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Veröffentlichung: 05.11.2023

168 — Stefan Sagmeister
Heute ist besser

Stefan Sagmeister hat für so unter­schied­liche Kunden wie die Rolling Stones, HBO und das Guggen­heim Museum ent­worfen. Er ist zwei­facher Grammy-Gewin­ner und hat prak­tisch jeden wichtigen inter­natio­nalen Design­preis gewonnen.

Stefan spricht über die großen Themen unseres Lebens wie Glück oder Schön­heit, wie sie mit Design zu­sam­men­hängen und was das eigent­lich für unseren All­tag bedeutet. Er hat fünf­mal auf der offiziellen TED-Kon­ferenz ge­sprochen und gehört damit zu den drei am häufigsten einge­ladenen TED-Rednern.

Seine Bücher verkaufen sich zu Hundert­tausen­den, und seine Aus­stellun­gen wurden in Museen auf der ganzen Welt ge­zeigt. Seine Aus­stell­ung „The Happy Show“ zog welt­weit weit über eine halbe Million Besucher an und wurde zur meist­be­suchten Grafik­design-Show der Geschichte.

Der gebürtige Österreicher erwarb seinen MFA an der Uni­versi­tät für ange­wandte Kunst in Wien und, als Fulbright-Stipen­diat, einen Master am Pratt Institute in New York.

LINKS
Bilder und Texte zum Projekt „Heute ist besser“ von Stefan Sagmeister
Bilder und Texte zum Projekt „Tunnels for Toronto“ von Stefan Sagmeister
Bilder und Texte zum Projekt über Schönheit von Stefan Sagmeister

LITERATUR
DeBONO, Edward (2006) De Bono’s Thinking Course. Powerful Tools to Transform Your Thinking. Toronto: Pearson Education
ENO, Brian (1996): A Year with Swollen Appendices: Brian Eno’s Diary. 25th Anniversary edition. London (2021): Faber & Faber

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Veröffentlichung: 30.10.2023

167 — Florian Jöckel
Tour de Massif Central

An dieser Stelle keine nüchterne Bio­grafie – denn Florian Jöckel sagt, dass er noch nie eine ge­schrie­ben habe – sondern die Impres­sion unseres Hosts und Chef­redak­teurs Georg-Christof Bertsch:

„Designerbrille, kunst­voll ver­wuschelte Löwen­mähne. Tattoos (vermut­lich) über­all. Basecap. Florian Jöckel ist eine Marke. Ein biss­chen Rick Rubin. Ein biss­chen ZZ Top. Ein biss­chen Jonathan Meese. Das ergibt: 100% Florian Jöckel. Er bildet als Person die Brücke zwischen Frank­reich und Deutsch­land. Fran­zös­ische Mutter, deutscher Vater. Am Boden­see auf­ge­wachsen. Fahr­rad-Narr. Tour de France-Addict. Work­aholic mit mediter­ranem Flair. Prag­matiker mit ganz eigenen Zielen.

In einem Kaff aufge­wachsen, wusste er früh: „Wenn Du einen Klub haben willst, dann musst Du ihn eben selbst machen.“ Den hat er nun in Frank­furt am Main, in einer ehe­mali­gen Bank, mitten im Zentrum. Beste Lage. Hier hat er sein bereits zweites Massif Central eröffnet. Das im Rad­sport legen­däre fran­zösische Mittel­ge­birge dient ihm als An­regung, groß zu denken, aber auch echt zu schwitzen – um hochzukommen.

Wie verlief dieser Anstieg? Nach Abitur und kauf­männ­ischer Lehre bei Tickets per Post – Karten­verkauf „for the big shows“, waren die Themen 1. Rock ’n’ Roll, 2. Business, 3. „You got to fight for your right to party“ (Beastie Boys). Als Rad­sport-Freaks sprühte seine Clique Guily76 Straßen­graffiti auf großen Renn­strecken. Dann wurde er Tour­leiter für Bands. So kam er von Köln nach Frank­furt, wo er mit Ralf Scheffler eine Konzert­agen­tur gründete (u.a. Ryūichi Sakamoto und Shantel).

Zack. Die klassische Midlife-Crisis ... was ganz anderes machen. Ein Rad­fahrer­café mit ange­schlos­sener Werk­statt, wie ein Etappen-Stopp der Tour de France. Das war das erste Massif Central – als Zwischen­nutzung in einer alten Druckerei. Aber hey, das ist Frank­furt: Also musste der nächste coole Ort eine BANK sein – die historisch höchst bedeut­same und denk­mal­ge­schützte Bethmann-Bank.

Diesen prominenten 8000 m²-Leer­stand zu etwas komplett anderem umzu­bauen, das war die Berg-Etappe, die er mit zahl­reichen Kollegen in An­griff nahm. Nun hat sich bereits eins der einfluss­reichsten Archi­tektur­büros, UN Studios aus Amster­dam, ein­mietet. Hier gibt es Concept Stores und Flipper Lounges. Hier kochen Dimi und Lorenz wunder­bare Leckereien. Hier ist Rock ’n’ Roll. Und hier gibt es Fahr­räder. Also einen krassen Gipfel erklommen, Flo.“

LINKS
Massive Collection
Zum Thema Tour de France
Florian Jöckel – Friends of Friends / Freunde von Freunden (FvF)
Der Hausbesuch im Massif Central – Konii schaut in Frankfurts neuem Hotspot vorbei
Florians Lieblingsmagazin ist das patagonjournal
Film-Dokumentation während einer Intervention in München im Zuge des Projekts „Meal-Worm as Meal-Norm“, gefilmt von Nikolai Marcinowski

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Veröffentlichung: 23.10.2023

166 — Robin Auer, Simon Daubermann, Claudia Friedrich, Felix Kosok
180 wertschaffende Ideen, 40 ausgezeichnete Projekte, 12 Gewinner*innen ― WIG 2023

Brauchen wir heute wirk­lich noch einen Design­wett­be­werb? Der DDC hat sich diese radi­kale Frage ge­stellt und auf die Suche nach neuen Ant­worten ge­macht. Wie lässt sich gutes Design heute noch be­werten? Welche Bewertungs­kate­gorien spielen hierbei eine Rolle und wie muss ein Jury­prozess ver­fasst sein, um die ge­suchten neuen Ant­worten zu finden? Wir stellten uns gemein­sam die Frage, wie Designer­*innen wert­schätzende Kom­muni­kation ent­wickeln, wert­schöpfende Dinge ent­werfen und werte­basierte Räume des gemein­samen Zusam­men­lebens ent­werfen und so aktiv an einer besseren Zukunft mit­arbeiten. Das ist WAS IST GUT – der Design­wett­bewerb des DDC.

Zugleich ist dieser Wett­bewerb selbst Inno­vation im Pro­zess. Hier werden nicht nur die Teil­nehmer­innen und Teil­nehmer selbst zur Jury – partizi­pativ, demo­kratisch und diskur­siv; sondern der Pro­zess ent­wickelt sich konti­nuier­lich weiter. Die Ergeb­nisse können sich sehen lassen und wir als DDC machen uns gemein­sam auf die Reise, dieses neue Design­ver­ständ­nis in die Wirt­schaft, die Politik und die Welt hinauszutragen. WAS IST GUT 2023 wurde vom DDC-Vor­stand konzipiert, organisiert und begleitet: Simon Dauber­mann ist mit eigenem Büro von Mann­heim und Kapstadt aus im Brand Consulting tätig. Felix Kosok ist neben seiner praktischen Tätig­keit Pro­fessor für Grafik­design und Design­theorie an der German Inter­natio­nal University Berlin. Claudia S. Friedrich ist Partnerin und Geschäfts­führerin bei zweigrad Industrial Design in Hamburg. Und der Vierte im Bunde ist Robin Auer und als Design Lead bei IBM sowie als Dozent für Design­strategie tätig. Moderiert von Martina Metzner, Design­journalistin und Re­dak­­teur­in des DDC.

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Veröffentlichung: 16.10.2023

165 — Metin Seyrek und Markus Mögel
Über einen barrierefreien Design-Prozess

Metin Seyrek ist Teil der vier­köpf­igen Führungs­spitze der Marken­­agen­tur BECC Agency mit Sitz in Mün­chen Schwabing. Als Mit­in­haber leitet und ge­staltet er zusam­men mit Leif Geuder, Sabine Kraus und Katharina Kraus die Geschäfte und führt ein Team aus 50 Mit­arbeiten­den. Der diplo­mierte „Produkt- und Kom­muni­kations­designer“, der an der King­ston Uni­versi­tät London sowie an der Hoch­schule für Gestalt­ung in Schwäbisch Gmünd studierte, ent­wickelte sich im Laufe seiner über 20-jährigen Berufs­erfahr­ung zum Marken­experten.

Im Kern seiner vielfältigen Tätig­keiten für inter­natio­nal auf­ge­stellte Kon­zerne, Unter­nehmen und Organi­satio­nen unter­schied­lich­ster Bran­chen – von Auto­motive, über Logis­tik und erneuer­bare Ener­gien, bis hin zu inklu­siven Sport­ver­an­stalt­ungen – steht vor allem die Kon­zeption von Marken­strate­gien und -identi­täten sowie deren Über­setz­ung in greif­bare Marken­kon­takt­punkte.

Dabei stellt Metin stets den Men­schen in den Mittel­punkt, nicht nur beim Er­schaffen von Marken­erleb­nissen, bei denen es heut­zutage mehr denn je um Beteili­gung, statt nur um den Blick aus der Zuschauer­per­spek­tive geht, sondern auch im eigenen Unter­nehmen. Engage­ment ist für ihn mehr als nur ein Wert für die Erfolgs­messung der Wirk­sam­keit von Strate­gien, es ist der Treib­stoff von Trans­formations­pro­zessen jeg­licher Art, auch in den eigenen vier Wänden.

Mit seiner Mann­schaft bei der BECC Agency gewann er von 2012 bis 2022 für ver­schiedene Pro­jekte den Red Dot Award und wurde mehr­fach mit dem German Design Award sowie dem IF Com­muni­cation Design Award aus­gezeichnet.

Die Entwicklung des Brand Designs der Special Olympics World Games in Berlin in diesem Jahr, zählt zu den abso­luten Herzens­pro­jekten von Metin Seyrek, für das die BECCs in einem ink­lusiven Design­pro­zess zusam­men mit den Athlet­*innen völlig neue Wege ge­gangen sind.

„Eine Marke unver­gess­lich werden lassen und tiefe Bindungen zu ihr aufzu­bauen“, keinen gerin­geren An­spruch hat Markus Mögel an seine Arbeit als Kreativ­direk­tor. Seit über 12 Jahren schafft er mit seiner Leiden­schaft für die perfekte Ver­schmelz­ung aus heraus­ragen­dem Design, neuester Techno­logie und mensch­licher Emotion, zusam­men mit seinem Team, inno­vative Lösun­gen für ganz­heit­liche Marken­erleb­nisse der Kunden der BECC Agency.

Das Funda­ment für seine Karriere in der Kreativ­branche legte er zunächst durch das Studium von „Design und ange­wandter Kunst“ an der Aka­demie für Kom­muni­kation in Stutt­gart, bevor er an die Hoch­schule für Design in Schwäbisch Gmünd wechselte, um mit dem Diplom zum „Kom­munikations­designer“ abzuschließen.

Mit mehr als 20 Jahren Berufs­erfahr­ung auf Agen­tur- und Unter­nehmens­seite für Brands aus den unter­schied­lichsten Branchen, kreiert Markus durch die Ent­wicklung digitaler und analoger Expo­nate, medialer Bespiel­konzepte sowie Pre-, Post- und Live-Kom­muni­kation, eindrucks­volle und wirk­same Inter­aktio­nen zwischen Mensch und Marke.

LITERATUR
HÜTHNER, Gerald / BURDY, Robert (2022): Wir informieren uns zu Tode. Freiburg: Herder
McCONAUGHEY, Matthew (2020): Greenlights. Berlin: Ullstein
HOSSEINI, Khaled (2019): Drachenläufer. Frankfurt am Main: S. Fischer
PAMUK, Orhan (2016): Rot ist mein Name. München: Carl Hanser

LINKS
BECC Agency
Chat GPT
Special Olympics World Games Berlin 2023

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Veröffentlichung: 09.10.2023

164 — Sunny Dolat
Decolonizing Design!.

Sunny Dolat ist welt­weit tätiger Kultur­produ­zent, Kreativ­direk­tor und Mode­kura­tor. Er ist Mit­be­grün­der des Nest Collec­tive. The Nest begann 2012 als Treff­punkt für junge Kreative in Nairobi, die sich für die Über­schneidun­gen zwischen Poesie, Feminis­mus und Queer Theory, Design, Film und Techno­logie interes­sieren. Seitdem ent­wickelte sich The Nest zu einem inter­natio­nalen Akteur im Gestaltungsfeld.

Sunny Dolat fördert aktiv Kunst und Kultur in seinem Heimat­land Kenia. Er setzt sich mit sozialen, politischen und historischen Themen aus­ein­ander und be­schäftigt sich in seiner Arbeit, ins­beson­dere mit dem Platz Afrikas in globalen und kultur­ellen Debatten und Dia­logen. Dolat hatte in ver­schiedenen Funk­tionen in der Kreativ- und Kultur­indus­trie in Ost­afrika inne und ist in zahl­reichen Beratungs­gremien aktiv. Er leitete den Textil- und Bekleidungs­sektor in Kenia für das SheTrades in the Common­wealth-Pro­gramm. Er ist als Strategie­manager beim HEVA Fund tätig, Afrikas erstem Unter­nehmens­fonds seiner Art für die Krativ­industrie. Dolats jüngste Errungen­schaft war seine Mit­arbeit im Kura­toren­team, das die Aus­stell­ung Africa Fashion im Victoria and Albert Museum in London zusammen­ge­stellt hat. Mit dem Nest Collec­tive präsen­tierte er eine Installa­tion auf der documenta 15. Derzeit lebt er in Nairobi, Kenia.

LINKS
Website des queeren Künstler*innen- und Designer*innen-Kollektivs The Nest
The Nest auf Instagram
Video Ansprache von Sunny Dolat aus „What Desigers can do“

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Veröffentlichung: 02.10.2023