DDC Ehrenmitglied 2025
Der Deutsche Design Club hat im Rahmen des DDC Symposiums und Netzwerktreffen 2025 mit Gala zum DDC AWARD 2025 WAS IST GUT am 14. November 2025 Prof. Birgit Mager die Ehrenmitgliedschaft verliehen: als Forscherin, Netzwerkerin, Professorin, Service Designerin und als unermüdliche Botschafterin für ein menschenzentriertes, systemisches Designverständnis hat sie die Gestaltungskultur von Deutschland entscheidend bereichert.
Liebe Gäste, liebe Kolleginnen und Kollegen,
ich freue mich sehr, heute diese Laudatio halten zu dürfen – auch wenn diejenige, um die es geht, heute leider nicht persönlich anwesend sein kann. Umso schöner ist es, dass wir dennoch gemeinsam diesen Moment nutzen, um ihr Wirken und ihren außergewöhnlichen Beitrag zur Gestaltungskultur in Deutschland zu würdigen. Ich kenne Birgit Mager seit über zehn Jahren, habe mit ihr zusammengearbeitet und viel von ihr lernen dürfen. Und wer sie kennt, weiß: Ihre Energie und ihr Einfluss sind spürbar – selbst, wenn sie nicht im Raum ist.
Es gibt Menschen, die verändern ein Feld – und manchmal schaffen sie sogar ein neues. Wenn wir heute über Service Design sprechen – über Gestaltung, die nicht nur Produkte, sondern Erlebnisse und Beziehungen formt – dann tun wir das, weil eine Frau in Deutschland früh erkannt hat, dass Design viel mehr sein kann als Form und Farbe. „Service Design ist ein systematischer Ansatz für die Choreografie von Prozessen, Technologien und Interaktionen innerhalb komplexer Systeme – um gemeinsam Werte für die verschiedenen Beteiligten zu schaffen,“ sagt Prof. Birgit Mager.
Eine Pionierin für ein neues Feld
Birgit Mager hat den Begriff Service Design in Deutschland nicht nur eingeführt, sie hat ihm Gestalt, Relevanz und Wirkung gegeben. Schon lange bevor Verwaltungen über Nutzerzentrierung sprachen und Unternehmen von Customer Experience schwärmten, stellte sie die entscheidende Frage: „Wie fühlt sich der Mensch, der diesen Service erlebt?“ Mit dieser scheinbar einfachen, aber radikal menschlichen Frage hat sie Denkweisen verschoben – in Unternehmen, Hochschulen und im öffentlichen Sektor. Sie hat gezeigt: Design kann Empathie stiften. Design kann Systeme verändern. Design kann Menschen wieder ins Zentrum rücken. An der Köln International School of Design (KISD) und an der TH Köln hat sie seit 1995 als Professorin für Service Design Generationen von Studierenden geprägt. Sie startete den ersten Hochschulstudiengang für Service Design in Deutschland – und weltweit zu dieser Zeit. Nicht umsonst gilt sie als Pionierin des Service Designs in Deutschland und erhielt dafür kürzlich den „Lifetime Achievement Award“ der International Society of Service Innovation Professionals.
Gestalterin von Netzwerken und Wissen
Doch Birgit Mager wäre nicht Birgit Mager, wenn sie ihr Wissen für sich behalten hätte. 2004 gründete sie das Service Design Network (SDN) – heute eine weltweite Plattform, die Fachleute aus Praxis, Wissenschaft und Verwaltung verbindet und die sie als Präsidentin vertritt. Überall dort, wo sich Designerinnen und Designer über Service Design austauschen, ist ihr Einfluss spürbar. Was als Vision begann, ist heute eine globale Bewegung. Und auch aktuell beweist sie, wie lebendig ihr Engagement ist: Im Rahmen des World Design Capital Jahres 2026 organisiert sie eine internationale Service Design-Konferenz in Wiesbaden – um zu zeigen, wie Service Design konkret dazu beitragen kann, unsere Städte und Verwaltungen zukunftsfähig zu machen. So verbindet sie erneut Theorie und Praxis und bringt Forschung und Gesellschaft miteinander ins Gespräch.
Bewegung, Haltung und Humor
So ernst sie ihr Thema nimmt – Birgit Mager bleibt immer auch ein Mensch voller Energie, Lebensfreude und Humor. Wer sie kennt, weiß: Sie ist ständig in Bewegung. Wenn sie nicht gerade auf einer Konferenz in Dallas über die Zukunft des Service Designs spricht, findet man sie beim Kajakfahren, Wandern oder Schwimmen an ihrem Haus am See im Bergischen. Und wenn sie mit ihrem Cabrio zu einem Termin anbraust – mit offenem Dach, einem Lächeln im Gesicht und, ja, gelegentlich im Parkverbot – dann passt das einfach zu ihr: Birgit Mager folgt ihrer eigenen Spur. Mit Mut, Leidenschaft – und einem Augenzwinkern. Sie denkt analytisch, spricht klar, lacht herzlich – und überzeugt selbst Skeptiker*innen davon, dass Design kein Luxus ist, sondern eine Notwendigkeit.
Würdigung
Der Deutsche Design Club ehrt mit der Ehrenmitgliedschaft Menschen, die durch ihr Wirken die Gestaltungskultur unseres Landes entscheidend bereichert haben. Birgit Mager tut genau das – als Forscherin, Netzwerkerin, Professorin, Service Designerin und als unermüdliche Botschafterin für ein menschenzentriertes, systemisches Designverständnis.
Sie hat uns gezeigt, dass Design mehr kann, als schön zu sein – dass es verstehen, verbinden und verändern kann. Im Namen des Deutschen Design Clubs verleihen wir ihr heute die Ehrenmitgliedschaft – als Zeichen unserer tiefen Anerkennung, unseres Respekts und unserer Dankbarkeit für ihr herausragendes Engagement.
Mehr erfahren:
DDC Profil von Prof. Birgit Mager