Sonntag Morgen um 9 Uhr am 11. Mai 2025 … ja ihr lest richtig, eine sehr sportliche Zeit für einen DDC Salon und für Designer*innen, die sich zur transformativen Kraft von Design austauschen wollen. Aber: die Möglichkeit an der Unconference von Various Others im Bayerischen Hof mit einem DDC Panel zu partizipieren war einfach ein wunderbarer Rahmen, unser Netzwerk zu erweitern und Design in einen spannenden Kontext zu stellen. Trotz der frühen Uhrzeit kamen viele Interessierte und DDC Mitglieder, um unserem interdisziplinären Panel zu folgen, das von Prof. Bettina Otto und Dara Sepehri (DDC Vorstand) moderiert wurde.
Nadine Vicentini (Geschäftsführerin Bayern Design), Dr. Oliver Herwig (Designtheoretiker und Journalist), Prof. Dr. Moritz Mungenast (Architekt und 3D-Druck Spezialist) und Christian Zanzotti (Produktdesigner) diskutierten Wert und Wirkung von Design als Brücke zwischen Funktionalität und Ästhetik. Dr. Oliver Herwig vermittelte uns seine These Design als Zentralbaustein unserer Gesellschaft und Treiber der Wirtschaft zu begreifen, er verdeutlichte, dass wir durch Interface Design, Dinge des Alltags überhaupt erst handhaben können, und Design zum Beispiel auch garantiert, dass viele unterschiedliche Menschen die gleichen Services nutzen können (Universal Design).
Die Diversität unserer Gesellschaft als Chance zu nutzen, unterstrich Nadine Vicentini, die die Diskussion mit Impulsen zum Jahresthema „How To Design A Vibrant Community“ der Munich Creative Business Week bereicherte. Die Kraft des Einenden in den Fokus von Designschaffenden zu stellen um Kreativität für Veränderung zu nutzen, verdeutlichen die Schwerpunktbereiche der mcbw: „Shaping Togetherness“, „Inspiring Empathy“ und „Opening Minds“. Design als unverzichtbare Kraft zeigt sich in der Dringlichkeit neue Narrative zu finden, die echten Mehrwert sichtbar machen – nur so wird Design als Disziplin ernst genommen und für alle sichtbar.
Wie Strategien für belastbare Lösungen aussehen können, zeigten eindrucksvoll die 3D-Druck-Projekte von Moritz Mungenast, der seinen „Ruffini Chair“ auf der Basis von Recycled PET Flaschen und sogar Chitin (Schalen-Abfall aus Shrimps-Farmen) herstellen kann. Kein Stuhl ist gleich, es sind Einzelstücke, die individuell produziert sind, nicht im Voraus, sondern nur bei Auftrag. Den 3D-Druck setzt er auch in der Fassadentechnik ein, dadurch entstehen multifunktionale Oberflächen, die sich optimal an die Herausforderungen des Klimawandels anpassen können.
Material und Form symbiotisch zu verbinden, lernen wir auch bei Christian Zanzotti, der mit seinen innovativen Verpackungen und Projekten zu nachhaltiger Mobilität, Funktion und Ästhetik eindrucksvoll verbindet. Nach seiner Erfahrung entstehen die besten Ergebnisse im Dialog mit den Kunden*innen. Nur so bleiben wir in Europa auch wettbewerbsfähig. Die Auswirkung von Design in unserer Lebensrealität zu nutzen ist Teil unserer Verantwortung als Kreativ-Schaffende, wir sind es, die Zusammenhänge erkennbar und zugänglich machen, Tonalität transportieren und implizite Botschaften vermitteln können. Diesen Diskurs werden wir mit dem DDC AWARD – WAS IST GUT fortsetzen und freuen uns über rege Beteiligung.
Der DDC Salon wurde vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie gefördert und von unseren Partnern Bayern Design und Grafikmagazin unterstützt.


















