Mit dem DDC AWARD 2025 WAS IST GUT haben wir wirkungsorientiertes Design sichtbar gemacht, gleichermaßen ist es wichtig, Wirkungsbereiche außerhalb der Kreativbranche zu erschließen. Als integraler Bestandteil insbesondere von fachfremden Organisationen, können Designdisziplinen unmittelbar zeigen, dass sie als Schnittstelle zu Technik, Wirtschaft und Gesellschaft fungieren und strategischen Mehrwert bieten können. Wir öffnen damit erweiterte Tätigkeitsfelder für Designer*innen.

Wir beginnen den Abend mit einem Impulsgespräch zur Ausrichtung des Awards mit einer unserer Impact Beiräte Karianne Fogelberg. Mit den im DDC AWARD 2025 WAS IST GUT ausgezeichneten Projekten leiten wir über zum Gastvortrag der Brainlab SE und erörtern im gemeinsamen Panel: DDC, Brainlab SE und dem Bayrischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, zu welcher Wirkung Design fähig ist und wie wir mit unserem Designverständnis Haltung und Verant­wortung ins Zentrum stellen:

Visuelle Gestaltung erzeugt Relevanz, löst kommunikative Aufgaben und ebnet konsequent den Weg zur Nutzerzentrierung. In einer Zeit, die von tiefgreifenden Umbrüchen geprägt ist – von der Energiewende und dem Klimawandel über Fragen des gesellschaftlichen Zusammenhalts und der Teilhabe bis hin zur sinnvollen Integration Künstlicher Intelligenz in bestehende Prozesse –, kommen vermehrt neue, komplexe Aufgaben auf die Gestaltung zu. Gleichzeitig eröffnen sich völlig neuen Wirkungsfelder.

Dabei steht eine fundamentale Frage im Raum: Wie können wir Innovationen so gestalten, dass sie ökologisch verträglich, sozial gerecht, wirtschaftlich tragfähig und technisch umsetzbar sind?

Ein wertebasierter Kompass: Permakultur im Design

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, hilft ein Blick über den Tellerrand:
Die Prinzipien der Permakultur – die wir auf Designprozesse übertragen – bieten uns einen wertebasierten Kompass, der ermöglicht, die traditionelle Bewertung von Gestaltung zu erweitern und Kriterien wie Ressourcenorientierung, Regenerierbarkeit, den gesellschaftlichen Beitrag, Erweiterbarkeit sowie die langfristige Skalierbarkeit einzubeziehen.


Der Schritt nach vorn: Die ganzheitliche Perspektive des DDC

Das wirklich Neue ist, dass all diese zukunftsweisenden Kriterien nun in ihrer Gesamtheit
im DDC AWARD 2025 WAS IST GUT zur Bewertung herangezogen wurden.

Permakultur bedeutet in diesem Kontext, eine ganzheitliche Perspektive auf komplexe, sich ständig verändernde Systeme einzunehmen. Sie agiert ressourcenorientiert, wertschöpfend, werterhaltend und beziehungsstiftend. Auf Design übertragen lautet die zentrale Frage: 

Werden langfristig positive Beziehungen zwischen Menschen, Produkten und der Umwelt geschaffen? Kann ein Entwurf solche Beziehungen stiften oder nachhaltig fördern?

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Die transformative Kraft des Designs und seine Möglichkeitsräume

Die prämierten Projekte beweisen eindrucksvoll, wie Design Demokratie sichtbar und erlebbar macht, wie es Städte transformiert, Gesundheit neu denkt und Nachhaltigkeit nicht als bloßes Beiwerk, sondern als fundamentale Gestaltungsaufgabe versteht. Design fungiert hier längst nicht mehr nur als rein formgebende Disziplin, sondern als echter Katalysator für die gesellschaftliche Transformation.

Designerinnen und Designer bringen spezifische Stärken mit, die in Veränderungsprozessen dringend gebraucht werden:

  • Komplexitäts- und Bedarfskompetenz: Sie sind gezielt darin ausgebildet, reale Bedarfe zu erkennen, Prioritäten innerhalb hochkomplexer Systeme zu identifizieren sowie innovative Lösungsansätze zu generieren und greifbar umzusetzen.
  • Prozesshaftes, iteratives Arbeiten: Eine Kernstärke ist das agile, schrittweise Vorantreiben von Projekten. Selbst wenn sich Anforderungen und Rahmen-bedingungen im laufenden Prozess ständig verändern, gewährleisten Designer*innen ein verlässliches Ergebnis – am Ende steht immer die konkrete Umsetzung, ein fertiges Artefakt.
  • Schnittstellen- und Teamkompetenz: Als ausgeprägte Teamplayer agieren sie in einer klassischen Schnittstellendisziplin. Sie sind es gewohnt, verschiedenste Perspektiven und Kriterien einzubeziehen und moderierend zwischen ihnen zu vermitteln.


Genau deshalb ist die Designkompetenz heute an den entscheidenden Stellen von Transformationsaufgaben unverzichtbar: sei es bei der Digitalisierung, der Integration von KI und Robotik, der Verkehrswende, der zukunftsfähigen Stadtentwicklung oder bei der Sicherung von gesellschaftlicher Teilhabe und Demokratie.

Danke an unsere Gäste Karianne Fogelber, Tobias Schalkhaußer, Alexander Gialouris und MDirig. Dr. Markus Eder sowie unserern Kooperationspartner acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften, Anna Frey, Marc-Denis Weitze. 

 

Konzept, Organisation und Moderation: Prof. Bettina Otto (DDC Vorstand)
Bilder © Nele Holland-Moritz

Publikation DDC AWARD 2025 WAS IST GUT – Gutes Design und Mut zur Transformation
Herausgeber: Deutscher Design Club e. V.
200 Seiten, 280 × 370 mm 
Verlag form, Frankfurt am Main, 2026
ISBN 978-3-943962-79-6
39,90 Euro
www.form.de