Umsetzung

Die Schriftfamilie FC Sans Pauli ist die Haltung des Vereins, in Glyphen übersetzt. Ihre charakteristische Linksneigung macht die Grundwerte des Clubs sichtbar und wird zum klaren Statement gegen Rechts. Mit 13 Stilen – von barrierefreier Lesetypografie bis Tape-Variante – vereint sie Anwendbarkeit, Inklusion und Statement. Sie unterstützt 383 Sprachen, und erreicht damit deutlich mehr Sprecher*innen als herkömmliche Hausschriften. Spezielle Glyphen wie das Antifa-@ oder OZ als Hommage an die Graffiti-Legende des Hamburger Stadtteils verankern die DNA des Vereins im Schriftbild. Die FC Sans Pauli vereint Charakter, Funktion und Haltung und agiert somit medienübergreifend als Botschafterin für Demokratie, Vielfalt und Menschenrechte.

Der FC St. Pauli geht in der Fußballindustrie beim Thema Nachhaltigkeit voran und auch im Design: Statt Bestehendes zu ersetzen, entsteht per minimalem Eingriff – einer eigenen Schrift – ein zukunftsfähiges System. Durch den Fortbestand älterer Designelemente müssen nicht sämtliche physischen Touchpoints der Marke neu produziert werden. Durch ihre freie Verfügbarkeit teilt sie Ressourcen und demokratisiert Gestaltung. Indem der Verein Eigentümer der Schrift ist und bleibt, wirtschaftet er nachhaltig und unabhängig von Lizenzgebern. Ob mit seiner Genossenschaft oder der Strategie „Not Perfect but Better“ zeigt der FC St. Pauli: Nachhaltiger Wandel entsteht nicht im Bruch, sondern im achtsamen Weiterbauen – u.a. typografischer Art.

Einreicher
Karl Anders

Designer*innen
Claudia Fischer-Appelt, Lars Kreyenhagen, Marcel Häusler, Henry Monse, Christoph Koeberlin, Caro Schmidt, Gregor Frotscher, Felix Hauschildt, Maximilian Fritz

Kunde
FC St. Pauli von 1910 e.V.

Beteiligt
Martin Drust

Kategorie
Kommunikation

DDC AWARD
Gold

powered by webEdition CMS