Umsetzung

„Ich bin nicht rassistisch“ – dieser Gedanke ist eine Illusion. Denn wir leben in einer rassistisch sozialisierten Welt. Wie bei optischen Täuschungen zeigt sich auch hier: Unsere Wahrnehmung ist nicht objektiv, sondern geprägt von Erfahrungen und gesellschaftlichen Strukturen. Wenn wir beginnen, das eigene Weißsein zu erkennen, beginnt das Bild zu flirren: Überzeugungen wanken, Grenzen verschwimmen. Diese Irritation ist Teil des Lernprozesses und wird in der Gestaltung durch optische Täuschungen übersetzt. Kritisches Weißsein bedeutet, eigene Perspektiven und Privilegien sichtbar zu machen. Der Titel „weiß sehen“ verweist auf diesen Moment des Erkennens und damit auf einen offenen, hoffnungsvollen Blick auf Veränderung.

Die Herausforderung bei einem so komplexen und sensiblen Thema wie Rassismus ist, es nicht nur gut zu meinen, sondern auch gut zu machen. Deshalb wurde der Workshop in Zusammenarbeit mit Expertinnen of Color und Jugendlichen entwickelt. Die Workshop-Toolbox mit Begleitheft befähigt Leitungen, auch mit wenig Vorwissen verantwortungsvoll über Rassismus zu sprechen. Sie reduziert Barrieren, vermittelt Sicherheit und schafft einen Nährboden für eigenständiges Lernen. Die modularen Methoden lassen sich in Länge, Komplexität und Tiefe flexibel anpassen. Die Box mit Anleitung ermöglicht eine einfache Weitergabe. So entsteht ein Lernsystem, das Rassismusbildung zugänglich macht und Veränderung anstößt. Denn es ist Zeit, Illusionen aufzulösen.

Einreicherin
Sophia Aujezdsky

Hochschule
Technische Hochschule Augsburg

Dozenten
Prof. Gudrun Müllner

Konzeptionelle Unterstützung
Isabella Helmi Hans, Jermaine Irebor

Kategorie
Service Design Talents

DDC AWARD
Bronze

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