Umsetzung

Die Gestaltung ist auszeichnungswürdig, weil sie nicht über das Material hinweg, sondern im Dialog mit ihm entstanden ist. Der Entwurfsprozess folgte nach dem Ansatz des Material Driven Design konsequent den Eigenschaften des Myzel-Komposits – seine Leichtigkeit, Struktur und Grenzen bestimmten Form und Funktion. In zahlreichen Experimenten entstand so eine Serie materialgerechter Leuchten, die das natürliche Wachstum des Myzels respektieren und sichtbar machen. Durch den gezielten Einsatz von Licht wird seine organische Ästhetik betont und unterschiedliche Atmosphären entstehen. Das Material wird für den Menschen greifbar und erlebbar in all seinen Qualitäten.

Mycel basiert auf einem kreislauforientierten Design: Aus Agrarabfällen und Pilzmyzel wächst in einer wiederverwendbaren Form ein Paneel, das nach seiner Nutzung vollständig kompostierbar ist und Nährstoffe an den Boden zurückführt. Lösbare Verbindungen ermöglichen Reparatur, Austausch und Wiederverwendung. Durch ihr geringes Gewicht spart Mycel Transportenergie, und die Produktion kommt ohne aufwändige Nachbearbeitung aus. Kreativität für Veränderung im Design sichtbar: Wachstum und Eigenschaften des Myzels bestimmen Form, Atmosphäre und Funktion der Leuchte. Mycel soll nicht nur Räume erhellen, sondern auch Denkweisen: Sie zeigt, wie ressourcenschonende Materialien gestalterisch wie funktional innovativ eingesetzt werden können.

Einreicherin
Philippa Rappel

Hochschule
Akademie der Bildenden Künste München

Kategorie
System Design Talents

DDC AWARD
Auszeichnung

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