AUSGEZEICHNET
Frankfurt RheinMain
Bewerbung World Design Capital 2026
von Design FRM gGmbH
Aufgabe
Für die Bewerbung der Region Frankfurt RheinMain als World Design Capital ’26 ist ein visuelles Erscheinungsbild entstanden, das wandelbar ist und sich einer starren Zeichenhaftigkeit widersetzt. So greifen Inhalt und Form ineinander, – als Entwurf für eine gestalterische Bewegung, die sich in einem fortlaufenden Prozess weiterentwickeln wird, – die Gestaltbarkeit impliziert darüber hinaus, dass das Erscheinungsbild offen bleibt und demokratisch weiterentwickelt werden kann.
Umsetzung
Die Region Frankfurt RheinMain bewirbt sich um den Titel der World Design Capital 2026. Unter dem Claim „Design for Democracy. Atmospheres for a better life“ ist eine Bewerbung entstanden, die sich in der Tradition gestalterischer und politischer Reformbewegungen der Region zum Ziel gesetzt hat, eine neue gestalterische Bewegung zu starten. Ausgangspunkt ist ein erweiterter Designbegriff, der dem Design eine gesellschaftspolitische Verantwortung übernimmt und die Gestaltung eines gesellschaftlichen Miteinanders in den Fokus rückt. Für die Bewegung entsteht ein visuelles Erscheinungsbild. Aber: Wie sieht das Erscheinungsbild einer Bewegung aus?
Mit Blick auf die Gestaltung stark ideologisch geprägter (gesellschafts-)politischer Bewegungen dominiert die starke Zeichenhaftigkeit: Sei es die rote Sonne der Anti-Atomkraftbewegung, die weiße Taube der Friedensbewegung, das Sanduhr-X von Extinction Rebellion, die rot-schwarz wehenden Flaggen der Antifa bis zur Maschinenpistole der RAF – um im breiten politischen Spektrum nur einige wenige zu nennen.
Die Zielsetzung eines veränderten Designverständnisses, das in die Bewegung „Design for Democracy. Atmospheres for a better life“ eingeschrieben ist, wird zum Ausgangspunkt für ihr visuelles Erscheinungsbild. Im Vordergrund steht dabei die Überzeugung, dass sich auch das Erscheinungsbild in einem demokratischen, kollektiven Prozess einer stetigen Transformation unterziehen muss – auch, weil kein starrer Zustand verhandelt wird und der Gestaltungsprozess damit stetig fortläuft. Für die Bewegung ist die Autorität einer zeichenhaften Setzung damit unvereinbar. Vielmehr hat das Grafik-Design über die bloße Komposition visueller Elemente hinaus damit die Möglichkeit, aber auch die Verantwortung, ihre kommunikativen Fähigkeiten auszureizen, um Transformationsprozesse zu moderieren, zu visualisieren, zu vermitteln.
Um die Medien in diesem Spannungsfeld des visuellen Erscheinungsbilds, – zwischen ihrer eigenen Transformation und ihrer Wiedererkennbarkeit – zu gestalten, widersetzt sich das Erscheinungsbild der Logik zeitgenössischer Corporate Designs. Grundlegend ist das Verständnis eines offenen, fluiden Systems von Gestaltungselementen, die, – je nach Anwendung – in unterschiedlichen Zusammenstellungen kombiniert werden sollen. Dabei ist das Auslassen von Gestaltungselementen ebenso möglich, wie die ästhetische Weiterentwicklung des Erscheinungsbilds durch Ergänzungen und Überarbeitungen.
Einreicher
Jonas Deuter, für die Design FRM gGmbH
Designer*innen
Leonie Ambrosius
Jonas Deuter
Anna Sukhova
Website
designfordemocracy.de
Video
jonasdeuter.de
Kategorie
Kommunikation
Auszeichnung
Ausgezeichnet
CEO
Prof. Matthias Wagner K
Projektleitung
Olaf Ginter
Daniela Kupetz (bis 11/2022)
Kuratorin
Anna Scheuermann
Beratung
Roland Lambrette
Assistentin
Helena Kiefer
PR
Natali-Lina Pitzer
Beteiligte
Daniel Schulz (Animation); MESO Digital Interiors (UX, Programmierung); Scholz & Volkmer (UX, Programmierung); Ben Kuhlmann, Eda Temucin, Sebastian Schramm u.a. (Foto); Rainer Gehrisch u.a. (Film)